Filmfestspiele Venedig

72. Filmfestspiele in Venedig: Alle Highlights und Red-Carpet-Looks im Überblick

am 10.09.2015 um 16:43 Uhr

Das älteste Filmfestival der Welt wurde am 2. September 2015 zum 72. Mal eröffnet. Obwohl die Promi-Dichte bei diesem Event ohnehin sehr hoch ist, liest sich die diesjährige Gästeliste mit Namen wie Johnny Depp, Kristen Stewart, Anthony Hopkins, Eddie Redmayne und Tom Hooper für venezianische Verhältnisse besonders hochkarätig. Der Startschuss wurde schon beim Eröffnungsfilm „Everest“, einem Bergsteigerdrama mit Jake Gyllenhall, Jason Clarke und Keira Knightley, gegeben. Alle Infos zu den ersten Tagen des Filmfestivals in Venedig erfahren Sie hier und in unserer Bildergalerie .

Im Jahr 2013 war es „Gravity“, im letzten Jahr „Birdman“ und 2015 eröffnete „Everest“ als Film außer Konkurrenz die Internationalen Filmfestspiele in Venedig.

Der erste Tag

Los gingen die 72. Filmfestspiele am Lido in der wunderschönen Lagunenstadt unter anderem mit dem italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella und dem Bergsteigerdrama „Everest“. Der Eröffnungsfilm vom isländischen Regisseur Baltasar Kormákur lief außer Konkurrenz und erzählt die wahre Geschichte einer Gruppe von Bergsteigern, die in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai 1996 auf den höchsten Berg der Welt stiegen und damit in die Geschichte eingingen.

Als ein Gewittersturm die Waghalsigen auf dem Himalaja erwischt, sterben acht Bergsteiger aufgrund fehlender Rettungsmöglichkeiten qualvoll, sie ersticken, erfrieren oder stürzen ab. Ein überlebender Augenzeuge, der Journalist und Profibergsteiger Jon Krakauer, machte die Story später berühmt.

Für sein 3D-Drama engagierte Baltasar Kormákur einen beeindruckenden Cast: Neben Jake Gyllenhall und Keira Knightley sind unter anderem Jason Clarke, Josh Brolin, Emily Watson, Sam Worthington und Robin Wright zu sehen. Ab dem 17. September 2015 läuft der Film auch in den deutschen Kinos.

Die ersten Stars auf dem roten Teppich

Selbstverständlich war der Starauflauf bei einem solch hochkarätig besetzten Eröffnungsfilm schon am ersten Tag sehr hoch. Neben der kompletten Festival-Jury um den Romanschriftsteller Emmanuele Carrere, den Regisseuren Hou Hsiao-Hsien, Nuri Bilge Ceylan, Francesco Munzi, Pawel Pawlikowski und Lynne Ramsay sowie den Schauspielerinnen Elizabeth Banks und Diane Kruger und dem Jurypräsidenten Alfonso Cuarón, waren auch die Filmstars Jake Gyllenhall, Jason Clarke, Josh Brolin und Emily Watson mit von der Partie. Aber auch die italienischen Schauspielerinnen Elisa Sednaoui und Maria Grazia Cucinotta sowie die Französin Clotilde Corau, die Spanierin Paz Vega und Topmodel Alessandra Ambrosio ließen sich die Eröffnungszeremonie nicht entgehen.

Bei der Kleiderfrage waren sich die Damen am Eröffnungstag fast durchgängig einig und trugen helle Creme- und Weißnuancen mit funkelnden Strasssteinchen, aufwendigen Schleppen und Verzierungen. Diane Kruger trug Prada, Elizabeth Banks Dolce & Gabbana, Alessandra Ambrosio Philosophy und Paz Vega Ralph & Russo.

Etwas anders sah es dann beim Screening des Wettbewerbsfilms „Looking for Grace“, der australischen Regisseurin Sue Brook, aus: Die beiden Schauspielerinnen Radha Mitchell und Odessa Young entschieden sich jeweils für schwarze Roben von Marchesa und Dior.

Die Highlights vom Wochenende

Es schien das Wochenende der ganz großen Hollywood-Stars zu sein und sie kamen wirklich alle: Tilda Swinton, Dakota Johnson, Johnny Depp, Amber Heard, Kristen Stewart, Diane Kruger und viele mehr.

Für das größte Aufsehen sorgten an diesem Wochenende das Ehepaar Amber Heard und Johnny Depp. Seit Februar 2015 sind die beiden verheiratet, doch gemeinsame Auftritte sind sehr rar. Das letzte Mal sah man die beiden im April 2015 zusammen. Klar, dass da die Gerüchteküche bezüglich einer Trennung mächtig brodelte. Diese Gerüchte stellten die beiden turtelnd auf dem roten Teppich klar: Ob bei der Filmvorführungen von „Black Mess“, wo Depp neben „Sherlock Holmes“-Star Benedict Cumberbatch einen Gangster und gleichzeitig FBI-Informanten spielt oder bei „The Danish Girl“, wo Heard eine Rolle ergattert hat, das Paar hielt die ganze Zeit über verliebt Händchen und küsste sich vor den Kameras.

