Food-Trend

Essen aus dem 3D-Drucker: Neben Make-up und Co. soll es bald auch Print-Mahlzeiten geben

am 18.06.2015 um 17:17 Uhr

Zum Alltag im Büro gehört ein Drucker schon seit langem selbstverständlich dazu, schließlich wollen Unterlagen und Co. schnell griffbereit sein. Doch die moderne Technik ist schon längst einen Schritt weiter: Seit einigen Jahren feiern 3D-Drucker in Bereichen wie der Verpackungsindustrie, dem Maschinenbau, der Medizin und sogar der Kosmetikbranche ihren Siegeszug. Und als ob das nicht schon innovativ und aufregend genug wäre, setzen Visionäre jetzt noch einen drauf: In baldiger Zukunft soll es auch Lebensmittel als Print-Versionen geben. Wie das aussehen soll und wohin dieser Druck-Trend führen kann, lesen Sie hier und in der Fotoshow .

Keine Lebensmittel zu Hause? Keine Lust auf Lieferservice-Mahlzeiten? Dann werfen Sie doch künftig einfach den Drucker an! Denn aus diesem sollen per Knopfdruck bald nicht nur Papiere, sondern tatsächlich auch essbare Produkte herauskommen.

Lebensmittel als Druck-Varianten?

Gedruckte Speisen hören sich für Sie nicht gerade lecker an? Verständlich. Doch das Konzept mit natürlichen Zutaten in den Druckerpatronen ist schon auf dem besten Wege, marktreif zu werden: Der Pasta-Produzent „Barilla“ experimentiert zum Beispiel schon seit einiger Zeit mit einem 3D-Drucker für Nudeln und hat jetzt auf der „Future Food Expo“ in Mailand den ersten Pasta-Drucker vorgestellt, mit dem Nudeln auch in den kompliziertesten Formen vielfach produziert werden können. Noch ist der Prototyp für die tatsächliche Produktion zu unausgereift, der Grundstein ist jedoch gesetzt. Nicht nur industriell, auch in den eigenen vier Wänden könnte man sich so in Zukunft einiges an Einkauf- und Kochaufwand ersparen und seine Mahlzeiten einfach ausdrucken. Die Frage ist nur: Will man das?

Neue Ausdrucksformen: 3D-Prints von Make-up und Co.

Bereits im vergangenen Jahr wurde speziell für uns Frauen ein höchst interessantes Produkt entwickelt, über das wir bereits berichteten: Der Make-up-Drucker „Mink“, erfunden von der Harvard-Absolventin Grace Choi. Patronen mit Rohmaterialien und einer breiten Auswahl an Farben sollen so eine individuelle, auf eigene Wünsche abgestimmte Herstellung von Kosmetikprodukten ermöglichen. Wie das aussieht, wissen wir ab Mitte September dieses Jahres: Dann ist der „Mink“-Drucker für umgerechnet ca. 240 Euro limitiert erhältlich.

In der Medizin und im technischen Bereich hat sich die 3D-Printtechnik schon längst etabliert: 3D-Modelle von Organen helfen Ärzten beispielsweise bei gezielten Behandlungen, während gewisse Kunststoffprodukte und Prototypen, beispielsweise von Verpackungen, in der Industrie bereits seriell ausgedruckt und zur Weiterverarbeitung verwendet werden können.

3D-Druck für zu Hause

Sie wollen sich bereits jetzt selbst etwas dreidimensional ausdrucken? Kein Problem! 3D-Drucker sind mittlerweile auch für den privaten Gebrauch erhältlich. Die Preise beginnen bei rund 400 Euro, nach oben hin ist das finanzielle Feld natürlich offen. Hergestellt werden können mit den Geräten natürlich keine hochkomplexen Produkte, sondern vor allem einfache Gegenstände wie Spielzeug, Modelle oder Schmuckteile. Mit der Einführung des 3D-Drucks für Privatpersonen haben sich jedoch auch schon die ersten Schattenseiten gezeigt: Im Oktober 2014 wurde ein Japaner zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem er sich eine einsatzfähige Waffe kurzerhand ausgedruckt hatte.

Und die Moral von der Geschicht?

Zwischen dem, was bereits mit der 3D-Drucktechnik möglich ist und dem, was in Zukunft noch dazukommen soll, stellt sich die Frage: Wo soll das noch hinführen? Im Rahmen von wissenschaftlichen Innovationen ist die Technik sicherlich ein positiver Prozess, der zu schnelleren und anschaulicheren Ergebnissen führen kann. Doch was ist mit dem Privatgebrauch?

Müssen wir Kinder-Spielsachen, Make-up und sogar Essen wirklich per Knopfdruck maschinell zu Hause herstellen? Ehe die eigenen vier Wände nicht mal mehr zum „normalen“ Einkaufen verlassen werden, welches durch das Online-Shopping ja eh schon eingeschränkt wurde, sollte man den universellen Einsatz des 3D-Drucks für die Zukunft sicher noch einmal überdenken. Und nicht nur das: Auch die Materialkosten dürften für solche individuellen Produkte viel höher ausfallen, schließlich müssen auch hier die Patronen entsprechend aufgefüllt werden. Zuletzt sollte auch die Gefahr bedacht werden, die durch den Missbrauch der 3D-Drucktechnik entstehen kann und ja auch bereits konnte. Ob und wie sich das Ganze als Mainstream-Trend erweist, bleibt abzuwarten.

In unserer Fotoshow haben wir für Sie die wichtigsten Fakten zu Essen und Co. aus dem 3D-Drucker nochmal zusammengefasst.

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