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Und Tschüss: Fünf hilfreiche Tipps gegen Flugangst

am 10.07.2015 um 09:36 Uhr

Sommerzeit ist Reisezeit. Endlich haben wir die Möglichkeit, in die Sonne zu fliegen und unseren Urlaub auch an exotischen Plätzen der Welt so richtig zu genießen. Was ist aber, wenn einem schon beim Anblick eines Flugzeugs mulmig zu Mute wird? Immer mehr Menschen haben Angst vorm Fliegen und beschränken ihre Reisen deshalb auf leicht erreichbare Nachbarländer. Manche können sogar nur noch mit Hilfe von Beruhigungstabletten ins Flugzeug steigen. Aber muss das wirklich sein? Erfahren Sie hier und in unserer Bildergalerie , wie Sie mit diesen fünf einfachen Tricks Ihre akute Flugangst in den Griff bekommen können.

„Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen“, sang einst der berühmte Chansonier Reinhard Mey. Dabei dachte er wohl nicht an diejenigen, die über den Wolken nicht an Freude, sondern an Unwohlsein, Herzrasen und Schweiß-Attacken leiden. Angeblich haben übrigens 10 bis 15 Prozent der Deutschen große Angst vor dem Fliegen, weitere 15 Prozent fühlen sich über den Wolken unwohl und angespannt. Das bedeutet: Sie sind nicht alleine!

Blicken Sie der Angst ins Auge

Wie so oft im Leben, wäre ein strenges Vermeiden des Fliegens genau die falsche Strategie, um der Angst zu entgehen. In den volkstümlichen Sprichwörtern wie „Blicken Sie der Angst ins Auge!“ steckt eben nicht umsonst ein gutes Stück Wahrheit. Angsteinflößende Situationen beim Fliegen, vor allem, wenn man am eigenen Leib schon einmal starke Turbulenzen erfahren hat, wirken aus der Ferne noch bedrohlicher. Wir bauschen Sie so lange auf, bis sie zu etwas lebensbedrohlichem heranwachsen. Lassen Sie sich nicht auf dieses Gedanken-Karussell ein, das Ihnen suggeriert, von nun an werde jeder Flug auch ebenso von Turbulenzen geschüttelt werden. Denn das ist sicher nicht der Fall. Setzen Sie sich nicht ins Flugzeug und beschwören Sie das Schlimmste, Negative herauf, sondern versuchen Sie positiv zu sein. Dann ist der Gipfel der Angst beim übernächsten Mal gleich nur noch halb so hoch.

Natürlich ist das alles leichter gesagt, als getan: Der Stress, die Schweißausbrüche und das unwohle Gefühl bleiben. Mit den folgenden fünf Tipps sind Sie beim nächsten Flug vielleicht nicht gleich tiefenentspannt, eine moderate Angst lässt sich damit jedoch in den Griff bekommen.

Aber: Die Tipps helfen selbstverständlich nicht, wenn Sie bereits unter einer ausgeprägten Aviophobie leiden. Wenn der Langstreckenflug zu einer unendlichen Qual wird und Sie lieber den Familienfrieden oder Ihre Karriere riskieren, als freiwillig nur einen Fuß ins Flugzeug zu setzen, dann müssen Sie unbedingt professionelle Hilfe aufsuchen. Auch hier sind die Chancen auf Heilung übrigens gut: Eine Konfrontationstherapie unter Anleitung von Experten im Rahmen eines Flug-Seminars hilft fast allen an Aviophobie Leidenden.

1. Buchen Sie den richtigen Platz

Ja, es gibt ihn, den Platz, der Menschen mit Flugangst zu einem ruhigeren Flug verhilft. Die ‚ruhigsten‘ Sitzplätze im ganzen Flugzeug befinden sich nämlich unmittelbar über den Tragflächen: Dort sind die Bewegungen des Flugzeugs am geringsten zu spüren. Sind die Plätze direkt über den Tragflächen schon besetzt, weichen Sie in den ruhigeren, vorderen Teil der Maschine aus. Meiden sollten Sie die Sitzplätze im letzten Drittel des Flugzeugs, im speziellen die letzten beiden Reihen – dies sind die unruhigsten Plätze mit hohem Wackel-Potential.

2. Bereiten Sie sich vor

Vielleicht klingt dies blöd, aber erlauben Sie Ihrem Körper, bequem zu reisen. Sie werden während des Flugs auf jeden Fall angespannt sein, schwitzen und frieren. Machen Sie es sich selbst also nicht noch schwerer, indem Sie hautenge High-Waisted-Jeans und ein Korsett tragen, sondern wählen Sie atmungsaktive, bequeme Stoffe mit Komfort-Potential, die Sie in einen cleveren Lagen-Look verpacken. So können Sie bei einer aufgeregten Hitzewallung oder einem nervösen Frösteln schnell reagieren.

