Glutenfreie Kosmetik: Warum sich diese Beauty-Produkte auch für Nicht-Allergiker lohnen

am 19.11.2014 um 15:25 Uhr

Wer unter einer Glutenunverträglichkeit, im Fachjargon Zöliakie genannt, leidet, muss nicht nur genau auf seine Ernährung achten und beispielsweise Pasta, Pizza und Brot vermeiden, auch in vielen Kosmetik-Produkten verbergen sich jene Inhaltsstoffe, die die Allergie auslösen könnten. Aber auch für Frauen, die eine sehr empfindliche Haut haben, scheinen die Schönmacher mit „glutenfreiem“ Siegel einen Mehrwert zu haben. Erfahren Sie hier und in unserer Bildergalerie alles über den glutenfreien Trend und was er wirklich bringt.

In Amerika ist es seit einiger Zeit angesagt, sämtliche Produkte, seien es Lebensmittel oder Kosmetik, möglichst „gluten-free“ herzustellen und damit in Kampagnen zu werben. Stars wie Gwyneth Paltrow haben sich längst dazu bekannt, jenes Gluten komplett verbannt zu haben und schwören auf glutenfreie Diäten, um rank und schlank zu sein. Selbst die Hochzeitstorte von Chelsea Clinton, der Tochter des ehemaligen US-Präsidenten, war glutenfrei, obwohl diese nicht unter einer Unverträglichkeit leidet. Glutenfrei ist zu einem absoluten Trend geworden und auch hierzulande ist der Hype erkennbar: In üblichen Supermärkten findet man mittlerweile eine große Auswahl an glutenfreien Lebensmitteln. Kein Wunder also, dass die Kosmetik-Branche da nicht lange auf sich warten lässt. Doch ist der Klebereiweiß, das Gluten, wirklich so zu verteufeln, wie es die Industrie gerade vorgibt oder ist es nur ein effekthaschender Werbetrick? Dieser Frage gehen wir im Folgenden nach.

Gut zu wissen: Was genau ist Gluten eigentlich?

Die Zöliakie, also die Glutenunverträglichkeit, macht sich bemerkbar über eine Überempfindlichkeit der Dünndarmschleimhaut, die durch das Gluten ausgelöst wird. Bis lang gibt es keine Medikamente gegen diese chronische Erkrankung und Betroffenen bleibt nichts anderes übrig, als jenes Gluten im Alltag zu umgehen. Dass das manchmal gar nicht so einfach ist, dürfte ein Blick auf die Zutatenliste von Brot, Gebäck, Kuchen, Pasta oder Pizza beweisen, denn dort wird das Gluten eingesetzt, um den Teig locker werden zu lassen. Auch viele Fertigprodukte sowie Eiscreme enthalten Gluten, da es dort als Bindemittel fungiert. Die Auswahl an „normalen“ Lebensmitteln ist daher nicht gerade groß. Für Gesunde ist das Gluten allerdings unbedenklich und nur etwa ein Prozent der Bevölkerung ist tatsächlich allergisch dagegen.

Darum könnte sich „glutenfrei“ trotzdem lohnen

Und dennoch ist der Hype um glutenfreie Produkte nicht ganz unberechtigt. Denn ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich in jedem Fall immer: Weizenkleie-Extrakt, Weizenprotein und Weizenkeimöl befinden sich nämlich nicht selten auch in unseren Beauty-Produkten wie Haar-Shampoo, Body-Lotion oder Lippenbalsam. Dort können Sie die Haut reizen, irritieren und zu Ausschlägen, Juckreiz und Schwellungen führen und das nicht nur bei Allergikern. Wer also eine sehr empfindliche Haut hat, für den könnten glutenfreie Produkte die Lösung sein. Ob es wirklich am Gluten liegt, das müssen Gesunde selbst testen und verschiedene Produkte dafür ausprobieren. Es kann eine Ursache sein, muss es aber nicht. Anders als in den USA und in Deutschland bei den glutenfreien Lebensmitteln, sind die Beauty-Produkte ohne Gluten noch nicht mit einer durchgestrichenen Ähre, dem einheitlichen Label, gegenzeichnet. Wer darauf achten möchte, sollte daher bei den enthaltenen Inhaltsstoffen verstärkt nach den lateinischen Namen für Weizen (Triticum aestivum), Roggen (Secale Cereale), Gerste (Hordeum vulgare), Dinkel (Triticum Spelta) oder Hafer (Avena Strigosa) achten und diese umgehen.

Wem das zu aufwändig ist, für den haben wir in unserer Bildergalerie eine Auswahl an alltäglichen Beauty-Produkten zusammengestellt, die garantiert glutenfrei sind .

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