Oh là là, mon amour: Fashion Week Paris

am 04.10.2013 um 17:38 Uhr

„Aux Champs-Élysées, aux Champs-Élysées“ – Lassen Sie mit uns Ihren Blick nach Paris schweifen, denn in der französischen Hauptstadt und der modischsten Metropole dieser Welt hat der Fashion-Week-Zirkus Einzug gehalten. Nach New York, London und Mailand sind wir nun gespannt auf die Looks der Paris Fashion Week und freuen uns auf Designer wie Balenciaga, Lanvin, Christian Dior, Louis Vuitton und natürlich auch Chanel.

Paris, mon amour – vor allem die Liebe zur Mode ist hier besonders zu spüren, deshalb gehört die Fashion Week Paris zu den geheimen Lieblingen der einzelnen Fashion Weeks. Vom 24. September bis zum 2. Oktober 2013 werden rund um den Eiffelturm die „Ready to wear“-Kollektionen der ruhmreichsten Labels im Fashion-Business gezeigt.

Tag 9: Mittwoch, 2. Oktober

Am letzten Tag der Pariser Fashion Week – und somit auch am letzten Tag der wichtigen Fashion Weeks für Frühling/Sommer 2014 – wurde nun tatsächlich bestätigt, dass Marc Jacobs nach 16 Jahren das Traditionshaus Louis Vuitton verlässt und so war die aktuelle Show, die er Mittwoch zeigte, auch seine letzte. Umso aufgeregter waren die Fans, die sich das Spektakel aus der Nähe anschauen konnten. Und umso pompöser und beeindruckender sagte der sympathische Designer adieu. Ein großer schwarzer Brunnen inmitten einer schwarzen Umgebung, Stahlaufzüge, aus denen Models herauskamen, Rolltreppen, ein Karussell – Greatest Hits mal anders. Dazu divenhafter Kopfschmuck, der unweigerlich an Cher erinnerte, und dramatische, klassische Musik aus den Lautsprechern: mystisch, rebellisch, stark, expressiv und auch ein wenig melancholisch sind wohl die besten Adjektive, die die letzte Kollektion von Marc Jacobs am besten beschreiben. Punkt 10 Uhr ging es los und die große Uhr über den Köpfen der Gäste fing an sich zu drehen, rückwärts, während der Designer seine Zeit bei Louis Vuitton Revue passieren ließ.

Die Kleidung ging dabei keineswegs unter: Transparenz, Ausschmückungen mit Perlen, Federn, mit Chiffon gefüllte Cut-Outs, Fischernetzstrümpfe, weite Hosen und dazu gecroppte Military-Jacken, glitzernde Mini-Kleider und das alles in Paris bei Nacht. „To the showgirl in all of us“ lautete die Widmung und wie in einem Varieté fühlten auch wir uns bei dem Anblick der fast schon kostümglichen Looks, die aber als Einzelteile und ohne den dramatischen Gestus wieder einmal tragbar und wunderschön sind.

Hermès zeigte ebenfalls Ton-in-Ton-Looks, aber in den Farben des nächsten Jahres: Sand, Camel, Smaragdgrün, Orange, Dunkelblau und Sonnengelb. Auch die meist tropischen Muster wurden in Allover-Looks eingesetzt und so eine durchweg einheitliche Linie gefahren. Inmitten des wunderschönen Jardin du Luxembourg saßen die Gäste zwischen Blumen und Palmen, sodass sich das Thema auch in der Location wiederspiegelte. Einen leichten, späten und sehr sophisticated 70s-Style konnte der Zuschauer da erkennen in weit fallenden Silhouetten mit Tuniken, Maxi-Röcken und Kimonos. Keine Spielereien, sondern klassische Eleganz in anspruchsvollen und kultivierten Looks.

