Social Media

Social-Media-Phänomen: Haben Sie FOMO – Die Angst, etwas zu verpassen?

am 24.11.2015 um 16:12 Uhr

Sie scrollen Ihren Instagram-, Twitter- oder Facebook-Feed durch und sehen Posts von Bloggern aus der Front Row der Fashion Weeks, Freunden, die auf ein spektakuläres New-York-Panorama blicken, Bekannten, die gerade das neueste In-Lokal testen oder einen Urlaubsgruß aus Bali senden? In den sozialen Netzwerken passiert 24/7 etwas und alle scheinen ein viel spannenderes Leben zu führen als man selbst, das jenseits der Couch oder dem Büro stattfindet. Das Resultat: Unbehagen. Wir verraten Ihnen hier und in der Bildergalerie , dass dieses Gefühl einen Namen trägt und was Sie dagegen tun können.

Wenn der ständige Blick aufs Smartphone zu einer Sucht wird und der Anblick des Feeds ein ungutes Gefühl in Ihnen auslöst, dann könnten Sie die erste Social-Media-Krankheit haben: FOMO, die Abkürzung für die englische Bezeichnung „fear of missing out“, was die Angst beschreibt, etwas zu verpassen.

Diagnose: FOMO (fear of missing out)

Neu ist die Cyber-Krankheit allerdings nicht ganz, denn sie findet ihren Ursprung offline. Auch schon lange vor sämtlichen Social-Media-Kanälen war das Gefühl bekannt und Gruppenzugehörigkeit gilt seit jeher als ein menschliches Bedürfnis. Früher lösten Erzählungen, Urlaubsfotos und Co. hier das ungute Gefühl aus. Der Name FOMO sowie die Omnipräsenz sind ein Resultat der Neuzeit. Denn die sozialen Plattformen bieten dem Unbehagen einen neugeschaffenen Nährboden: Hier ist es möglich, sich rund um die Uhr mitzuteilen und Erlebnisse in Echtzeit zu veranschaulichen. Dies wirkt wie ein Booster für FOMO und bestärkt den persönlichen Eindruck, ein nicht so tolles Leben wie alle anderen zu führen.

Checkliste: Haben Sie FOMO?

Wenn Sie testen möchten, ob Sie anfällig für FOMO sind, dann können Sie ganz einfach die folgende Checkliste durchgehen. Erkennen Sie sich in den Punkten wieder, ist die Wahrscheinlichkeit groß. Und damit wären Sie nicht allein. Denn rund die Hälfte aller Social-Media-Nutzer gibt an, besorgt zu sein, dass sie etwas Spannendes verpassen.

Selbstzweifel: Die Erlebnisse anderer beeinflussen Ihren Gemütszustand und verunsichern Sie. Schnell fängt das Kopfkino an, das Gedanken wie „hätte ich mich nicht doch lieber zu der Party überreden sollen, dann hätte ich vermutlich mehr Spaß“ in den Raum wirft.

Konkurrenzdruck: Wenn Sie selbst etwas unternehmen, vergehen nur wenige Minuten und schon weiß es die ganze Welt. Sie haben das dringende Bedürfnis, Ihre Erlebnisse sofort und ständig mit anderen online zu teilen und es ihren Mitmenschen auf die Nase zu binden, in der Hoffnung dafür jede Menge „likes“ zu ernten und Bestätigung zu finden.

Stress: Die Furcht davor, falsche Entscheidungen über seine Lebenszeit zu treffen, löst eine innerliche Unruhe und Unausgeglichenheit aus. Dazu kommt eine Nervosität, wenn man nicht weiß, was die Freunde und Bekannten gerade machen.

5 Tipps: Das hilft gegen FOMO

Wenn Sie bemerken sollten, dass Sie unter FOMO leiden und dagegen etwas unternehmen möchten, helfen diese 5 Tipps:

1. Reflektieren Sie Ihr Medienverhaltung genau: Wie oft hängen Sie tatsächlich an Smartphone und Co.? Informieren Sie sich über Neuigkeiten oder lenken Sie sich sinnlos ab und ertappen Sie sich in bestimmten Konsum-Situationen?

2. Reduzieren Sie die Nutzung: Sie müssen ja nicht gleich Ihr Handy ausschalten. Es reicht, wenn Sie die Notifications abstellen und nicht 24/7 darüber informiert werden, was Ihre Freunde und Bekannte so treiben.

3. Finden Sie die Ursache für Ihre FOMO: Ist es Langeweile oder Einsamkeit? Tun Sie etwas dagegen und sorgen Sie für innere Ausgeglichenheit, zum Beispiel durch Sport.

4. Identifizieren Sie Ihre eigenen Bedürfnisse: Nur weil gerade alle auf diese eine Party gehen, heißt das noch lange nicht, dass Sie da auch Spaß hätten. Wenn Sie nicht auf Partys stehen, haben Sie vielleicht andere Interessen? Leben Sie diese aus.

5. Lassen Sie sich inspirieren und nehmen Sie den Druck raus, genau das im selben Moment erleben zu wollen. Wenn Sie beispielsweise ein Bild aus New York sehen, planen Sie eine Reise dorthin anstatt den anderen darum zu beneiden.

Fazit: Auch wenn FOMO kein medizinisches Krankheitsbild ist, so stellt es in der Gesellschaft ein gegenwärtiges Problem dar. Die zwanghafte Sorge von sozialer Interaktion sowie die Angst, etwas Wichtiges zu verpassen, kann bei Betroffenen ein Unwohlsein auslösen. Soziale Netzwerke bestätigen und fördern dieses Gefühl, sodass Betroffene ihr Nutzungsverhalten reflektieren und hinterfragen sollten. Wer es schafft, dem Druck standzuhalten und Erwartungen nicht nachgeben zu müssen, kann mit einer Gelassenheit darauf blicken.

Erfahren Sie in der Fotoshow mehr über FOMO (fear of missing out), die Angst, etwas zu verpassen, die in sozialen Netzwerken kursiert .

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