GNTM: Wolfgang Joop erklärt seine Teilnahme als Juror

am 16.01.2014 um 14:34 Uhr

Wenn die Teilnahme in der Jury einer erfolgreichen TV-Show lockt, gehen frühere Ansichten darüber auch gerne mal über Bord. Zuerst überraschte Castingshow-Kritikerin Marianne Rosenberg mit ihrer Teilnahme an DSDS, dann Wolfgang Joop mit seiner an “Germany’s Next Topmodel”. Hatten beide doch noch zuvor über “Menschenverachtung” und ähnliches in Castingformaten gejammert. Drei Wochen vor dem Start der Klum’schen Modelsuche äußert sich Joop nun in der “TV Movie” über seine Gründe, jetzt doch mitzumachen.

“Sehe hier die Chance einer großen Schulung”

Kritik an einer “Topmodel”-Suche im TV? Nicht mit Wolfgang Joop. Der 69-jährige Designer hat sich seit seinem Engagement offensichtlich für das Format erwärmt. “Hier habe ich das ganz anders begriffen”, erklärt er. “Ich sehe hier die Chance einer großen Schulung, einer Perfektionierung, die wir lange begleiten. Den Mädchen macht es Spaß, auch wenn es mal schief geht.”

Mit seiner Kritik habe er damals auch auf seine eigenen Model-Castings abgezielt: “Die Mädchen hängen da rum, wurden bei anderen Castings aussortiert. Da gibt es keine Erklärung, keine Worte wie sie hier fallen. Wenn ich sehe, was das für die Mädchen bedeutet, nur einmal kurz angesehen und dann wieder weggeschickt zu werden – das ist oft schmerzhaft.”

“Hungern hilft überhaupt nicht”

Kritikern, die dem Format vorwerfen, ein falsches Bild von Schönheit zu vermitteln und Essstörungen zu fördern, entgegnet er: “Die meisten Leute haben keine Essstörung, sie essen falsch. Alles ist voller Zucker, man braucht heute ja fast einen Wissenschaftler an seiner Seite, der einem sagt, was da alles drinnen ist,” so Joop. “Wer sich richtig ernährt, Sport macht und sich bewegt, wird nicht fett. Hungern hilft überhaupt nicht. Das macht nur eine fahle Haut, eine schlappe Ausstrahlung. So ein Model wird auch nicht gebucht.”

Klum suche “ein bisschen nach einer Nachfolgerin”

Bei “Germany’s Next Topmodel” bringe er einen “neuen Blick” in die Juryrunde. “Heidi Klum sucht ein bisschen nach einer Nachfolgerin”, denkt er. “Aber ich stelle mir die Frage, wer könnte in Paris laufen, ohne unangenehm aufzufallen?” Ob er bei den Kandidatinnen jemanden gefunden hat, der dieses Kriterium erfüllt, lässt er aber offen.

Von den Models erwarte er “gutes Benehmen, Sprachen und vor allem die Fähigkeit sich wandeln zu wollen.” Zudem sollten sie “neugierig sein, sich stets neu inszenieren zu lassen.” Wer dagegen mit “aufgespritzten Lippen, gepiercter Nase und hochgeschraubten Brüsten kommt”, sei ganz schnell raus. “Wir suchen High-Fashion-Girls.”

Auch zu den “Challenges”, denen sich die Mädchen stellen müssen, hat Joop eine klare Meinung. “Sie sind spannend. Ein bisschen Action, ein bisschen Mutprobe, ein bisschen Sport”, erklärt er. “Mit dem klassischen Laufsteg hat das Ganze aber wenig zu tun. Es ist auch eine Fernsehshow.”

Leitfigur statt Model

Und natürlich ist Joop auch voll des Lobes über Model-Mama Heidi Klum, hebt ihre Professionalität und ihren Humor hervor. “Sie ist inzwischen Leitfigur und kein Model mehr”, sagt der Designer. “Ein Model unterwirft sich der Mode, dem Fotografen. Das kann man mit Heidi nicht mehr machen.”

Die neunte Staffel von “Germany’s Next Topmodel” startet am 6. Februar auf ProSieben.

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