“Fifty Shades of Grey”: Der popularisierte Erotik-Bestseller bald im Kino

am 07.12.2012 um 17:27 Uhr

Eine Novelle über sexuelle Dominanz, Abhängigkeit, Bondage und SM-Praktiken stürmte in Windeseile sämtliche Bestsellerlisten und löste weltweit kontroverse Diskussionen aus. Die Verfilmung ist längst beschlossen, doch das Geheimnis um die Besetzung der heißbegehrten Rollen bleibt gehütet.

Das TIME Magazine erklärte E.L. James im Jahr 2012 zu einem der 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Und es ist nicht zu leugnen, dass keine andere Autorin als E.L James mit ihrem Buch “Fifty Shades of Grey” in diesem Jahr vielfältigste Reaktionen von harter Kritik bis hin zur Einberufung einer neuen Ära auslöste. Alle drei Werke der Trilogie – begonnen mit “Shades of Grey. Geheimes Verlangen: Band 1″ (amerik. Original: “Fifty Shades of Grey”), gefolgt von “Shades of Grey. Gefährliche Liebe: Band 2″ (amerik. Original: “Fifty Shades Darker”) und “Shades of Grey. Befreite Lust: Band 3″ (amerik. Original: “Fifty Shades of Freed”) – erzählen die pikante Liebes- und Leidensgeschichte von Anastasia Steel und Mr. Grey.

Alle Ingredienzien für einen typischen Erotik-Besteller sind zu finden: Die junge und sexuell unerfahrene Ana trifft durch einen Zufall auf den attraktiven, gebildeten und charmanten Jungunternehmer Mr. Grey. Der Millionär und die Studentin sind augenblicklich betört voneinander und schnell verstrickt sich Ana in ein Beziehungsgeflecht, dominiert von Kontrolle, sexuellen Experimenten und prickelnder Leidenschaft. Auf der einen Seite versucht die junge, selbstbewusste Frau die Person ihrer Obsession, “Dom” Grey, für wahre, zärtliche Liebe zu begeistern, auf der anderen Seite ist Ana kein naives Geschöpf, sondern entdeckt auch in sich eine Begierde nach Abenteuern, Bondage-Praktiken und sexueller Unterwerfung.

Popularisierung eines Erotik-Bestsellers

Von den Kritiken sämtlicher Feuilletons als “Sado-Maso-Porno” deklariert, ist anzumerken, dass in dem legendären “room of pain” des Christian Grey zwar sexuelle Hingabe fernab strenger, konservativer Fantasien zelebriert wird, aber weitaus weniger intensiv als von den Medien popularisiert. Es ist nicht die Brutalität, von der Christian Grey getrieben wird, sondern es ist das Bedürfnis nach Kontrolle, von dem er beherrscht wird. Bis zum ersten, erotischen Szenario vergehen über 100 Seiten und auch die vielfach zitierte Sequenz brutaler Sexualität entpuppt sich letztlich als Traum.

Die gesamte Trilogie von “Shades of Grey” erweist sich als ein klassisches Frauenbuch – gerne auch als “mommy-porn” betitelt: Schnörkellose Dialoge laden zum Verschlingen des 1.200-Seiten-Opus ein. Liebhaber avancierter Erzählkunst könnten sich mit einfacher Wortwahl und simplem Satzbau konfrontiert fühlen. Ein allerdings geschickter Kniff: Mr. Grey wird zu keinem Zeitpunkt visuell genauer beschrieben, ein gekonnter Schachzug, um die Figur Grey als Projektionsraum für jegliche Fantasien, subjektive Präferenzen und Wünsche der Leserinnen offen zu lassen. Doch mit der Verfilmung des zeitgenössischen Klassikers bekommt das Duo Ana und Grey ein Gesicht, deren Geheimnis noch gut gehütet scheint.

Das Geheimnis um die Besetzung

Zahlreiche Gerüchte um die begehrten Rollen kursieren: Es existiert sowohl ein inoffizieller Trailer mit Ryan Gosling als Christian Grey, als auch ein Trailer mit “White Collar”-Star Matt Bomer in der männlichen Hauptrolle im Duett mit Alexis Bledel, dem ehemaligen Teen aus “Gilmore Girls”.  Ebenso werden Mila Kunis (“Freunde mit gewissen Vorzügen”, “Black Swan”), Emma Watson (Harry Potter-Star & Modeikone) und Shailene Woodley (“The Descendants”) als potentielle Darstellerinnen von Ana diskutiert.

Angeblich soll der Film 2013 in die Kinos kommen und entgegen qualitativer Inspektionen literarischer Wertigkeit warten zahlreiche Frauen mit gespannter Neugier auf die Visualisierung von “Shades of Grey”: Eine Frau, die ohne jegliche Scheu und ohne schlechtes Gewissen ihre Sexualität lustvoll auslebt. Und ein Mann, der abgesehen von sexuellen SM-Neigungen, der perfekte Liebhaber ist und sich stundenlang dem weiblichen Körper und seiner grenzenlosen Begierde für eine Frau widmet. In jedem Fall ein Stoff, der auch visuell umgesetzt für Diskussionen sorgen wird.

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