Die Schauen

Mercedes-Benz Fashion Week New York: Die große Übersicht der Modewoche

am 07.02.2014 um 12:42 Uhr

Vom 6. bis 13. Februar ist das Lincoln Center, auch bekannt als „Das Zelt“, DER place to be. Warum? Die Mercedes-Benz Fashion Week New York hält den Big Apple erneut in Atem und zeigt hier die neuesten Kreationen von Designern wie Carolina Herrera, Monique Lhuillier, Jason Wu und Co. Erfahren Sie hier und in unserer Fotoshow in den kommenden Tagen alles rund um die spannendsten Shows, die außergewöhnlichsten Trends und die Stars und Sternchen aus der ersten Reihe.

Bis zu 45.000 Euro kostet es einen Designer, einen begehrten Runway-Slot im Mercedes-Benz Zelt zu ergattern. Wir verraten Ihnen, was genau dort geschieht und welche Modemacher bis auf den letzten Platz ausgebucht sind.

Tag 1: Donnerstag, 6. Februar 2014

Den Startschuss am Lincoln Square gab das Label BCBGMAXAZRIA. Bereits seit 1989 besteht die hochkarätige Luxus-Marke, die unter der Design-Leitung von Lubov Azria, der Ehefrau von Max Azria, zu einem der führenden Design-Häuser Amerikas wurde. Atemberaubende Cocktailkleider, Abendkleider, Sportswear sowie Handtaschen gehören zum Repertoire der erfolgreichen Marke. Mit knapp 30 Minuten Verspätung hatten auch die letzten Gäste ihren Platz in der ersten Show des Tages eingenommen und konnten ihre Blicke auf knielange Kleider im modernen Casual Chic richten. Fließende Stoffe und eine großzügige Schnittführung erinnerten hier an moderne Kaftan-Kreationen für die Großstadt. In Kombination zu schwarzen Stiefeln, Leder und jeder Menge Fell sollten wir uns im kommenden Herbst/Winter 2014 laut Max und Lubov wohl auf nackte Beine gefasst machen und den Muff wieder aufleben lassen.

Ebenfalls mit dabei im großen Theater, das spanische Label Desigual. Bekannt für kunterbunte Patchwork-Designs und farbenfrohe Drucke, kamen Anhänger der Marke auch an diesem Tag voll und ganz auf ihre Kosten. „Viva España!“, lautete offenbar das Motto der Show, als die gut gelaunten Models sich tanzend über den Laufsteg bewegten. Vom bedruckten Blumen-Mini im Stil der 70er Jahre, bis hin zum wallenden Kleid mit „Frida Kahlo“-Print, repräsentierten die 25 Designer des Modehauses in nur wenigen Minuten die Unbeschwertheit und Leichtigkeit Spaniens und schickten am Ende ein Model mit einer herzförmigen Danksagung auf den Runway. Olé!

Raus aus der spanischen Sonne und rein in den verspielten Business Look, ging es um 17 Uhr im Salon des Lincoln Center mit Marissa Webb. Graue Kurzjacken mit schwarzer Paspelierung wurden hier zu Lederröcken und Klassikern, wie weißen Blusen und blickdichten Strumpfhosen kombiniert. „Back to School“, hieß es außerdem mit grauen Karo-Mustern und verschiedenen Jacken und Pullovern mit weiten Puffärmeln. Gebrochen wurde der graue Fluss von rosafarbenen Mänteln und Hosenanzügen aus Wildseide, die sich dennoch perfekt in das grauschwarze Farbthema der Kollektion einreihten. Wir könnten uns keinen schöneren Look für ein erstes Date oder einen lauen Herbstspaziergang vorstellen.

Tag 2: Freitag, 7. Februar 2014

Bevor Jason Wu am Mittwoch für das deutsche Label Boss seine Designer-Premiere feiern wird, zeigte er am Freitag erst einmal seine eigenen Kreationen für das nach ihm benannte Label. Eine Kollektion, die durch weit ausladende Mäntel mit doppelreihiger Knopfleiste und der Silhouette schmeichelnder Knielänge genauso an die 90er Jahre erinnert, wie Hosenanzüge aus weiten Marlene-Hosen und taillierten Blazern. Die Midi-Länge stellt Wu ebenso in den Vordergrund wie die Farben Schwarz oder Grau. Nichtfarben, die unterbrochen werden durch Weinrot oder Lila sowie metallische Effekte an Hosen und Kleidern.