Die deutsche Schauspielerin Diane Kruger war diesmal nicht etwa in Venedig, um einen eigenen Film zu promoten, sondern als Jury-Mitglied vertreten. In einem roten Bandeau-Kleid von Hugo Boss machte sie mit Ehemann Joshua Jackson die Filmpremiere von „Black Mass“ unsicher. Die beiden turtelten vor den Kameras und machten dem Ehepaar Depp-Heard mächtig Konkurrenz.

Ebenfalls viel Wirbel verursachte Kristen Stewart, die zwar ohne ihre Freundin Alica Cargile zur Premiere von „Equals“ kam, aber dafür von ihrem Kollegen Nicholas Hoult, dem Ex-Freund von Schauspiel-Kollegin Jennifer Lawrence, begleitet wurde. Was die zahlreichen Fans am Rand des roten Teppichs besonders erfreute: Stewart, die sonst für ihre kühle Art bekannt ist, nahm sich an diesem Tag ausgesprochen viel Zeit für Autogramme, Selfies und Co. In ihrem metallischen, prunkvollen Kleid von Chanel, holografischen Pumps und mit ihren bordeauxroten Lippen war sie außerdem ein toller Blickfang.

Noch ein Highlight auf dem roten Teppich? Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton, die gekommen war, um ihre neue Rolle in „A Bigger Splash“ neben Matthias Schoenaerts und Dakota Johnson zu präsentieren. In dem Film bleibt Swinton diesmal weitestgehend stumm, obwohl sie die meiste Zeit über auf der Leinwand zu sehen ist. Warum? Weil sie in der Neuinterpretation des Kultfilms „Swimming Pool“ mit Romy Schneider aus dem Jahr 1969 eine Rockmusikerin spielt, die sich gerade von einer Stimmbandoperation erholt. Die „Sendepause“ hat Swinton selbst veranlasst und gab den Wunsch an Regisseur Luca Guadagninos weiter. Ihr sei zu dieser Zeit in ihrem Leben nicht nach sprechen zumute gewesen, verriet die Schauspielerin während der Filmfestspiele in Venedig.

Die Highlights der Woche

„Sangue del mio sangue“ (Blood of My Blood) hieß einer der eher kontrovers besprochenen Filme dieser Woche, Regie führte der Italiener Marco Bellocchio. Das Werk stellt zwei Erzählebenen gegeneinander auf – ein Religionsdrama und eine Gegenwartssatire – und wechselt dementsprechend oft die Tonarten. Erstere erzählt die Geschichte einer jungen Nonne namens Benedetta im barocken Konvent zu Bobbio: Die sündige Ordensschwester hatte eine Affäre mit ihrem Beichtvater, woraufhin sich der Priester aus Scham das Leben nimmt. Nun muss der Zwillingsbruder des Toten beweisen, dass Benedetta einen Pakt mit dem Teufel einging, der seinen Bruder das Leben kostete, sonst kann dieser nicht in heiligem Boden beerdigt werden – und die perfide Quälerei der jungen Frau beginnt. Die Gegenwartsgeschichte dreht sich, ganz konträr, im Grunde um den Ausverkauf Italiens an internationale Finanziers. „Ein unausgegorener Witz, der nicht an seine Pointe gelangt“, urteilte die Welt über den Film.

Hinreißende Hauptdarstellerinnen, urteilen wir! Die in Florenz geborene Alba Rohrwacher, die an der Seite von Tilda Swinton in „Io sono l’amore“ von Luca Guadagnino berühmt wurde, bezauberte uns nämlich mit ihrem Red-Carpet-Look und zeigte in einer tiefroten Robe von Valentino Couture, wie elegant Volants und Plissee sein können. Auch Film-Kollegin Lydia Liberman machte auf dem roten Teppich eine gute Figur und präsentierte sich, scheinbar vom gerade gedrehten Film inspiriert, in einer barockhaften Couture-Robe mit goldenem Brokat.

Der polnische Film „11 Minut“ von Jerzy Skolimowski und das amerikanische Werk „Anomalisa“ von Star-Regisseur Charlie Kaufman (Being John Malkovich) wurden hingegen durchweg wohlwollend und sehr positiv aufgenommen: Vor allem „Anomalisa“ erntete von allen Seiten Applaus. Der Low-Budget-Animationsfilm, der in Stop-Motion-Technologie aufgenommen wurde, startete übrigens ganz klein als Kickstarter-Kampagne im Netz: Eigentlich war das Stück nämlich als „Sound Play“ konzipiert, das von den drei Hollywood-Stars David Thewlis, Jennifer Jason Leigh und Tom Noonan auf der Bühne vorgetragen wurde. Beim Kinofilm sind alle drei immer noch an Bord und übrigens auch die einzigen drei Stimmen, die im gesamten Film zu hören sein werden.

Weitere Red Carpet Highlights der Woche: Die Moderatorin der Eröffnungs- und Abschluss-Zeremonie, Elisa Sednaoui, strahlte in Giorgio Armani Privé und ist unsere heimliche Anwärterin auf den Best-Dressed-Titel dieser 72. Filmfestspiele, elegant und doch modern! Auch unsere Lieblingsjurorin Diane Kruger war weiterhin stilsicher unterwegs und entschied sich für die Premiere von „11 Minut“ für eine floral-feminine Abendrobe von Oscar de la Renta.

Mehr Infos zu den Highlights vom 72. Filmfestival in Venedig sowie die schönsten Looks vom Red Carpet sehen Sie in unserer Bildergalerie.

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