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Neuer Fitness-Hype: Das Faszien-Training für einen straffen, jungen Körper

am 07.09.2015 um 16:49 Uhr

Wer sich mit Sport auskennt, dem könnte der Begriff „Faszien“ bekannt vorkommen, alle Anderen heben wohl nur fragend die Braue: Faszien – was? Faszien nennt man das menschliche kollagene Bindegewebe, das bisher nur bei Medizinern und Sport-Vollprofis für seine dem Körper gebende Form bekannt war. Nun treten die Faszien aber in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und sorgen gleich für allerlei Furore: Mit einem gezielten Faszien-Training soll man nun nämlich seine Sport-Routine regelrecht revolutionieren und seinen Körper straffen sowie verjüngen können. Was ist dran am neuen Boom? Erfahren Sie alles dazu hier und in unserer Bildergalerie.

Die Faszien kann man sich vorstellen wie eine Art elastisches Netz, das unsere Muskeln umspannt, sie schützt und für Halt sorgt. Ein gesundes, trainiertes Bindegewebe ist also fest und elastisch zugleich. Lange Zeit waren die Faszien von der Fitnessszene gänzlich unbeachtet, nun erleben sie einen regelrechten Boom.

Mit voller Spannung voraus: Die Faszien sind im Trend

Die Faszien haben tatsächlich einen großen Einfluss auf unseren Körper: Sie regulieren die Leistungsfähigkeit unserer Muskeln und sind maßgeblich für die Koordination und Propriozeption, also die Wahrnehmung von Bewegungen, verantwortlich. Sie sind außerdem wichtig für die Kraftübertragung beim Gewichtstraining und sorgen für geschmeidige, fließende Bewegungen.

Seit ein paar Monaten liegt das Faszien-Training nun voll im Trend, gefühlt sieht man in jeder Fitnessstudio-Ecke eine Faszien-Rolle liegen: Neu sind aber nicht unbedingt die speziellen Bewegungsabläufe, die Elemente aus Yoga und federnder Gymnastik vereinen, sondern vielmehr die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die erklären, dass es gerade eben jene Faszien sind, die die Basis unserer gesamten koordinativen Körperwahrnehmung bilden.

Muskeltraining ist out, Faszien-Training ist in? Natürlich findet gerade dann, wenn neue Sport-Methoden von der breiten Masse der Hobbysportler entdeckt werden, gerne eine Übertreibung statt. So liest man zum Beispiel häufig, dass das Faszien-Training das neue Krafttraining sein soll. Dies ist natürlich Quatsch: Das Faszien-Training ersetzt selbstverständlich nicht das herkömmliche Muskeltraining, sondern ist tatsächlich ‚nur‘ eine sinnvolle Ergänzung.

Wie können Sie denn nun die Faszien trainieren?

Unter dem Begriff Faszien-Training oder „Fascia Fitness“ gibt es mittlerweile eine ganze Bandbreite von Übungen: Meist werden federnde Bewegungen mit unterschiedlichen Dehnungen kombiniert sowie die „Faszienrolle“ in Beschlag genommen. Dabei handelt es sich um ein Trainingsgerät in Form einer Rolle, das es in verschiedenen Härtegraden gibt und auf denen man sich tatsächlich hin und her wälzt.

Übungsbeispiele:

#1 Sprungkraft: Stellen Sie sich hüftbreit auf und springen Sie eine Minute lang senkrecht nach oben, dann eine Minute lang von rechts nach links und anschließend eine letzte Minute in Form von Jumping Jacks (Hampelmänner). Versuchen Sie dabei so weich und federnd wie möglich zu landen – Sie werden sich wundern, wie lang und anstrengend sich plötzlich drei Minuten anfühlen können!

#2 Soft Tissue Stretching: Auch hier stehen Sie hüftbreit da, diesmal kommen Sie aber nicht ins Schwitzen, sondern ins Dehnen. Beugen Sie sich langsam nach vorne, lassen Sie den Rücken rund und wandern Sie mit den Händen zum Boden. Aus dieser mittleren Position wenden Sie sich nun federnd und sehr langsam nach rechts, dann ebenso langsam und federnd ganz nach links. Arbeiten Sie vorsichtig und bewusst, achten Sie auf softe Bewegungen.

#3 Fluid Refinement: Bei dieser Art des Faszien-Trainings geht es um fließende, geschmeidige Moves, also eher subtile Bewegungsimpulse. Öffnen Sie die Füße im Stehen hüftbreit und beugen Sie den Oberkörper nach vorne. Setzen Sie die Hände auf den Knien ab und verlagern Sie dann den Körperschwerpunkt nach rechts, indem Sie das linke Bein strecken und dann nach links, indem Sie das rechte Bein strecken. Führen Sie diese Übung mindestens eine Minute lang durch und arbeiten Sie konzentriert und gründlich.

#4 Fascia Release: Hier kommt nun endlich die Faszienrolle zum Einsatz. Sind Sie noch ein Faszien -Anfänger? Dann wählen Sie eine weiche Rolle. Sind Sie schon länger an Bord; dann können Sie zur klassischen Blackroll greifen. Legen Sie die ausgewählte Rolle nun unter Ihren oberen Rücken und schieben Sie sich liegend langsam von oben nach unten darüber. Ziehen Sie dabei den Bauchnabel ein und atmen Sie bewusst ein und aus. Diese Übung entspannt das Bindegewebe und sorgt dafür, dass Verhärtungen und Verklebungen in den Faszien gelöst werden, das Gewebe ist wieder besser hydriert und erhält einen regelrechten Frischekick.

Fazit?

Eine zauberhafte Verjüngungskur für einen straffen Traumkörper ist das Faszien-Training natürlich nicht. Aber die Ergebnisse sind dennoch beachtlich: Wenn Sie zusätzlich zu Ihrem regelmäßigen Fitnessprogramm nur zwei bis drei Mal pro Woche ein Faszien-Training von nur circa zehn Minuten absolvieren, dann können Sie Ihre Muskelregeneration beschleunigen sowie Ihre Leistungsfähigkeit und Koordination erheblich verbessern.

Impressionen zum Thema „Faszien-Training“ finden Sie nun hier in unserer Bildergalerie.

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