Wenn Stars wie Carrie Underwood, Anna Sophia Robb oder Bella Thorne in der ersten Reihe sitzen, dann ist es Zeit für Rebecca Minkoff, die mit ihrem Namen seit 2009 für Lifestyle-Mode steht, die dem Puls der Zeit immer ein Stück voraus ist. Die Kollektion für Herbst/Winter 2014/15 ist inspiriert von einem stilvollen Mix aus Schulmädchen-Look und androgynem Chic – für Frauen mit Attitüde und der Lust am Mixen von Materialien: Hosen in Metallic-Optik werden zum Beispiel zu fließenden und semitransparenten Seidenblusen kombiniert.Außerdem finden sich schwere Wollmäntel, Klassiker-Kontraste von Schwarz und Weiß oder Rosé und Grau und nicht zu vergessen: Nadelstreifen. Wer seinem Office-Look also eine experimentelle Note verleihen will, ist bei Rebecca Minkoff an der richtigen Adresse.

Freitag war auch der Tag der in London geborenen Charlotte Ronson, die mit ihren experimentell femininen Kreationen vor allem Stars wie Blake Livley, Diane Kruger und die Hilton-Geschwister Paris und Nicky begeistert. Letztere befanden sich an diesem frühen New Yorker Abend auch in der ersten Reihe der Ronson-Show und begutachteten Designs, die mit farbenfrohen Blumenprints ebenso spielten wie mit viel Transparenz und Cut-Outs auf dunklen Materialien. Figurnahe Schnitte, die die Weiblichkeit in Szene setzen und einen modernen Look kreieren. Unser Favorit: Ein je nach Lichteinfall hellblau oder grau schimmernder Ornament-Print auf einem Zweiteiler aus weiter Marlene-Hose und hochgeschlossener Bluse.

Tag 3: Samstag, 8. Februar 2014

Ruffian ist New Yorker Fashion-Kult. Die beiden Designer Brian Wolk und Claude Morais zelebrieren in jeder Kollektion das Zusammentreffen von Kontrasten. Kontraste setzte das Designer-Team dieses Mal mit dem Einsatz von Rot: Die Farbe für alle Fashion-Zweifelsfälle fand sich vorrangig auf blickdichten Strumpfhosen und setzte somit ein Highlight zu weißen oder schwarzen Komplett-Looks. Aber auch in Kombination zu eisblauen oder roten Seidenkleidern sorgten die roten Strumpfhosen für einen typischen New Yorker Look.

Sportlichen Glam-Chic der Extraklasse fanden wir wieder einmal bei Lacoste. Designer Felipe Oliviera Baptista setzte wie auch schon im Sommer auf Monochrome Looks und grafische Kreationen, die sich in Form von langärmeligen Tennis-Kleidern oder schweren, weiten Baumwollhosen über den Laufsteg bewegten. Zu Hosen oder Röcken kombinierte Baptista Oversize-Pullover oder kantig geschnittene Reißverschlussjacken. Klassische Farben wie Weinrot oder Dunkelblau finden sich ebenso wie creme- oder mintfarbene Designs, die hin und wieder mit Streifen oder Karomustern versehen sind.

Sind Sie ein Fan von Polka Dots? Falls ja, werden Sie im kommenden Herbst und Winter diesbezüglich bei Jill Stuart fündig. Ob in zarter Form auf Strumpfhosen, als glänzende Spots auf semitransparenten Oberteilen oder aber in Übergröße auf nudefarbenen Tops. Ansonsten setzte Stuart wie viele ihrer Designer-Kollegen ebenfalls auf den Kontrast von Schwarz und Weiß sowie auf Weinrot oder kamelfarbene Nuancen. Der Einsatz von Leder, Pelz und Wildleder sorgte in Kombination zu fließenden Seiden- und Baumwollmaterialien für feminine Silhouetten.

Die Bandage-Kleider von Hervé Léger by Max Azria stehen gemeinhin für einen umwerfenden und sexy Look, der den Körper verführerisch in Szene setzt. Im kommenden Herbst geht es allerdings noch eine Prise expressiver zu. Knielange Kleider oder hautenge Anzüge bekommen durch abgesetzte schwarze Streifen einen dominanten Look und die Wortverwandtheit zu „Bondage“ bekommt eine visuelle Unterstützung. Schwarze Stoffbahnen legen sich nach einem genauen Muster um den Körper und formen eine individuelle Struktur. Zudem bewegt sich der Großteil der Kreationen in schwarzen Farb-Gefilden, aus deren Masse lediglich nude- oder lachsfarbene Designs herausstechen.

