Guido Maria Kretschmer: Styling-Knigge à la “Shopping Queen”

am 13.08.2013 um 17:42 Uhr

„Ja, das ist ja auch deine Freundin! Die wird dir nicht ins Gesicht sagen, dass du darin aussiehst wie ‘ne Mettwurst!“ – Guido Maria Kretschmer allerdings schon. Der Wächter über alle „Shopping Queen“-Anwärterinnen lästert mit so viel Charme, Selbstironie und Witz, dass man ihm selbst den Vergleich mit dem fettigen Wurstaufstrich nicht übel nimmt. Obwohl er immer wieder betont, dass ja auf ihn eigentlich sowieso niemand hören würde. Aber das Gegenteil ist der Fall. Einige Shopping-Queens fordern bereits: Guido for President. Seine besten Wahlkampfpunkte gibt es deshalb heute hier.

Was hat der gute Guido Maria Kretschmer nicht alles für Sperren – Neon-Sperre, Batik-Sperre, Netz-Sperre. Eine Liste, die sich nahezu unendlich fortsetzen lassen könnte. Aber bei gutem Sitz und gutem Look lässt sich manchmal auch das Kritiker-Herz von Guido Maria Kretschmer ein wenig erweichen: „Also meins wär’s nicht. Aber sie kann’s tragen.“ Für alle, die es dem Designer allerdings zu 100 Prozent recht machen wollen, haben wir den Guido-Maria-Kretschmer-Styling-Knigge.

„Ach Gott! Ich seh’ genau, wie sich das anfühlt!“

Und eigentlich noch viel schlimmer: Man sieht es nicht nur, sondern riecht es unter Umständen auch. Die Rede ist von Polyester. Ein Material, das nicht nur laut Guido Maria Kretschmer, sondern auch unserer Meinung nach nichts in Ihrem Kleiderschrank und somit auch nichts an Ihrem Körper zu suchen hat. Das hat natürlich zur Folge, dass Sie beim Shoppen ein wenig tiefer ins Portemonnaie greifen müssen. Aber Ihre Haut und auch Ihr Outfit wird es Ihnen danken.

Die Sache mit den Speckratten

Nein, meine Damen. Hier sind keine Süßigkeiten gemeint, sondern kleine, fiese Pölsterchen und Röllchen, die sich gerne an den Rändern von schlecht sitzenden BHs oder Unterwäsche bilden. Guido Maria Kretschmer hat diese zwar liebevoll Speckratten getauft, empfiehlt Ihnen aber zur Vernichtung dieser und zur Wiederherstellung eines perfekt sitzenden Outfits vor allem auch in gute Unterwäsche oder Shapewear zu investieren: „Für sich, oder wenn man mal ins Krankenhaus kommt!“

„Ich ändere das Motto der Woche in: Finde deine Konfektionsgröße.“

Auch das ein Problem, das nicht nur Guido Maria Kretschmer als Fashion-Kritiker bei „Shopping Queen“ beobachtet: Viele Frauen kennen einfach nicht ihre korrekte und angemessene Konfektionsgröße. Das führt natürlich dazu, dass die Frustrationsgrenze beim Shoppen ziemlich niedrig ist, weil ausgewählte Outfits natürlich gar nicht sitzen können. Haben Sie dann auch noch ein paar Kilo mehr auf den Hüften, kommen die von Guido Maria Kretschmer viel zitierten „Rollbraten auf drei Etagen“ erst recht zur Geltung. Also denken Sie daran: „Wo rohe Kräfte sinnlos walten, kann kein Knopf die Bluse halten.“

„Hab ich quer an?“

Dass auch Guido Maria Kretschmer nicht zu den zartesten Elfen gehört, wird er nicht müde zu betonen. Aber gerade deshalb nimmt man ihm die Kritik an mitunter fülligeren Kandidatinnen und ihren textilen Entgleisungen nicht übel. Insgeheim wissen wir es doch alle: Quer gestreift an „Martha Quadrata“ tut nun wirklich nichts für die Frau. Deshalb hören Sie auf den Designer: „ Also, quer gestreift geht ja nur, wenn du schlank bist; wenn du dicker bist, läuft’s nicht.“

„So, liebe Frauen ab 80 Kilo. Euch sage ich jetzt auch mal was!“

Bevor hier ein falscher Eindruck entsteht: Guido Maria Kretschmer ist kein Verfechter von Size Zero oder dem Skinny-Trend. Ganz im Gegenteil. Ihm geht es einfach nur darum, dass Frauen jenseits von Größe 40 einsehen, dass sie nicht dasselbe tragen können oder sollten wie ihre beste Freundin, die vielleicht Größe 36 trägt. Es geht auch hier um den alles entscheidenden Styling-Aspekt, Kurven richtig in Szene zu setzen. Dazu gehören für Guido Maria Kretschmer weder viel zu kleine MfH-Leggings, großflächige Blumenprints in Brusthöhe bei Kleidergröße 52 oder aber großflächige Farbexplosionen: „KEINE grellen Farben. Das ist mir alles zu bunt.“

Die Neon-Sperre

Dass Guido Maria Kretschmer die ganze Sache mit dem Colour-Blocking so gar nicht mehr sehen mag und dort auch „Keine Widerrede!“ hören möchte, wie er in seiner Kolumne auf cover-mag.de schreibt, sollte inzwischen bekannt sein. Aber auch mit einem anderen Farb-Trend, den wir diesen Sommer eigentlich sehr geliebt haben, kann er sich so gar nicht anfreunden: „Neon kannst du anziehen, wenn du ein Feuerwehrmann bist und du willst jemanden retten!“ Na gut, in Gegenwart von Guido Maria Kretschmer dann eben kein Neon.

Guidos No-Go’s

Von textilen Verhütungsmitteln und „Horroooooor“-Ausrufen bei anhaltendem Textilterrorismus mal abgesehen, gibt es natürlich noch vieles mehr an Fashion-Wissen, das uns Star-Designer Guido Maria Kretschmer so jeden Tag vermittelt. Dazu gehört auch, dass fülligere Frauen lieber nicht zum aktuellen Backpack-Trend greifen sollten und: „An alle kleinen Dicken mit den kurzen Beinen: Ich sag’s jetzt noch eiiiiin Mal: Finger weg von den Overknee-Stiefeln.“

Guidos Geheimtipp

Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Italienerinnen. Gerade, wenn es darum geht, im täglichen Berufsleben nicht in der grauen Masse unterzugehen, denn dort sind die Frauen viel experimentierfreudiger. Was der Designer an deutschen Frauen eher vermisst, wie er in seiner Kolumne verrät: „Sie haben Angst, als Modepüppchen und Zicke verschrien zu werden. Das ist sehr schade! Mein Tipp für selbstbewusste Damen, die über ihren modischen Popeline-Schatten springen wollen: Lesen Sie Modemagazine, schauen Sie sich Fashion-Seiten im Internet an und trauen Sie sich doch mal etwas zu. Mode bedeutet Freiheit.“

Mehr Guido Marie Kretschmer, sowie noch einmal alle Styling-Tipps für Ihren Weg zur Shopping Queen finden Sie in unserer Bildergalerie.

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