Film

US-Regisseur Nichols: Gibt noch immer Rassismus

am 16.05.2016 um 17:31 Uhr

Cannes (dpa) – Der Regisseur Jeff Nichols (37) entdeckt in den USA noch immer Rassismus. Gerichte könnten mit Gesetzesänderungen nur bedingt etwas erreichen, sagte der US-Amerikaner am Montag beim Filmfest Cannes. “Es braucht immer lange, bis die Gesellschaft es auch richtig macht.”

Er verwies damit auf ein Urteil des Obersten US-Gerichtshofs von Ende der 1960er Jahre, das die Ehe zwischen Schwarzen und Weißen legalisierte – aber nicht in allen Bundesstaaten auch sofort umgesetzt wurde. 

“Ich bin überrascht, wie Menschen in manchen Staaten heute noch immer denken”, sagte Nichols. “Sie haben vor etwas Angst und drücken das dann in Gesetzen aus.”

Der US-Regisseur stellte im Wettbewerb sein Drama “Loving” vor, das auf wahren Begebenheiten beruht: Richard (Joel Edgerton) und Mildred (Ruth Negga) Loving wurden 1958 verurteilt, weil sie in Virginia miteinander verheiratet waren – er war Weißer, sie Schwarze. Fast zehn Jahre später bringen sie ihren Fall vor das oberste Gericht. “Ich hoffe, dass der Film die Menschen dazu bringt, an die Menschen im Zentrum von politischen Debatten zu denken.”

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