Bei Monique Lhuillier denken Sie zuerst an romantische und pastellfarbene Kleider aus Spitze und Tüll? Dann werden Sie sicher genauso überrascht sein wie wir. Von der Romantik hin zur Dramatik hieß die Devise auf dem Laufsteg der New York Fashion Week, denn die Kreationen der Designerin waren ungewohnt düster, schon fast mystisch. Schwarz war die vorherrschende Nuance, deren Dunkelheit ab und an mit pinkfarbenem Futter, nudefarbenen Einsätzen oder lilafarbenen Stickereien aufgelockert wurde. Klassische A-Linien-Kleider sowie geschlitzte oder weit ausladende Vokuhila-Roben sind schon jetzt Red-Carpet-verdächtig.

Brooklyn is calling! Alexander Wang lud ins Navy Yard und sorgte somit bei einigen Runway-Hoppern für ordentlichen Termindruck, denn schließlich mussten die Gäste für diese Show einmal über den East River. Doch da es sich um die vorletzte Schau des Abends handelte, nahmen in den Reihen ausreichend Zuschauer Platz, um die wieder einmal lebendigen Kreationen des Designers zu betrachten. Geradlinige Silhouetten ohne viel Schnörkel und Kurven, dafür der Einsatz von Neon-Tönen und Neopren. Ein fasst schon unpassend romantisches Detail waren die gewellten Säume an Kleidern und Mänteln. Auch Bermudas und ultrakurze Mini-Röcke sieht Wang im nächsten Winter und macht bei einem Großteil seiner Kreationen klar, dass Kälte bei ihm keine Chance hat, denn lange Hosen findet man in der Herbst/Winter-Kollektion nur wenige.

Tag 4: Sonntag, 9. Februar 2014

Wenn David Beckham mit der zauberhaften Harper Seven und den drei Söhnen in der ersten Reihe Platz nimmt, ist es vermutlich Zeit für die Runway-Show von Victoria Beckham. Die Designerin präsentierte ihre Herbst/Winter-Kollektion 2014/15 nicht nur unter den Argusaugen ihrer Familie, sondern auch denen von Vogue-Chefin Anna Wintour. Zu sehen gab es überraschend gerüschte Säume an Pullovern oder Röcken, maskulin weit geschnittene Mäntel und Kleider mit runden Schulterpartien. Dazu unerwartete Cut-Outs, Ausschnitte an den Rückenpartien oder farbige Prints. Victoria Beckham spielt in ihren neusten Designs mit dem Überraschungseffekt und erklärte dazu: „Mir gefällt das Element der Überraschung, wenn du etwas bekommst, das von vorne ganz stringent aussieht und dann auf der Rückseite auf einmal tief ausgeschnitten ist oder eine andere Länge hat.

Diese Frau weiß, wie man ein Kleid feiert. Designerin Diane von Furstenberg feierte bei der Präsentation ihrer neuen Kollektion noch einmal das 40-jährige Bestehen ihrer legendären Wickelkleider. Ob in feierlichem Gold, schlichtem Schwarz-Weiß oder royalem Blau – die Looks der Designerin zeigen wieder einmal ihre klassische Handschrift. „Bohemian Wrapsody“ nannte Sie ihre Jubiläumskollektion und ließ sich dabei auch vom russischen Staatsballett inspirieren, wie sie backstage verriet: „Irgendwie schlug es auf einmal ein wie ein Blitz und ich bemerkte, dass meine Wickelkleider eigentlich von diesen kleinen rosafarbenen Sweat-Kleidern der Ballerinen inspiriert sind.“ Eine Anlehnung, die sich vor allem in den goldenen Kleidern zum Abschluss der Präsentation erkennen ließ.

Beim Label DKNY ist der Name Programm. Hier geht es um jede Menge coole Looks im Stil der New Yorker Großstadtheldinnen. Beschreibende Worte wie clean, modern, sportlich und erwachsen passen wohl zu jeder Kollektion der Designerin Donna Karan, die hinter dem Label steht. Auch für die neue Kollektion sind diese Attribute treffend. Für den Herbst/ Winter ließ sich die Designerin scheinbar stark von der Hip-Hop-Szene der 90er Jahre inspirieren. Animalprints und voluminöse Pelzmäntel treffen auf Hahnentritt- und Karomuster, sportliche Bomberjacken im Collegestil und werden zu transparenten Röcken und sexy Negligees mit Spitzensaum kombiniert. Natürlich dürfen bei diesem Revival klobige Plateausneaker nicht fehlen.

