Grammys: JLo, Katy Perry & Co. umgehen die Kleiderordnung

am 11.02.2013 um 17:36 Uhr

Im Vorfeld der Grammy-Verleihung hatte sich der TV-Sender CBS gewünscht, dass die Promi-Damen von allzu freizügigen Kleidern Abstand nehmen sollten. Immerhin sind die Strafen für zu viel nackte Haut im US-Fernsehen durchaus empfindlich – man denke nur an Janet Jacksons und Justin Timberlakes “Nipplegate” vom Super Bowl. Nun, so weit kam es bei der Veranstaltung am Sonntagabend in Los Angeles nicht, aber einige der anwesenden Damen schienen die Aufforderung von CBS eher als Anreiz zur Aufmüpfigkeit zu sehen und zeigten sich in züchtigen, aber dennoch sexy Roben.

So stellte beispielsweise Sängerin Katy Perry in einer bodenlangen türkisfarbenen Robe mit langen Ärmeln – aber auch mit einem sehr freizügigen Ausschnitt – ihre Figur zur Schau. Über die Schönheit des Kleides darf gestritten werden, seinen Zweck hat es sicherlich erfüllt. Genau wie das Outfit der Sängerin Kelly Rowland, das zwar ebenfalls bodenlang war, aber nicht die Arme bedeckte und auch sonst an vielen Körperstellen äußerst durchsichtig war.

Jennifer Lopez: “Ich dachte, ich sei ein gutes Mädchen”

Auch die Sängerinnen Ashanti und Natasha Bedingfield zeigten sich mit tiefen Ausschnitten. Popstar Jennifer Lopez bedeckte ihr Dekolleté – dafür zeigte sie aber fast das gesamte nackte rechte Bein unter der schwarzen Robe. “Sie haben nichts zu Beinen gesagt! Ich dachte, ich sei so ein gutes Mädchen”, sagte Lopez dazu. Humor hat sie offensichtlich!

Rihanna trug bei den Grammys eine bodenlange und teilweise etwas zu transparente Abendrobe in knallrot, Beyoncé dagegen kam brav im schwarz-weißen Hosenanzug und Adele im hochgeschlossenen Blümchenkleid: Es gab sie also doch, die Stars, die sich an die Kleiderordnung hielten.

“Willkommen zur großartigsten Musikshow der Erde”

Weniger zurückhaltend als bei der Kleiderordnung waren die Grammys allerdings bei ihrer Selbstdarstellung: “Willkommen zur großartigsten Musikshow der Erde”, begrüßte Moderator LL Cool J das Publikum im voll besetzten Staples Center. Bei einem wahren Feuerwerk an Live-Auftritten feierten sich die Stars gegenseitig: Alt-Rocker Sting begeisterte zusammen mit Bruno Mars und Rihanna das Publikum mit einer Hommage an Reggae-Legende Bob Marley. Country-Star Keith Urban, Hollywoodschauspielerin Nicole Kidman und Talkshow-Moderatorin Ellen DeGenres gingen bei der Neuauflage von “Could you be loved” voll mit.

Justin Timberlake holte Jay-Z für ein Duo mit voller traditioneller Orchesterbesetzung auf die Bühne, Elton John und Jack White hatten weitere umjubelte Auftritte.

Gunst gleichmäßig verteilt – Vier Grammys für The Black Keys

Im Gegensatz zum Vorjahr konnte sich die Grammy-Jury nicht auf einen herausragenden Gewinner einigen. 2012 hatte die britische Sängerin Adele gleich sechs goldene Grammophone mit nach Hause genommen. Sie bekam früh am Abend ein weiteres für ihre Single “Set Fire to the Rain”. Ihrem Vorjahrestriumph am nächsten kam noch das Bluesrock-Duo The Black Keys mit Sänger und Gitarristen Dan Auerbach und dem Schlagzeuger Patrick Carney. Sie gewannen zwei Grammys für die beste Rock-Performance und den besten Rocksong (“Lonely Boy”) sowie das beste Rock-Album für “El Camino”. Auerbach wurde außerdem zum besten Produzenten des Jahres gekürt.

Ansonsten verteilte die National Academy of Recording Arts and Science ihre Gunst sehr gleichmäßig auf verschiedene Bands und Genres. Den Preis für den besten Song des Jahres nahm die New Yorker Indie-Popband Fun aus New York für den Song “We Are Young” mit nach Hause. “Ich weiß nicht, was ich mir gedacht habe, als ich diesen Song schrieb. Wenn das hier Digitalfernsehen ist, könnt ihr unsere Gesichter sehen, und wir sind nicht mehr jung”, scherzte der 30-jährige Bandleader Nate Ruess bei der Danksagung. Seine Freundin Lena Dunham, die derzeit mit der US-Fernsehshow “Girls” Erfolge feiert, freute sich im Publikum mit ihm.

Fun wurden auch “Bester Newcomer des Jahres”, eine Auszeichnung, auf die der insgesamt sechs Mal nominierte Rapper Frank Ocean gehofft hatte. Er gewann stattdessen für seine Debüt-Platte “Channel Orange” den Preis als “Bestes urbanes zeitgenössisches Album” sowie für die “Beste Rap-Performance” mit seinen Kollegen Jay-Z und Kanye West.

Mumford & Sons und Gotye gewinnen in den Hauptkategorien

Pop-Ikone Prince, der mit schwarzer Sonnenbrille und dem obligatorischen Stock auftrat, präsentierte die “Aufnahme des Jahres” für den Hit “Somebody That I Used to Know” des belgisch-australischen Elektropop-Musikers Gotye und der Sängerin Kimbra. Bei der Bekanntgabe murmelte Prince “Ich liebe diesen Song” und brachte den Preisträger damit vollkommen aus dem Häuschen. Prince sei schon immer sein großes Vorbild gewesen, ohne ihn hätte er nie begonnen, Musik zu schreiben, bekannte Gotye in seiner Dankesrede.

Den Top-Preis als “Bestes Album des Jahres” nahm die britische Folkrock-Band Mumford & Sons für “Babel” aus den Händen der früheren Preisträgerin Adele entgegen. “Wir hätten nicht gedacht, dass wir etwas gewinnen würden, weil die Black Keys alles eingeheimst haben, verdientermaßen”, strahlte Bandleader Marcus Mumford.

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