Haute Couture

Pariser Inspirationen: Schick in Couture – und das für jeden Sommertag!

am 22.01.2014 um 09:45 Uhr

„Die besten Dinge im Leben sind kostenlos. Die zweitbesten hingegen sehr teuer!“, sagte Coco Chanel einst und da ihr Herz für die Mode schlug, hatte sie dabei sicher auch das eine oder andere Stück eines Couturiers im Hinterkopf. Haute Couture gehört zum kostbarsten was es auf dem Mode-Markt gibt und die dazugehörigen Schauen sind das Highlight einer jeden Saison. Doch wer denkt, dass die Trends, die sich hier zeigen nur etwas zum Angucken sind, der irrt. Wir ließen uns von den großen Couture-Meistern der Neuzeit inspirieren und verraten Ihnen heute, wie die Ideen der Haute-Couture-Schauen einen Weg in Ihren Kleiderschrank finden. Die schönsten Kreationen gibt es außerdem in unserer großen Couture-Bildergalerie, in der Sie sich für die kommende Frühjahr/Sommer-Saison 2014 „couturell“ inspirieren lassen können.

Einfach so in die Designer-Boutique gehen und ein Couture-Stück erstehen? So einfach geht das leider nicht – selbst, wenn das nötige Kleingeld vorhanden wäre, muss vorher beim Designer vorgesprochen und Maß genommen werden. Doch Haute-Couture-Kreationen können das Styling trotzdem maßgeblich verändern, indem die Schnitte, Materialien, Kombinationen und Farben als Inspirationen für die eigene Outfit-Wahl dienen, sozusagen einen neuen Blickwinkel eröffnen. Begeben Sie sich also mit uns auf eine bewusstseinserweiternde Textilreise durch das Couture-Land.

Atelier Versace: Eine Prise starke Erotik, bitte

Das Modehaus Versace hat seit den 80er und 90er Jahren im besonderen Maße dazu beigetragen, ein starkes Frauenbild zu entwerfen und Frauen so eingekleidet, dass sich Macht und Stärke mit Eleganz, Glamour und einem Hauch Erotik in einem Kleidungsstück verbinden. Das findet sich auch in der aktuellen Couture-Kollektion aus der Feder von Donatella Versace wieder, die inspiriert ist von einer Power-Ikone der 80er Jahre: Grace Jones. Eine ebenso starke Frau, die man vor allem mit einem verbindet: der Kapuze. Ob an Kleidern, Mänteln, Jumpsuits oder Blusen – die sich locker über den Kopf legende Kapuze durfte nicht fehlen. Entworfen wurden diese Kreationen damals von Azzedine Alaïa, der bei der Couture-Schau von Versace in der ersten Reihe saß.
Zu bestaunen hatte dieser dann stark taillierte Blazer zu passenden Mini-Röcken, die über und über mit funkelnden Kristallen besetzt waren oder aber langärmelige Seidenkleider, die sich scheinbar um ein funkelndes Oberteil schlängelten. Der hohe Beinschlitz stand für den Versace-typischen Erotik-Faktor und natürlich durfte hier die Kapuze nicht fehlen. Wir sahen aber auch mehrlagig drapierte Pencilskirt-Kleider in femininen Pastelltönen, die gekonnt Verspieltheit und Sexyness miteinander verbunden haben. Aber auch klassische schwarze Transparenz durfte nicht fehlen und fand ihren Höhepunkt in einem funkelnden, durchsichtigen Jumpsuit mit mittigem Schlitz vom Hals bis zu zur Hüfte. Versaces Sexyness in Bestform!

Und was heißt das für den Alltag? Setzen Sie im Sommer auf aufwendige Drapierungen, entweder in kräftigen Farben oder Pastell-Nuancen und kombinieren sie dazu den Bling-Faktor: Pailletten-Kleider sowie verzierte Jacken zu Miniröcken oder farblich passenden Röhrenjeans. Bei Abendroben sollten Liebhaber von Farben ebenfalls auf Versace vertrauen und kräftige Gelb- oder Lilatöne wählen – es muss ja nicht gleich mit Kapuze sein. Doch wenn Sie sich von Versace Couture inspirieren lassen, betonen Sie all ihre weiblichen Reize und Stärken.

Dior: Verspielte, reine Sinnlichkeit

Bei der Couture-Linie von Dior sahen wir hingegen das genaue Gegenteil: Verspielte und fast schon mädchenhafte Kreationen, die nicht nur mit unterschiedlichen Längen, sondern vor allem mit der Vielfältigkeit der Transparenz spielten, ohne jedoch erotisierend zu wirken. Perforierte, steife Materialen, die an Reifröcke erinnerten, dienten als Überröcke, als eingearbeitete Elemente oder formierten sich zu akkurat sitzenden Kleidern. Hinzu kamen fließend durchsichtige Seidentops, transparente Überkleider mit herausgearbeiteten Stoffelementen, Lochstickereien oder Cut-Outs – Designer Raf Simons liefert mit seiner Couture-Kollektion einen transparenten Rundumschlag, ohne dabei zu aufdringlich zu wirken. Dafür sorgen zarte Nuancen wie Weiß, Rosé und Türkis oder edle Farben wie Schwarz, Dunkelblau und Rot.
Dior-typische Schößchen, Vokuhila-Variationen oder A-Linien unterzog der Designer einer gewissen Übertreibung und gestaltete sie weiter, ausladender oder spitzer als üblich. Eines wurde jedoch deutlich: Diors Couture-Kreationen sind absolut tragbar. Nichts zu sehen von übertriebenen Kreationen, die eher Kostümen als tragbarer Kleidung ähneln.