Tag 5: Montag, 10. Februar 2014

Vom Big Apple in die Berge: Designer Tommy Hilfiger entführte sein Publikum am späten Nachmittag in ein Winter Wonderland der Extraklasse. Bis ins letzte Detail war die malerische Kulisse abgestimmt. Tannenbäume, Kunstschnee, Skilift und eine gemütliche Almhütte sollten deutlich machen, wo die Fashion-Reise hingeht: In die Rocky Mountains im US-Bundesstaat Colorado. Unter dem Motto „American Explorer“ liefen die Models über einen hölzernen Laufsteg mit originalgetreuen Looks aus kariertem Flanell-, Canvas- oder Jeansstoff, grobem Strick, Samt, kuscheligem Lammfell und derbem Leder. Obligatorische Norweger- und Karomuster sowie floral-verzierte Westernmotive durften an dieser Stelle natürlich nicht fehlen und trafen auf Oversize-Silhouetten, moderne Bomberjacken und süße Röcke im College-Style. Designer Tommy Hilfiger blieb damit seiner sportlichen Preppy-Attitüde auch in dieser Saison treu.

Ihre internationale Karriere begann damit, dass sie als Ausstatterin von Jacqueline Kennedy Onassis bekannt wurde: Die Rede ist von Designerin Carolina Herrera. Mit ihrem gleichnamigen Label steht sie heute für einen femininen, erwachsenen und modernen Stil. Diesen präsentierte sie dem Fachpublikum nun während der New Yorker Fashion Week. In dieser Saison setzte sie vor allem auf mondäne Kleider, starke Schnitte, die an die 50er und 60er Jahre erinnern, runde Sonnenbrillen im John-Lennon-Look, ethnische und geometrische Prints, prunkvolle Stickereien und avantgardistische Kombinationen für mutige Frauen.

Das Label 3.1 Phillip Lim zeigte im legendären Fashion Week Zelt eine ultra-coole Kollektion, die Vorfreude auf den kommenden Winter macht. Denn an kalte Temperaturen erinnerten die frischen Pastellfarben wie Mint, Babyblau, Flieder oder Zitronengelb so gar nicht. In Kombination mit Bordeauxrot, Dunkelblau und Schwarz wurden die zarten Töne dann doch noch wintertauglich getrimmt und so entstand ein spannender Farbmix. Das Spiel mit verschiedenen Kontrasten gilt als ein Stilmerkmal, welches Designer Phillip Lim immer wieder aufgreift. So stylt er beispielsweise verspielte Rüschentops zu minimalistischen Kastenjacken, Teddyfell zu puristischen Schnitten und feine Blüschen zu übergroßen Palazzohosen. Tolle Stilbrüche, die wir unbedingt ausprobieren möchten.

Tag 6: Dienstag, 11. Februar 2014

Was die junge Zweitlinie von Designerin Donna Karan für die nächste Saison bereithält, konnte das Publikum während der Schau von DKNY bereits am Sonntag bestaunen. Die erwachsenere Linie, die nach dem vollen Namen der Designerin Donna Karan benannt ist, ist allerdings mindestens genauso spannend. Hier setzte die Designerin insbesondere auf coole Allover-Looks in Beige, Schwarz und Rot. Feminine Silhouetten, tiefe V-Ausschnitte, enge Bodies, die mit fließendem Stoff verziert sind, der bis auf den Boden geht und aufgrund seiner Leichtigkeit hinter den Models flattert, werden bei dieser Kollektion zum Eyecatcher. Zudem werden extravagante Accessoires wie Hüte und Taschen mit Fellbesatz gezeigt.

Preppy-Chic der Extraklasse stand bei der Designerin Tory Burch am Nachmittag auf dem Programm. In cleaner Kulisse liefen die Models in den eleganten Designs der Amerikanerin über den spiegelnden Laufsteg. In der Front Row: Anna Wintour, Vogue-Chefin. Die Kollektion bietet schlichte Schwarz-Weiß-Looks im Preppy-Stil aus Leder- und Wollmixen ebenso, wie bodenlange, sanft fließende Kleider mit Burch-typischen Allover-Prints, die gute Laune machen. Generell ist die Kollektion hochgeschlossen, die Abendmode allerdings besticht durch Spitzen-Details und tiefe Ausschnitte. Tory Burch bleibt ihrer Linie treu und begeistert das Publikum mit detailverliebten Stücken, die durch Raffungen, Falten und Ketten-Applikationen besonders ins Auge stechen und wie wir finden, mehr als ready to wear sind.