Bereiten Sie sich nicht nur körperlich, sondern auch mental vor: Wissen ist Macht und manchmal hat man die größte Angst vor Dingen, über die man wenig weiß. Denn eigentlich ist Fliegen die bei Weitem sicherste Reiseart überhaupt.

Ein kleiner Fakten-Vergleich für Sie: Im Jahr 2008 gab es 0,13 Todesopfer pro eine Million Passagiere, dies bei insgesamt 109 Unfällen. Somit kommt es statistisch gesehen nur auf jedem 1,2 Millionsten Flug zu einem Unfall. Was heißt das? Im Verhältnis zu den transportierten Personen kommen nur 0,000024 Prozent aller Passagiere bei einem Flugzeugabsturz ums Leben, das entspricht in etwa jedem viermillionstem Passagier. Wenn Ihnen die Stewardess also versichert, dass Ihnen so gut wie nichts passieren kann, dann sagt sie das nicht nur, um Sie zu beruhigen, sondern weil es schlichtweg die Wahrheit ist.

3. Weihen Sie Personen ein

Auch wenn es Ihnen eventuell unangenehm ist, vor anderen die eigene Angst einzugestehen: Informieren Sie trotzdem eine Flugbegleiter/-in oder den Sitznachbarn über Ihre Flugangst, anstatt es einfach im Stillen auszuhalten. Eingeweihte Personen können Sie ablenken und Sie beruhigen, außerdem fällt der zusätzliche Stress, die eigene Nervosität verstecken zu müssen, einfach weg.

4. Atmen Sie richtig

Sie würden sich wundern, wie viel an beruhigender Kraft tatsächlich in der richtigen Atemtechnik steckt! Wenn Sie merken, dass Sie während einer Turbulenz verkrampfen oder in Panik geraten – hören Sie auf keinen Fall auf zu atmen und verfallen Sie nicht in eine panische Schnappatmung. Konzentrieren Sie sich auf Ihr Zwerchfell, atmen Sie tief in Ihren Bauch hinein und dann doppelt so lang wieder aus. Setzen Sie sich gerade hin und stellen Sie beide Beine senkrecht auf den Boden. Diese ‚Erdung‘ wird das beruhigende Gefühl der Atemtechnik noch zusätzlich unterstützen.

5. Stoppen Sie das negatives Gedankenkarussell und lenken Sie sich aktiv ab

Kommen da etwa Wolken auf? Wolken bedeuten Regen, Regen bedeutet Gewitter, Gewitter bedeutet Turbulenzen und so weiter und so fort. Halten Sie gedanklich ein und stoppen Sie dieses negative Angst-Karussell am besten, bevor es ins Rotieren kommt. Atmen Sie stattdessen tief durch und versuchen Sie sich abzulenken: Was immer auch auf Sie eine entspannende Wirkung hat – Musik, Filme, Bücher – nehmen Sie es mit an Bord. Den idealen Dreiklang ‚Ablenkung – Konzentration – Entspannung‘ bietet übrigens laut der Autorin Katja Schnitzler, die sich eingehend mit Flugangst beschäftigt hat – das Hörbuch! Vielleicht ein Grund mehr, sich vermehrt dem hörbaren Buch zu widmen.

6. Alkohol macht es auch nicht besser, aber Pralinen schon

Selbst wenn Ihnen die Angst so richtig auf den Magen schlägt und Sie eigentlich gar keinen Appetit haben, sollten Sie zumindest eine Kleinigkeit essen. Wenn Sie dabei die Finger von dem Bordmenü lassen wollen, ist das verständlich. Packen Sie sich stattdessen zum Beispiel Ihre Lieblingspralinen ins Handgepäck, am besten mit einem hohen Kakao-Anteil. Die süße Leckerei verhindert einen niedrigen Blutzuckerspiegel, der das Reisen noch unangenehmer machen würde und aktiviert gleichzeitig Glücksgefühle in unserem Gehirn. Echter Kakao sorgt nämlich bekanntlich für einen Serotonin-Regen in unserem Organismus – da wird die Flugangst kurz zur Nebensache.

Die Flugangst mit Alkohol bekämpfen zu wollen, ist natürlich genau der falsche Ansatz: Oftmals verstärkt dieser nämlich nur die Stimmung in der wir uns befinden und am Ende wird Ihnen auch noch übel – nein, danke!

Impressionen zum Thema Flugangst finden Sie nun hier in unserer Bildergalerie.

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