Label to watch: LACOSTE und die Geschichte sportlicher Eleganz

am 19.10.2013 um 13:46 Uhr

Ein Krokodil begibt sich auf die Reise. So könnte sie beginnen, die Fashion-Geschichte des französischen Kult-Labels LACOSTE, das seit Beginn der 30er Jahre nicht nur Sportbegeisterte, sondern auch Liebhaber des zeitlosen Stils mit seinem Klassiker, dem Polohemd, fasziniert. Doch dass Lacoste mehr ist als sein Zugpferd Polohemd, ist etwas, wovon wir Sie heute überzeugen wollen.

Was die Speedy für Louis Vuitton, das Bandage-Kleid für Hervé Léger und der Trenchcoat für Burberry, war und bleibt das Polohemd für LACOSTE. Ein Signature-Piece, das nicht nur durch das typische kleine Krokodil unverkennbar ist, sondern auch durch sein ganz spezielles Material: petit piqué. Ein federleichtes und in seiner Struktur unverwechselbares Fabrikat, das die einzigartige Persönlichkeit des Labels unterstreicht.

Die Geschichte vom Krokodil

Bevor der Franzose René Lacoste mit seinem Krokodil und seinen Polohemden die Welt eroberte, eroberte er die Tennisplätze eben dieser und räumte einen Pokal nach dem anderen ab. So gingen zum Beispiel die Siege der French Open in den Jahren 1925, 1927 und 1929 auf seine Kappe. Doch bereits im Jahre 1923 beginnt die Geschichte des Krokodils: Mit dem Kapitän des Davis-Cup-Teams wettete Lacoste um einen Koffer aus Krokodilleder, den er bekommen sollte, wenn er es schaffen würde, ein wichtiges Spiel zu gewinnen. Wie es nun mal so spielt, bekam die Presse Wind davon, druckte die Geschichte und bezeichnete Lacoste als „Krokodil“.

Ein Spitzname, der sich wie ein Lauffeuer verbreitete, vor allem, weil er unglaublich gut ins Bild seiner sportlichen Hartnäckigkeit passte. Durch einen Freund bekam dieses Krokodil auch bald eine symbolische Gestalt, die kurz darauf auf einen Blazer gestickt wurde, den Lacoste fortan auf dem Platz trug.

Es war einmal…

Hartnäckigkeit zeigte Lacoste auch bei einem Projekt abseits des Tennisplatzes. Denn im Jahr 1933 begann er die Zusammenarbeit mit dem Besitzer von Frankreichs größter Strickwaren-Fabrik mit dem Ziel, das Krokodil auf eine große textile Reise zu schicken: das weiße LACOSTE-Polohemd war geboren und ging in Produktion. Schon kurz danach wurde das Polohemd zu einem stetigen Begleiter in sportlichen Angelegenheiten, bevor es ab 1951 in einer breiteren Farbpalette auch zum zentralen Kleidungsstück des sogenannten „Preppy-Stils“ wurde. Das Polohemd eroberte den Kleiderschrank, nicht nur von sportlichen Männern, sondern auch von modebewussten Herren und selbstbewussten Damen.

Vom Tennisplatz auf den Laufsteg

Nachdem René Lacoste, der im Jahr 1996 verstarb, den Erfolg seines gleichnamigen Labels um die Welt getragen hatte, war es zu Beginn des neuen Jahrtausends an der Zeit für die erste große Fashion-Show im Jahr 2003 unter der Leitung des neuen Chef-Designers Christophe Lemaire, der zuvor auch schon bei YSL arbeitete. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde auch dem breiten Fashion-Publikum klar, dass LACOSTE nicht nur für Sportlichkeit steht, sondern auch für zeitlose und cleane Eleganz. LACOSTE hatte sich zu einem einzigartigen Lifestyle-Brand entwickelt, mit einer Produktpalette, die weit über das Polohemd hinausging.

Mit Reminiszenz an einen Look der 30er und 40er Jahre und einem unverkennbaren französischen Stil-Einfluss zeigte sich LACOSTE zum Beispiel mit seiner Herbst/Winter-Kollektion 2002/2003 in Paris – auf einem Laufsteg, der einem Tennisplatz glich.

Just in: Lacoste – Gegenwart und Zukunft

Seit September 2010 hat der Portugiese Felipe Oliveira Baptista das kreative Sagen im Hause LACOSTE, das bei dem 38-Jährigen für Folgendes steht: „Energie, Innovation, Vitalität, Chic und natürlich Sportswear, Farbe und Lebensfreude.“ Eigenschaften, die sich zu hundert Prozent in seinen Kreationen wiederfinden.

Die Kollektion für Herbst/Winter 2013/2014 trägt zum Beispiel stark futuristische Züge, die in ihren Grundmauern aber dem Altbewährten treu bleiben, denn im Zentrum der Kollektion steht das LACOSTE-Urmaterial „petit piqué“. Weiterentwickelt und andersartig erscheinend durch neue Thermo-Verfahren in Kombination mit Milano, Leder oder Jersey. Dazu Kreationen in kastig anmutenden Oversize-Schnitten, die mit farblichen Kontrasten und raffiniert eingesetzten Streifen spielen.

Ganz anders mutet dagegen die Kollektion für Frühjahr/Sommer 2014 an: Auf der New York Fashion Week sahen wir die Zukunftsvisionen von LACOSTE in einer Form, die weniger experimentell, dafür ganz dem Minimalismus versprochen schien. Cleane Schnitte und gedeckte Farben, die nur wenig mit Kontrasten oder geschweige denn dem Einsatz von Mustern spielten. Der Kontrast zwischen Weiß und Transparenz sorgte hingegen für eine kleine Reminiszenz an den ursprünglichen Tennisplatz und zeigte gleichzeitig – im Zusammenspiel mit anderen Farben – eine unverwechselbare Femininität des Labels.

Falls Sie jetzt neugierig sind und diese feminine Seite von LACOSTE  entdecken wollen, werfen Sie einen Blick in unsere Bildergalerie, in der wir außerdem drei Looks um drei LACOSTE-Pieces für Sie zusammengestellt haben.

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