Eine Modenschau der besonderen Art lieferte J. Crew im Pavillon des Lincoln Theaters. Nichts mit Catwalk, sondern eher ruhige Präsentation. Auf der Stage des rustikalen Pavillons zeigten Models vor einfacher Kulisse die neuen Kreationen der Designerin. Diese sind besonders vielfältig und bieten Bomberjacken in knalligen Farben ebenso wie elegante Kastenmäntel, Crop-Tops aus Leder mit Lochungen, Fuzzy-Sweater und Pencil-Skirts. Was auffällt ist, dass Skinny-Jeans gestern waren und die Frauen bei J.Crew im nächsten Winter Palazzo-Hosen in Erdtönen tragen. Diese elegant zu Woll-Qualitäten kombinieren, wahlweise auch gern Ton in Ton. Ein Look der selbstbewussten Frau, wir mögen es! Die Farbpalette wird von Blau- und Braun-Tönen bestimmt.

Wow! Im Gegensatz zu ihren feenhaften Hochzeitskleidern, lieferte Designerin Vera Wang für den Herbst/Winter 2014/15 eine mystische Dunkel-Kollektion. Die Schnitte sind sehr feminin, sehr elegant und provokativ zugleich. Prunkvolles Samt trifft auf derbe Leder-Cuts und wird durch transparente Einsätze zu einem geheimnisvollen Ganzen komplettiert. Vera Wang präsentierte eine Kollektion fast komplett in Schwarz, die aber trotzdem so abwechslungsreich und verzaubernd ist. Lagen-Look, Transparenz, Spitze und Leder – Merkmale, die sich in einer Symbiose aus Mystik, Sexappeal und Eleganz miteinander vereinen und die kommenden Kollektion von der Ausnahmedesignerin bestimmen.

Back to the 80’s! Die Designerinnen, Kate und Laura Mulleavy, die hinter Rodarte stecken, ließen sich bei ihrer Herbst/Winter 2014/15-Kollektion von ihren Erinnerungen an die Mode der frühen 80er Jahre inspirieren. Häkel-Strick und boyishe, high-waisted Hosen bestimmten die Linie. Aber auch Smok-Kleider mit süßen Gummi-Raffungen unterhalb der Brust, gehören zum Sortiment. Als Highlight dieser sehr ausdrucksstarken Show des Designer-Duos dienten fünf atemberaubende Kleider – eine Ode an Stars Wars! Der seidige Look der aufwendig drapierten Kleider war von den beliebtesten Charakteren der „Stars Wars“-Geschichte gekennzeichnet, Luke Skywalker, Yoda, R2-D2 und C-3PO schmückten die Kleider. Zum Verkauf werden die Final-Kleider nicht stehen, sondern lediglich redaktionellen und vorführenden Zwecken dienen. Eine der stärksten Kollektionen von Rodarte.

Die britische Designerin Jenny Packham brachte die Zuschauer ihrer Show auf der Washington Street mit 70’s-Styles zum Staunen. Angelehnt an die 70er-Jahre-Ikone Bianca Jagger soll die Kollektion für Herbst/Winter 2014/15 die Leichtigkeit und Opulenz der Abendgarderobe zu jener Zeit widerspiegeln. Somit standen elegant drapierte Seide und Satin in soften Karamell-Tönen, himmelblauen und roséfarbenen Silhouetten im Metallic-Look der 70er Jahre gegenüber. Spitze wird mit Swarovski verziert und Hosen, sowie Kaschmir-Strick in weiten Schnitten präsentiert. Ein zeitloser Glamour verbreitete sich in den Hallen der Show.

Seine Designs sind zeitlos, irgendwie königlich, elegant und von Hand gefertigt – Naeem Khan zeigte am Abend vor der passenden Kulisse des Lincoln-Theaters seine glamouröse Kollektion für Herbst/Winter 2014/15. Die Silhouetten sind klar, sanft fallend und weniger drapiert, als von Khan gewohnt. Luxus-Stoffe wie Seide und Satin erfüllen die Kollektion mit Glanz. In ausdrucksstarken Farbgebungen über Dunkelrot, Weiß, Grau, Gold oder im animalischen Muster treffen sie auf schmückende Häkeleien oder Stein-Verzierungen.