Inspiration: Greifen Sie im Sommer unbedingt zu weißen Kleidern mit einer mädchenhaften A-Linie oder mit großen Schößchen und achten Sie dabei auf Lochstickereien oder perforierte Materialien. Auch Dunkelblau ist eine einzigartige Farb-Alternative zu Schwarz oder Grau. Wählen Sie Schwarz, sollten Sie sich vom Sommer leiten lassen und blumige Blusen oder transparente Shirts dazu kombinieren.

Giambattista Valli: Farbenfrohe Spitzeneinlage

Valli ist bekannt für aufwendige Inszenierungen in Form von Drapierungen, Stickereien oder sich überlagernden Stoffen. Auch das fanden wir bei seiner Haute-Couture-Präsentation. Hinzu kamen punktuell eingesetzte Muster sowie das Spiel mit warmen Farben und harten Kontrasten. Diese fanden sich auf Kleidern, die durch weite Drapierungen und zufällig erscheinende geknotete Stoffbahnen eine neue Silhouette erhielten. Mini-Kleider trafen auf ausladende Roben und Blüten auf grobe Spitze. Dazu Schnitte, die sich nicht zu sehr an den Körper schmiegten und bis auf Bustier-Kleider kein Dekolleté zuließen.
Auch farblich schien Valli sich wahllos am Nuancen-Topf bedient zu haben: Blautöne, Grün, Weiß, Rosé, Rot, Gelb, Pink und Minze werden zu zweit oder gerne auch dreifach und in Form von Prints bunt gemischt kombiniert.

Unser Kombinations-Favorit: Das Zusammenspiel von Rot und Blau. Hat man diese Farbkombination in den letzten Monaten eher weniger auf dem Styling-Schirm gehabt, haben wir diese für die nächste Saison in den Must-have-Tempel erhoben. Ein warmer Kontrast, der besonders in Outfits aus Midi-Rock und Spitzenshirt Fashion-Herzen erwärmen wird, oder was denken Sie?

Unser Valli-Resumé für kommenden Sommer und Frühling: Setzen Sie auf Mini-Kleider mit verlängertem Schößchen, das einer kleinen Schleppe gleicht und greifen Sie zu floralen Verzierungen auf Spitzen-Grundlagen. Auf jeden Fall sollten Sie sich von Vallis Hang zur Dramatik leiten lassen und aufregende Material- und Farbkontraste wählen.

Alexis Mabille: Die Schmetterlings-Göttin

Freunde gottesähnlicher Roben und diejenigen, die vielleicht in Zukunft eine Hochzeit planen, sollten sich von den aktuellen Couture-Kreationen aus dem Hause Alexis Mabille unbedingt inspirieren lassen. In einem Meer aus Papierschmetterlingen ließ der Designer seine Göttinnen in seidigen Bustierroben oder hautengen Spitzen-Kreationen posieren. Er überzeichnet Cape-artige Jacken und lässt sie fast schon zu royalen Mänteln werden, die im Kontrast stehen zu aufregenden Spitzenhosen in 7/8-Länge. Kurze A-Linienröcke kombiniert er hingegen mit Tops, die aussehen, als hätte er den zweiten Träger lediglich quer über die Brust zur anderen Schulter gezogen.

Inspiration: Mabille setzt auf pastellige Nuancen und Eierschalentöne, auf die auch Sie im kommenden Frühjahr und Sommer nicht verzichten sollten. Folgen Sie dem Couture-Rat des Designers und greifen Sie zu kurzen oder langen Seidenröcken in hellen Farben und kombinieren Sie dazu elegante, ärmellose Spitzentops. Ganz Mutige können natürlich gerne auch Papierschmetterlinge falten und diese auf Gesicht, Arme oder Schultern drapieren.

Chanel: Die neue Sportlichkeit

Holla, was war denn bei Chanel los? Hat Karl Lagerfeld sich doch ein wenig der Jogging-Hose inspirieren lassen, die er doch eigentlich so verabscheut? Die fand sich zwar nicht auf dem Couture-Laufsteg der neusten Kollektion, dafür aber trendige Sneakers in Kombination zu klassischen Chanel-Kostümen, neu interpretiert mit sportlichem Tennis-Dress-Charme. So oder so, war die gesamte Kollektion sehr sportlich angehaucht – selbst die Hosenanzüge bestachen durch einen sportlichen Retro-Look und auch die eleganten Abendroben durften nicht ohne Sneaker auf den Laufsteg.

Farblich haben besonders Pastell-Freunde bei Chanel eine große Inspirations-Freude, aber auch Schwarz-Weiß-Kombinationen und Grautöne in Verbindung zu Schwarz bestimmen laut Chanel das Frühjahr und den Sommer.

Eröffnet und geschlossen wurde die Couture-Schau von Model und Lagerfeld-Muse Cara Delevingne, die das typische Hochzeitskleid in Form eines überlangen Trikots zur Schau stellte; bodenlang und mit transparenten Einsätzen, die durch weiße Abnäher unterbrochen wurden, Sneaker inklusive.

Was lernen wir von König Karl? Selbst die unsportlichsten unter Ihnen sollten diesen Sommer auf Sneaker setzen und diese möglichst farblich passend zum Outfit wählen. Gute Prognosen also für alle Sammler unter Ihnen. Der neue Zweiteiler wird so sportlich interpretiert und erscheint in hellen Nuancen mit Kurzjacke und High-Waisted-Rock.

Sie sehen, so abgehoben ist die Haute Couture gar nicht und wenn Sie sich noch einmal selbst von den Traum-Kreationen der Designer inspirieren lassen wollen, sollten Sie jetzt einen Blick in unsere große Bildergalerie werfen, in der wir die Couture-Highlights aus Paris noch einmal zusammengefasst haben.

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