Tag 8: Dienstag, 1. Oktober

So langsam aber sicher neigt sich die Paris Fashion Week dem Ende und büßt dennoch nicht an Pariser Chic und außergewöhnlichen Kreationen ein. Bereits um 10:30 Uhr verwandelte Modezar Karl Lagerfeld den Grand Palais in eine Kunstausstellung und setzte bei seinen Models auf den richtigen Outfit-Mix aus klassischen Tweed-Ensembles und moderner Punk-Attitude. Kombiniert mit Rucksäcken und kurzen Biker-Handschuhen traf der 80-Jährige damit erneut den Geist der heutigen Zeit und steht seinen jüngeren Design-Kollegen in nichts nach.

Nicht weniger bunt, dafür umso einiges witziger, wurde es wie zu erwarten bei den Kreationen des Modehauses Jean Charles de Castelbajac. Schwarz-weiße Schriftzüge in der üblichen Comic-Manier und witzige Accessoires wie Statement-Sonnenbrillen in Form von Kussmündern und vergoldete Augenbrauen sorgten hier für eine entspannte, modische Atmosphäre. Fashion ist schließlich Fun! Danke Castelbajac!

Dramatischer wurde es mit den kommenden Trends für die Frühjahr/Sommer-Saison von Valentino. Blasse Models gekrönt mit nietenbesetzten Haarbändern aus Leder versprühten den Charme einer vergangenen Zeit. Bestickte, bodenlange Kleider mit langen Ärmeln und Ornamenten erinnerten an das 16. Jahrhundert und wurden gepaart mit modernen Azteken-Mustern, Fransen und großen Ledertaschen. Damit nahm uns Valentino mit auf eine historische Reise durch die Modegeschichte und scheint sich im nächsten Jahr auf modische Traditionen zu besinnen.

Tag 7: Montag, 30.September

Es ist bereits Tag sieben der Pariser Modewoche und wir haben schon einige Kollektionen bestaunen dürfen, die wir gar nicht mehr aus dem Kopf kriegen. Und es kommen jeden Tag nur noch mehr Highlights dazu. Am Montag zum Beispiel zeigte Stella McCartney ihre neuesten Kreationen und das vor einem gewaltigen Promi-Auflauf auf und neben dem Laufsteg: Denn nicht nur Papa Paul schaute sich stolz das Werk seiner Tochter aus der Front Row an, sondern auch Schauspielerin Salma Hayek wollte sich nicht entgehen lassen, was sich der kreative Kopf der Designerin für den nächsten Frühling und Sommer ausgedacht hat. Auf dem Laufsteg durften wir dann Supermodels wie Miranda Kerr, Cara Delevingne und Edie Campbell bewundern. Doch diese lenkten keineswegs von der wirklich wunderschönen Kollektion ab: Schlichte, lässige Schnitte, die gekonnt durch eine hervorragende Verarbeitung und edle Materialien zu femininen Prachtstücken werden, kennen wir von der Designerin ja bereits. Diese rundete sie für nächstes Jahr mit viel halbtransparenter Spitze, einem Faux-Krokodilleder-Druck und einem floralen Jacquard-Muster ab. Ihre Farben: Von Weiß über Puder bis hin zu Burgunderrot und Tangerine, Hell- und Dunkelblau, Metallic-Optik und natürlich Schwarz war alles dabei. Besonderes Highlight: die Retro-Sonnenbrillen – ein wahres Must-have.

Tag 6: Sonntag, 29. September

„Muster!“ schrie die neue Kollektion von Céline regelrecht. Designerin Phoebe Philo spielte gekonnt mit großflächigen zu kleinflächigen Mustern im Mix, 20er-Jahre-Silhouetten mit figurumspielenden Schnitten und einer tiefen Taille und wilden Kombinationen von Texturen mit viel Transparenz und Netzoptiken. Dabei legte sie besonderen Wert auf auffällige Accessoires zu den bunten Prints mit breiten Armreifen und Ledertaschen mit Fransen. Ihre Inspiration? Street Art. Graffiti-Optik, eine Art Pinselstriche auf geraden, minimalistischen Schnitten zu midi-langen Plissee-Röcken, auffällige Mäntel und wieder einmal flache Schuhe.