Frischer Wind sollte also in das Label Marc by Marc Jacobs von gleichnamigen Gründer gebracht werden. Mit Erfolg! Der neue Markenname ist zwar auch nach der Show am Abend noch nicht bekannt, jedoch zeigte sich Marc Jacobs bei seiner Show in der Front Row und machte die Bühne für die Designs seiner neuen Kreativ- und der neuen Design-Chefin frei. Katie Hillier und Luella Bartley, die beiden Damen sollten das Label zurück zu den ursprünglichen Wurzeln führen und ihm mit einem Makeover alten, jungen Glanz verleihen. Als Inspiration der Linie dienten japanische Schuluniformen, Karate-Anzüge, Tutus und Motorrad-Ausrüstungen. Mehr cool als süß geht somit eine neue Linie aus aufregenden Material-Mixen, provokativen Prints und auffälligen Details an den Start. Geschaffen wurde ein Gleichgewicht aus Minimalismus in Grau, Schwarz, Weiß und Rot und dem legendären Wednesday-Adams-Look. Streng, verspielt und provokant zugleich. Sie sollten den eigentlichen Stil der Marke wiederfinden. Somit ist Katie Hillier und Luella Bartley mit ihrer auffälligen aber noch nicht zu seltsamen Kollektion wohl der Coup gelungen, den sich Marc Jacobs erhoffte. Eine Linie, die verrückt ist, aber nicht von übertriebenen Rüschen oder Neon-Farben lebt, sondern sich auf den Mix von verschiedensten Stilen und Materialien beschränkt.

Tag 7: Mittwoch, 12. Februar 2014

Oscar de la Renta gilt als einer DER Designer eleganter Kleider für graziöse Frauen. In New York stellte der in Santo Domingo geborene Designer, kurz nach Mitternacht unserer Zeit, seine Kollektion für Herbst/Winter 2014/15 vor. Der erste Teil der Show richtete sich an Upper-Class-Ladies und deren Business-Looks. Slim-Mäntel, Nadelstreifen-Anzüge und Pencilskirts aus Flanell bestimmten die maskulin angehauchte Kollektion. Strenge Looks werden durch drapierte Schößchen und Falten aufgepeppt und bekommen somit einen weitaus feminineren Look. Rot war bei Oscar de la Renta die Farbe der Accessoires, welche sich an Leder-Gürteln, Schals und Fell-Trenchcoats wiederfand. Der zweite Teil der Show wurde durch Red-Carpet-Roben bestimmt. Eng geschnitten, ohne Träger und ab der Taille in einen weiten, bodenlangen Rock übergehend. Selbstverständlich reich verziert mit Perlen, Spitze, Rüschen, Raffungen und Stickereien. Wir sind uns sicher, dass wir die ein oder andere Robe aus dem Hause Oscar de la Renta bald auf den Hollywood-Teppichen erwarten dürfen.

Eigentlich ist Narciso Rodriguez nach eigener Aussage ein Designer für Schwarz und Weiß. Bei seiner Show auf der New York Fashion Week sorgte das Label allerdings direkt zum Start der Show für einen farblichen Akzent und zeigte Looks in auffällig roten Tönen. Bei der Kollektion für den kommenden Winter wollte der Designer etwas Neues, einen Mix schaffen. Rote Wollkleider, rote Schals und rote Wollmäntel wurden zur Schau getragen und zu eleganten Slim-Hosen kombiniert. Die Kollektion besticht durch leichte, enge Stoffe, die der Dame aber trotzdem genügend Raum zur Bewegung lassen und somit durchaus ready to wear sind. Die Silhouetten in selbstverständlich Schwarz aber auch sanftem Rosé, Rot, Orange sowie Gold und Silber, vermitteln ein entspanntes, selbstbewusstes Gefühl. Mit glamourösen Details wie Perlen und Stickereien werden die Shirts und Kleider akzentuiert, allerdings nie zu viel und nie zu wenig. Eben auf den Punkt, dafür lieben wir Narciso Rodriguez.

Am Nachmittag war es dann auch für das Kultlabel Michael Kors so weit und die Show des Designers konnte auf der Varick Street endlich seinen Lauf nehmen. Unters Publikum der Show mischten sich selbstverständlich Vogue-Ikone Anna Wintour, aber auch Schauspielerin Blake Lively. Auf rustikalem Holzboden liefen die Models an den Zuschauern vorbei. Kuschelig und verträumt wird es beim Ausnahme-Label im kommenden Winter. Kors legt bei seiner Linie viel Wert auf Materialmixe und bringt Looks, die aus einer Symbiose von Jeans, Fell, Transparenz und Wolle entstehen. Die Outfits sind stimmig, Ton in Ton gehalten und von Braun- sowie Grau-Nuancen bestimmt. Das Hauptaugenmerk liegt bei dieser Linie weniger auf auffälligen Accessoires sondern viel mehr auf der Akzentuierung der Weiblichkeit. Sanfte Stoffe wie Seide und Satin werden als Long-Pullover zu derben Palazzo-Hosen in Woll- und Flanell-Qualitäten getragen. Die Mäntel sind lang und eng geschnitten, Blusen transparent und feminin.

