Fashion Week Paris: Cédric Charlier, Dries Van Noten, Rochas und Co.

am 01.10.2015 um 16:57 Uhr

Am zweiten Tag der Fashion Week in Paris erwarteten uns bereits einige unserer persönlichen Highlights. Während Guy Laroche, Cédric Charlier, Dries Van Noten und Rochas mit luftigen und leuchtenden Pieces unter Beweis stellten, worauf es ihnen im Sommer 2016 ankommt, überzeugten die Labels Alexis Mabille und Vionnet mit Élégance par Excellence. Wir verraten Ihnen hier und in unserer Fotoshow die Highlights vom zweiten Tag der Fashion Week in Paris.

Der Sommer 2016 wird fruchtig, er wird luftig elegant und von Gegensätzen geprägt sein, zumindest bei Guy Laroche, Cédric Charlier, Dries Van Noten, Rochas, Alexis Mabille und Vionnet.

Guy Laroche: Tarnkunst zwischen Palmen

Mit Adam Andrascik fand das Label Guy Laroche im März dieses Jahres einen neuen Kreativchef. Die Kollektion für den Sommer 2016, die Andrascik nun während der Pariser Fashion Week präsentierte, war demzufolge seine zweite Kollektion für die Marke. Unter dem Motto „Trouble in Paradise“ überraschte er sein Publikum mit einer wunderbar tragbaren Kollektion, die trotz aller Alltäglichkeit speziell, einzigartig und unkonventionell ist.

Die Kollektion: Guy Laroche ist seit jeher für seinen klassischen Chic bekannt. Mit Adam Andrascik Mix aus Militärbekleidung und Beach-Styles wurden die Looks für den kommenden Sommer nun allerdings weitaus zeitgenössischer. Eine wichtige Rolle spielen vor allem Trenchcoats und asymmetrisch geschnittene Kleider und Shirts. Aber auch mit dem schmalen Grat zwischen maskulin und feminin hantiert der Designer bemerkenswert gut. Während Cut-Outs an den Schultern und Cropped-Tops die weibliche Seite einer Frau sowie ihre schmalen, femininen Partien betonen, verdecken weite Hosen und lange Röcke die weiblichen Kurven auf androgyne Art und Weise.

Die Farben: Passend zum Motto bestimmen Khaki und Dunkelgrün die Farbauswahl. Aber auch klassisches Schwarz und Weiß sowie ein kräftiges Blau sind Teil der Kollektion für den nächsten Sommer.

Unser Lieblingslook: Ganz klar, der Mantel. Ein geschlossen getragener, kastenförmiger Mantel in Khaki hat den Mix zwischen Militär und Strand dank wild aufgesetzter, bunter Taschen und Palmenprints stilvoll zum Ausdruck gebracht.

Cédric Charlier: Tragbare Selbstfindung

Wir lieben Cédric Charlier für seinen zurückhaltenden Style, für seine distanzierte Handschrift, die zwar wunderschön, aber irgendwie nicht besonders revolutionär ist. Bisher. Denn nun scheint die Schattenwand endlich gefallen zu sein und der belgische Designer uns eine einzigartige und doch erreichbare Kollektion präsentieren zu wollen.

Die Kollektion: Als Inspiration für seine Sommerkollektion 2016 diente dem Designer Cédric Charlier der britische Künstler Victor Pasmore – einer der bedeutendsten Vertreter der abstrakten Kunst. Er versuchte sich bei seinen Kunstwerken immer wieder an neuen Materialien und Formen, so nun auch Cédric Charlier. Im Großen und Ganzen entschied er sich für den kommenden Sommer für voluminöse Formen und subtile Materialien, die er zu einfachen Kleidungsstücken verarbeitete. So verpasste er klassischer, urbaner Alltagsmode einen einzigartigen Touch. Er besinnt sich dabei vor allem auf weite Kleider, gebundene Kimonos, Overszied-Shirts und schlichte Röcke in wenig figurbetonter Silhouette.

Die Farben: Ebenso tragbar gestaltet sich in Schwarz, Weiß, Nachtblau, Tannengrün sowie Beige- und Pastelltönen auch die Farbauswahl.

Unser Lieblingslook: Ein tannengrünes Ensemble aus einem Oversized-T-Shirt und einem klassischen, wadenlangen Rock, das wie ein langes Shift-Dress erschien und durch die Bindung auf Taillenhöhe an einen Kimono erinnerte, brachte die Modernität und Tragbarkeit dieser Kollektion besonders gut auf den Punkt.

Dries Van Noten: Eine Scheibe puren Genusses

Für Dries Van Notens Kollektion für den Sommer 2016 finden wir ehrlich gesagt kaum Worte, so schön ist dieses Masterpiece des belgischen Designers. Wir könnten uns von Kopf bis Fuß in all diesen Brokat hüllen. Im Sommer 2016 punktet Dries Van Noten nicht nur mit seinen farbenfrohen Looks, sondern vor allem mit dem gekonnten Spiel der Gegensätze.