Bei Givenchy fanden sich die Stammesältesten sicherlich zufrieden mit der neuesten Frühjahr/Sommer-Kollektion des Labels. Erdige Farben wurden hier kombiniert zu passend ethnischen Schnitten, Drapierungen, Raffungen und Bändern und das alles abgerundet mit flachen, wüstentauglichen Sandalen. Hier und da mischten sich auch typisch bunte Ethno-Prints unter die Looks, aber diese wurden dann ebenfalls in Farben wie Rot, Sand, Terrakotta, Haselnussbraun, Schlammgrün und Schwarz gehalten. Federn unterstützten den Look noch zusätzlich, andere Models hingegen zeigten sich mit einem aufwendigen Masken-Make-up aus Unmengen an Glitzer, die die Kreationen durch den Glamour etwas aufbrachen.

Tag 5: Samstag, 28. September

Los ging es an Tag fünf mit dem niederländischen Design-Duo Viktor & Rolf. Diese zeigten „rebellische Schulmädchen“ à la Britney Spears. Deswegen befand sich ihr Track „Baby one more Time“ und auch der Klassiker „Another Brick in the Wall“ von Pink Floyd auf dem Runway-Soundtrack und wirkte dadurch ungemein verspielt, so wie wir die Designer sonst eigentlich eher nicht kennen. Umso spannender war es, den Models beim Lauf auf dem Schulhof – äh Verzeihung – Laufsteg zuzusehen. College-Jacken kombiniert mit weißen Shirts und Faltenröcken, dazu aber Sicherheitsnadeln, asymmetrische Schnitte, große, weiße Abnäher, Culottes und geometrisch angeordnete Farbflächen zeichneten die neue Kollektion aus. Die grundlegenden Farben waren dabei Navyblau, Schwarz, Grau und Weiß.

Rebellisch geht es bei Designerin Vivienne Westwood eigentlich immer zu. Doch das Cap, das sie trug, fasste die Show am besten zusammen: „Chaos“. Ihre mittelalterlich inspirierten Kleider waren teilweise zerrissen, teilweise zerknittert, die Models mit Schlamm beschmiert. Eine faszinierende und typisch Westwood’sche Interpretation. Die Kreationen in der neuen Kollektion, die einmal nicht aussahen, als währen die Heldinnen gerade vom Jagen zurückgekommen – natürlich in einem stylischen Outfit -, hatten einen pompösen, divenhaften und selbstbewussten Rotkäppchen-Charme an sich, vor dem der Wolf sicherlich weggelaufen wäre. Mustermixe, Materialmixe und Transparenz wurden dabei besonders in den Fokus gerückt.

Zuletzt zeigte noch Jean Paul Gaultier, was er sich für den kommenden Frühling und Sommer ausgedacht hat. Ein riesengroßer Tanzspaß war die Fashion-Show für alle Anwesenden und definitiv eine Präsentation, die einem im Gedächtnis bleiben wird. Die Promi-Tanz-Show „Let’s Dance“ wurde dabei gehörig aufs Korn genommen und gleichzeitig in ein stylisches Gewand gebracht. So saßen drei Juroren auf der Bühne, die die modelnden Tänzer und tanzenden Models beurteilten: Karlie Kloss zum Beispiel kam im typischen Madonna-Vogue-Move auf die Bühne und Coco Rocha machte uns den „Grease“-Liebling Danny Zuko. Da hüpfte der Designer am Ende der Show glatt selbst auf die Bühne. Die Kleidung rückte dabei aber keineswegs in den Hintergrund, unterstützte mehr das Spektakel, denn für seine neue Kollektion ließ sich der Designer von Größen des Musik-Business, den typischen Standard-Tanz-Outfits und verschiedenen Tanzrichtungen inspirieren. Ein bunter Mix, der einfach wunderschön anzuschauen ist.