In Berlin wurde unser deutscher Exportschlager Hugo Boss während der Fashion Week heftigst vermisst. In New York sah man die Entwürfe des Labels nun auf der Modewoche, 55th Street. Seitdem der Kreativdirektor seit letztem Sommer niemand geringerer als Ausnahmetalent Jason Wu ist, wurde die Show des deutschen Labels kurzerhand nach New York verlegt. Jason Wu machte es sich zur Aufgabe, Männlichkeit, Disziplin und Präzision in elegante Mode zu übertragen. Mit der unheimlichen Kreativität des Designers ist dies auch bestens gelungen. Auf seiner Show setzte Wu auf H-Silhouetten – gerade und etwas maskulin. Für den Funken Weiblichkeit sorgen in der ersten Linie breite Ledergürtel, die auf Taillenhöhe getragen werden und somit eine formgebende Rolle spielen. Außerdem im kommenden Winter ganz hoch im Kurs: Das Knie umspielende Röcke, Hosen und Kleider, die bis zur Mitte der Wade reichen. Kombiniert werden diese mit lässigen Pullovern in Oversize oder transparenten Blusen. Auch Wu hielt sich bei den Farben eher zurück und bringt für den Winter 2014/15 Grau, Schwarz und Creme. Durch Karomuster und Pailletten erhalten die Looks ihre Highlights.

Reed Krakoff wollte für den kommenden Herbst und Winter eine Kollektion schaffen, die unabhängig von der Saison designt werden sollte. Klingt komisch, hat aber funktioniert. Bei seiner Show auf der New Yorker Fashion Week zeigte Krakoff luxuriöse Schlangenleder-Röcke und ärmellose Kaschmir-Mäntel. Gemacht für die heutige Zeit, nicht etwa für eine bestimmte Saison. Das Highlight der Show stellte ein gelbes Kleid in Python-Optik dar, welches als letztes Element präsentiert wurde. Doch die Show handelte nicht nur von Schlagen, auch Kobaltblau gab einigen der Looks wie einem Lederrock und anderen Pieces eine Farbe. Außerdem sind Bomber- und Lammfell-Jacken sowie Strickjacken und Westen ein großes Thema der Kollektion.

Marchesa gehört zu einem der sehr beliebten Labels auf den roten Teppichen dieser Welt. Zu gern greifen die Stars bei Galas zu den Roben von Georgina Chapman und Keren Craig, die sich hinter dem Namen Marchesa verbergen. Für ihre wundersame Herbst/Winter 2014/15-Kollektion ließen sich die beiden Kreativen von Schottland und dessen Highlands inspirieren. Von den mystischen, nebligen Feldern und den langen Abenden am Lagerfeuer. Und letzteres ist eben auch das, was die Farbpalette der Linie bestimmt: Tiefe Rot- und Orange-Nuancen symbolisieren das Feuer, während Schwarz und Grau für Rauch und Nebel stehen. Kleider aus Tartan und Spitze schimmerten durch Gold- und Kupfer-Einarbeitungen. Ein mit weißen Federn besticktes Tüll-Kleid passte zwar nicht ganz in das Schottland-Konzept, stellte allerdings zweifelsohne eines der Highlights der Show dar.

Tag 8: Donnerstag, 13. Februar 2014

Der letzte der Tag New York Fashion Week hielt noch einmal einige Highlights bereits. Die Zuschauer lockte es also, trotz der derzeit in New York wütenden Schneestürme, in die Schauhallen der Designer. Angefangen bei Ralph Lauren, der seinem Publikum eine Show bot, die an Überraschungen und vor allem Stil kaum zu übertreffen war.
Die Supermodel-Riege um Karlie Kloss eröffneten das Debüt der neuen Polo-Linie von Ralph Lauren. Das Label möchte eine neue Richtung einschlagen und die Damen nunmehr nicht nur für den roten Teppich, sondern auch für den Alltag einkleiden. Der neue, lockere Look im Hause Lauren zeigte Casualwear von Boho über Flanell bis hin zu Woll- und Canvas-Qualitäten. Gemusterte Pullover, Tweed-Blazer, Neon-Jacken und Jeans gaben den Models einen legeren Look und verpassten der Marke Ralph Lauren ein neues Aussehen. Diese möchte nämlich mit dem Launch der Linie nun auch jüngere Kundinnen ansprechen.
Das geschah auf dem Laufsteg, bevor Lauren seine Hauptlinie Preis gab. Roben in sanften Pastell-Tönen, die bereit für ihren Einsatz auf dem roten Teppich der Oscars sind, wurden über den Laufsteg getragen. Weiß, Hellgrau und Rosé bestimmten die super feminine Linie, die von weiblicher Eleganz und Zerbrechlichkeit zeugte. Aus Seide, mit oder ohne Träger gefertigt, verzauberte diese Linie das Publikum mit einer träumerischen Anmut. Lauren erarbeitete Chiffon-Röcke, Woll-Jumpsuits und Satin-Abendkleider, die mit einer Vielzahl von Diamanten akzentuiert wurden.