Die Kollektion: Was war das denn? Wir kennen Dries Van Noten als einen Designer, der es liebt, eklektisch zusammenzustellen, zu mixen und zu probieren. Das kann er. Aber diese Kollektion war anders: Nun waren es nicht mehr nur unterschiedliche Stilaspekte, die er wild zusammensetzte, sondern Gegensätze, die er kombinierte. Und zwar die Gegensätze männlich und weiblich. Somit trafen XXL-Männerblazer mit breiten Schultern und doppelter Knopfreihe und extra-weite Marlene-Hosen auf Mini-Minis, Faltenröcke aus Chiffon oder Bleistiftröcke mit aufgesetzten Rüschen. Das alles mit gekonnt eingesetztem Volumen gepaart. Gemacht sind diese Looks für die „flamboyant woman (Deutsch: Extravagante Frau)“.

Die Farben: Selbstverständlich kunterbunt. Die leuchtenden Nuancen und Brokat-Stoffe sind ein Indiz dafür, wie gut der Eklektizismus wirklich funktionieren kann, wenn man ihn so lange geübt hat wie Dries Van Noten.

Unser Lieblingslook: Eine karierte, graue Stoffhose mit weitem Bein wird zu einem Chiffontop und einem schweren Cape mit metallischer Farbgebung getragen.

Rochas: Hommage an Gala Èluard Dalí

Nachdem sich der Designer Alessandro Dell-Acqua mit Rüschen und Spitze im Sommer 2015 besonders romantisch und verspielt zeigte, sind die Looks für den nächsten Sommer von Salvador Dalís Frau inspiriert.

Die Kollektion: Besonders viel Wert legt der Designer im nächsten Sommer auf metallische Akzente sowie Aquarell-Blumen, Pailletten und Stickereien. Dabei treffen klare Schnitte an Jacken und Blazern auf wallende Chiffon-Stoffe und überdimensionale Drapierungen. Auch Kragenverzierungen in Schmuckform sind im Sommer 2016 ein gern gesehenes Detail an Rochas‘ Looks.

Die Farben: Bestimmt von Aquarell-Tönen, ergänzen Schwarz und Weiß sowie metallische Optiken das Bild der Kollektion.

Unser Lieblingslook: Ein komplett weißer Look aus einem dekadent verzierten, langen Mantel, einem Bleistiftrock und einer transparenten Bluse, die am Kragen mit einer opulenten Kette betont wird.

Alexis Mabille: Ein Melonencocktail der besonderen Art

So schmeckt der Sommer! Nach zehn Jahren Couture, verbindet Alexis Mabille die Vorzüge des Sommers mit den weiblichen Formen und Silhouetten der Couture-Mode und schafft so seinen ganz eigenen Sandia Smash (Cocktail auf Basis einer zerstoßenen Wassermelone).

Die Kollektion: Was braucht man, um Alexis Mabilles Sandia Smash zu kredenzen? Ganz klar: Einen Wassermelonen-Print und einen exotischen Mix aus tropischen Formen und Farben, die in unverwechselbarer Eleganz und Weiblichkeit ihre Basis finden. Mit Details wie Rüschen, Knoten und Spitzeneinsätzen setzt das Label der Kollektion seinen gewohnten Signature-Style auf. In all diesen leichten Playsuits, High-Waist-Shorts, T-Shirt- und Maxikleidern spielt der Melonenprint eine besonders wichtige Rolle. Es ist eine verspielte und dennoch erwachsene Kollektion, die Alexis Mabille uns für den Sommer 2016 zeigte.

Die Farben: Wie bereits erwähnt, spielt die Wassermelone die wohl wichtigste Rolle in dieser Kollektion und das nicht nur als Print, sondern auch als Inspiration für rot-grüne Kombinationen.

Unser Lieblingslook: Eine rote High-Waist-Hose mit Schleifenschnürung auf Taillenhöhe, die zu einem Longsleeve mit Spitzenverzierung und Wassermelonenprint kombiniert wurde.

Vionnet: Red-Carpet-Träume

Vionnet war ein beinahe vergessenes Haute-Couture-Label, das 1912 von der Königin der Schnitte, Madeleine Vionnet, gegründet wurde. 1940 war die Geschichte der Traumroben dieses Labels vorbei, doch 70 Jahre später wurden die Couture-Schätze wieder ausgegraben.

Die Kollektion: Auch im Sommer 2016 weiß Goga Ashkenazi, aus welchen Stoffen Modeträume bestehen. Sie greift auf zarte Chiffon-Stoffe, Satin und Seide zurück und präsentiert diese femininen Träume in fließenden Silhouetten. Sie spielt mit Lagen und Längen und macht das Label mit eleganten und femininen Ensembles nicht nur zu einem Red-Carpet-Liebling, sondern auch bereit für die Straße. So beispielsweise mit einer High-Waist-Bügelfaltenhose zu einem Blazer-Cape.

Die Farben: Gedeckte Beige- und Pastellnuancen, rauchiges Rosé sowie Schwarz und Weiß.

Unser Lieblingslook: Ein schwarzer Traum aus Chiffon mit leichtem, bodenlangem Rock und einem komplett transparenten Oberteil. Für den Coup sorgt ein passender Blazer, der den Look tragbar machte.

Sehen Sie sich die Keylooks der Sommerkollektionen 2016 von Guy Laroche, Cédric Charlier, Dries Van Noten, Rochas, Alexis Mabille und Vionnet in unserer Fotoshow an.

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