Tag 4: Freitag, 27. September

Irgendwie hatte man das Gefühl, man würde auf ein Art-Deco-Gemälde gucken, als die Models bei der Fashion-Show des Labels Issey Miyake begannen, den Laufsteg zu betreten. Ein simples „wunderschön“ schoss uns zuallererst durch den Kopf, als wir die in Blau, Koralle und Rot, Grau und Nude gehaltenen Kreationen von Designer Yoshiyuki Miyamae betrachteten. Farben, die sich auf linearen bis kastenförmigen Kleidern und Mänteln wiederfanden. Seine Absicht war es, „das Glitzern weißen Mondlichtes“ einzufangen. Möge der Mond nie verblassen! Gelungen!

Das gilt auch für Dior: Mitten in den Gärten des Rodin Museums und unter dem Himmel von bunten, von der Decke hängenden Blumen, platzierte Designer Raf Simons quasi einen Kleider-Garten der Fashion-Lust. Gleich einer Blumenwiese, natürlich auch in Form der Dior-typischen Maiglöckchen, bestachen die Kreationen durch ihre Farbigkeit und ihre Leichtigkeit, versehen mit einer kleinen Prise Retro-Flair. Romantik, die immer wieder aufgebrochen wird durch tiefschwarze Looks, durch transparente Sexyness und verheißungsvolle Cut-Outs. So sagt es der Designer im Interview mit der Grazia auch selbst: „Diese Kollektion dreht sich darum, Dior ein wenig umzudrehen, herumzuschleudern und nach vorne zu stoßen. Die gefühlvolle Romantik wird auf einmal gefährlich, ein wunderschöner Rosengarten wird auf einmal zu einem giftigen Rosengarten.“

Ein ganz ähnliches Thema verfolgte auch die Designerin Isabel Marant, die im nächsten Frühjahr und Sommer vor allem verspielt-romantische Stücke auf den Straßen sieht mit Volants, Blumenmustern und Rüschen, aber jeweils gepaart mit der für sie ganz typischen Lässigkeit und Coolness. Leder, ein bisschen Punk, freche, sexy Looks, Selbstbewusstsein verpackt in ein Blümchenkleid – das schließt sich bei ihr keinesfalls aus.

Geraldo da Conceição beschrieb seine neueste Kollektion für Sonia Rykiel mit den folgenden Worten: Die Frau im nächsten Frühling ist „eine Kreation der Abenddämmerung, die Heldin im Sonnenuntergang.“ Mit diesen poetischen Worten umschrieb er gekonnt, was wir auf dem Laufsteg in Paris zu Gesicht bekamen: sinnliche Kleider im Lingerie-Stil, 20er-Jahre-Schnitte mit tiefer Taille und eng anliegenden, midi-langen Pencil-Skirts und selbstbewusste Fellschals. Die Farbpalette schien sich dabei über den gesamten Regenbogen zu verteilen, allerdings alles eher etwas pastellig und gedeckt mit vereinzelt kleineren kräftigen und auch neonfarbenen Details. Strick, Streifen, elitäre Muster, glitzerende Stoffe, Seide, von allem etwas – Hauptsache der minimalistische Schnitt und die heldenhafte Attitüde stimmten.

Bei Johnny Talbot und Adrian Runhof trugen die Models äußerst sleeke Pferdeschwänze, um wahrscheinlich die neuesten Kreationen des Design-Duos besonders in den Vordergrund zu rücken: Und hier gab es so gut wie keine geometrische Figur, die nicht auf den Stücken der S/S14-Kollektion zu finden war. Dreiecke, Kreise, Streifen, Zick-Zack, Blumen, farblich abgesetzt oder auch als Muster im Stoff per se. Apropos: Neben Leder und Seide überraschten Talbot Runhof auch mit Tweed, der in verspielten Kleidern mit ausgestelltem A-Linien-Rock einen jugendlichen Stempel verpasst bekam. Pure Eleganz und selbstbewusste Coolness in hoch geschlossenen und bodenlangen Leder- oder Seidenkleidern trafen auf auffällige Muster und weibliche Linien.