Gilles Mendel, der Designer hinter dem Label J. Mendel liebt es, Frauen gut gekleidet, bestenfalls im Lagen-Look, zu sehen. Seiner Ansicht nach gibt es nichts schöneres, als Frauen, die sich mit Lagen von Klamotten präsentieren. Somit schickte er seine Models am Abend auch mit Pelz-Westen aus Nerz und Zobel, Leder-Jacken und mit Mustern versehenen Kleidern über den Laufsteg. Die Farb-Palette war von Juwel-Nuancen, sowie Blau, Rot und tiefgrünen Jäger-Tönen bestimmt. Eine Ode an das „Ballets Russes“, eine Tanzkompanie, die in den frühen 90ern durch Europa und Amerika tourte, stellten die geometrischen Muster auf den Pelzen und Kleidern dar. Als Highlight der Show brachte J. Mendel traumhafte Kleider in leicht fallenden Satin- und Transparenz-Stoffen.

Calvin Klein zog am Ende der New Yorker Fashion Week noch einmal alle zu seiner Show. Anna Wintour, die Schauspielerinnen Naomi Watts und Lupita Nyong’o sowie Alexa Chung und Justin O’Shea waren nur einige der Front-Row-Gäste. Auf dem Catwalk präsentierte Calvin Klein eine Reihe von minimalistischen, aber sehr gelungenen Looks, die hauptsächlich von Strick bestimmt waren. Fuzzy-Mäntel in Elfenbein und Woll-Westen mit Strick-Mustern ließen auf einen kuscheligen kommenden Winter hoffen. Die Kollektion sei von einer „Downtown meets Uptown“-Idee inspiriert worden, luxuriös und gemütlich zugleich und stets mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass man im Winter doch gern Zuhause bleiben und sich unter die Decke legen möchte. Der Großteil der Kollektion basiert somit auf Strick und wurde zu derben Boots getragen.

Tag 9: Freitag, 14. Februar 2014

Marc Jacobs stellt mit seiner Show das traditionelle Ende der New Yorker Fashion Week dar. So hat er auch in diesem Jahr wieder versucht, das Beste aus sich herauszuholen, um bei den Fashionistas nach acht langen Mode-Tagen im Langzeitgedächtnis zu bleiben. Mit pummeligen Wölkchen (tatsächlich: wolkenförmigen Kissen) war die riesige Halle der Lexington Avenue Armory zur Show ausgestattet und entführte das Publikum somit in eine kleine, verträumte Welt.
Die Models passten sich dem Ambiente mit blassem Teint und Looks in neutralen, sanften Tönen wie Grau, Braun und Creme an. Mit von der Partie: Die Halbschwester von Kim Kardashian, Kendall Jenner. Die 18-Jährige lief in einem besonders durchsichtigen Top über den Catwalk des Kultdesigners und gewährte dabei allerlei Blicke.
Über die Show hinweg präsentierte Marc Jacobs Tops und Hosen aus leichten, weiten Stoffen. Aber auch lange Strick-Oberteile und mehrfarbige Pailletten-Kleider und -Pullover sowie Kastenjacken waren äußerst präsent auf dem Laufsteg. Die Linie ist in cleanen Schnitten gehalten und von gedeckten Tönen bestimmt. Die Devise: Entweder mega Ausschnitt oder Rollkragen.

Die New York Fashion Week ist somit vorbei und klare Tendenzen für den kommenden Winter sind erkennbar: Fuzzy und Fell bleibt. Wadenlage Hosen und Kleider kommen. Die Farb-Palette wird von Erdtönen und sanften Nuancen bestimmt, mit auffälligen Farben wird lediglich akzentuiert.

Entdecken Sie in unserer großen Fotoshow die aktuellen Trends und Looks der New York Fashion Week .


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