Tag 3: Donnerstag, 26. September

Auch Maison Carven machte uns am dritten Tag der Fashion Week Paris ordentlich Lust auf den kommenden Sommer und sehnsüchtig warteten wir und fragten uns, welche Prints und Muster es laut Carven die kommende Sommer-Saison in unseren Kleiderschrank schaffen. Schließlich ist auf das Label in dieser Hinsicht immer Verlass. Die Antwort: Tarn- und Blumenmuster! Doch mit den farbenfrohen Tarn-Prints in Blassgrün, Blasslila und Weiß oder knalligen Pink- und Lilatönen mit Schwarz werden Sie sich wohl kaum verstecken können. Selbiges gilt für die Blumenprints auf langen Mänteln, Bleistiftröcken oder Minikleidern. Auch das altbekannte Karomuster schaffte es auf den Laufsteg und verzückt uns auf schwingenden Midi-Kleidern oder geknoteten Blusen.

Zurück ins 18. Jahrhundert hieß es bei Nina Ricci – so zumindest, wenn man der Aussage von Designer Peter Copping Glauben schenkt, der sich bei seiner Frühjahrskollektion für das Jahr 2014 von Herrenkleidung des 18. Jahrhunderts inspirieren ließ. Vor allem aber auch davon, dass Männern zu dieser Zeit auch noch ein gewisser Hang zur Romantik nachgesagt wird. Und da sind wir auch schon beim Thema: Die Looks auf dem Runway bei Nina Ricci sind romantisch, feminin und zart, ohne altmodisch zu sein. Dazu: Weiß und Creme wohin das Auge blickt. Kurze Popelinkleider trafen auf transparent bestickte Looks, sowie auf Rüschen und Chiffon, die in der letzten Robe ihren Höhepunkt feierten. Blumenprints und hellgraue oder hellblaue Streifen sorgten für farbige Ausflüge.

Bei Lanvin wurde es wieder ein wenig düsterer, mysteriöser und vor allem eines: glänzender. Alber Elbaz schrieb mit seiner Kollektion scheinbar eine Hommage an Metallic. Metallic in nahezu fast allen Nuancen des Regenbogens, die die eingestreuten schwarzen Looks und Klassiker einer jeden Lanvin-Kollektion in den Schatten stellten. Dazu jede Menge Lamé, Tüll und Seide, die sich zu Bleistiftröcken, weiten Hosen, Minikleidern und Mänteln formten. Zwischendrin langärmelige Kleider mit einem Hauch von 50s-Charme. Bezaubernd.

„Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern!“, dachte sich Olympia Le Tan und schuf frei nach dem Motto „In Jedem Hafen eine Braut“ eine verspielte, farbenfrohe und ziemlich sexy anmutende Kollektion, die sich sämtlichen Seefahrer- und Matrosenmotiven bedient, die man sich nur vorstellen kann. Dazu die immer wieder verzückenden Taschen aus dem Hause Olympia Le Tan, in Form von Kaviardosen, Rettungsringen oder dem klassischen Buch.

Tag 2: Mittwoch, 25. September

Auch der Tagesplan für den Mittwoch ist wieder einmal vollgepackt mit den verschiedensten Schauen von Damir Doma über Guy Laroche oder Alexis Mabille bis hin zu Dries van Noten oder Rochas.

Am Vormittag zeigte der kroatische und in Deutschland aufgewachsene Designer Damir Doma seine Kollektion für Frühjahr/Sommer 2014 und verwöhnte unsere Augen mit dem fast nahezu musterlosen Zusammenspiel von Orangerot und Schwarz/weiß sowie klassischen und cleanen Schnitten, die sich in cremefarbenen Etuikleidern und weiten Shorts sowie kastenförmigen Oberteilen ausdrückten.

Designer Marcel Marongiu entwarf für das Label Guy Laroche Kleider mit schwingenden Röcken, die teilweise durch ihre zwei Lagen an Blütenblätter erinnerten, sich farblich aber auf Grau, Weiß und ein erdig abgeschwächtes Zitronengelb beschränkten. Aber auch die ganz klassische Kombination von schwarzer, gerader Hose und weißer Bluse fand sich unter den Kreationen.

Bei Alexis Mabille erinnerten nicht nur Farben wie ein sattes Olivgrün oder ein strahlendes Navyblau in Kombination zu Weiß an fast schon in Vergessenheit geratenden Military-Charme, sondern auch hoch geschnittene Hosen mit raffiniert drapierten Stofflagen an der Hüfte. Auch die Kombination von derben Booties zu eleganten Bustierroben mutete eher rustikal an.

Dries van Noten versorgte uns dann endlich mit den lang ersehnten Muster- und Materialmixen, die sich auf bauschigen Rüschenröcken und Kimono-artigen Mänteln wiederfanden. Auch die Culottes, die ja gerade ihr großes Comeback feiern, fanden sich in glänzenden Materialien und gedeckten Tönen an den Models.

Tag 1: Dienstag, 24. September

Der erste Tag – Aufregung, Hektik und Aufbruchstimmung. Eine Stimmung, die sich über den gesamten Zeitraum ziehen wird, denn schließlich ist es für jedes Label irgendwie der erste Tag. So auch an Tag 1 um 11 Uhr für die koreanische Designerin Moon Young Hee, die das Frühjahr und den Sommer 2014 puristisch und farblich gedeckt sieht. Nichtfarben wie Schwarz und Weiß dominierten den Großteil ihrer Kollektion, aber auch das Zusammenspiel von Schwarz und Royalblau trat deutlich in den Vordergrund. Moon Young Hee spielte mit Transparenz ebenso wie mit aufwendigen Schnitten oder Drapierungen, die jedoch aufgrund der Einfarbigkeit nicht zu überladen wirkten. Krasser Kontrast zu den einzelnen Looks waren die blauen Chucks, die an jedem Model-Fuß zu finden waren.

Um 12 Uhr war es dann an der Zeit für Christine Phung ihre neuste Kollektion zu präsentieren, die sich dafür das Dach der Galeries Lafayette ausgesucht und zum Glück den Wettergott auf Ihrer Seite hatte. Auch bei Phung fand sich das Zusammenspiel von Schwarz/Weiß und Royalblau und das Spiel mit Transparenz. Ein spitz zulaufendes Streifenmuster in Grau- und Schwarztönen fand sich auf knöchellangen Hosen ebenso wie auf sexy Mini-Röcken und passenden Blousons. Weiße, cleane Linien werden entweder durch blaue Stücke aufgelockert oder durch Material-Mix unterbrochen.

Um 13 Uhr ging es weiter mit Pascal Millet, dessen Handschrift sich auch schon in Kollektionen von Givenchy und Maison Carven fand. Seine neuste Kollektion seines gleichnamigen Labels ist gezeichnet durch Leichtigkeit und weibliche Schnitte. Es begegnen uns Crop-Top- und Cut-Out-Elemente sowie Transparenz und fließende Tuchstoffe, verarbeitet zu femininen Minikleidern oder Short/Blazer-Kombinationen.

Das Label Ground Zero, das seine neuste „Ready to wear“-Kollektion um 14 Uhr zeigte, wurde 2003 von den Brüdern Phillip und Eri Chu in Hong Kong gegründet. Ihre Kreationen sind futuristisch, farbenfroh und bestechen durch das Spiel mit auffälligen und ungewöhnlichen Prints, die sich an die weibliche Silhouette anschmiegen. Inspirationsquellen wie Pop-Kultur und Street-Art sind auch in den neusten Stücken des Labels eindeutig zu spüren.

Werfen Sie einen Blick in unsere Bildergalerie, in der wir Ihnen die neusten Kollektionen der Fashion Week Paris SS14 detailliert vorstellen.

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