Hautpflege

10 Beauty-Mythen entlarvt: Wahrheit und Irrtum beim Kampf um gesunde Haut

am 11.08.2014 um 16:15 Uhr

Der eine sagt dies, der andere das und die Werbeindustrie verspricht sowieso etwas ganz anderes. So richtig weiß man eigentlich nie, was man glauben kann – vor allem, wenn es um Beauty-Produkte und deren Wirkung auf die Haut geht. Dass Zahnpasta nicht wirklich gegen Pickel hilft, sollten die meisten von Ihnen bereits gemerkt haben. Wie sieht es jedoch in Bezug auf günstige und teure Kosmetika oder Wasser als Pflege-Mittel schlechthin aus? Wir haben zehn Beauty-Mythen entlarvt, die sich hartnäckig im Glauben halten und verraten Ihnen hier und in unserer Bildergalerie schockierende Irrtümer und wahrhaftige Fakten.

Manchmal weiß man bei all dem Wirrwarr um die beste Hautpflege gar nicht mehr so richtig, was gut ist und was nicht. Im Endeffekt entscheidet man sich dann vielleicht sogar für eine Pflege, die der Haut alles andere als gut tut. Wir verschaffen Ihnen heute Klarheit.

Pflegeprodukte nach dem Lebensalter bestimmen

Viele Produkte werden damit umworben, den Ansprüchen „reifer“ Haut gerecht zu werden. Mit „reif“ ist dann meist die Haut von Frauen ab 50 Jahren gemeint. Fakt ist allerdings, dass nicht das Lebensalter, sondern nach wie vor der Hauttyp entscheidend ist. Somit braucht eine Frau mit trockener Haut auch ab 50 Jahren nicht die gleichen Pflegeprodukte wie eine Frau mit fettiger Haut. Oft wird davon ausgegangen, dass die Haut ab 50 trocken und sonnengeschädigt ist. Die Pflege für „reife“ Haut unterscheidet sich daher kaum von herkömmlichen Produkten für trockene Haut. Wichtig ist, dass Sie die für Ihren Hauttyp idealen Pflegemittel finden, die im besten Fall auch auf eventuelle Hautkrankheiten abgestimmt sind und mit dem Alter absolut nichts zu tun haben.

Make-up zerstört das Hautbild

Dass Make-up die Poren verstopft und Akne verursacht, ist nicht belegt. Sicher war es einmal so, als Puder noch auf Reisstärke basierte, dass es aufquoll und die Poren weniger atmen ließ. Fakt ist, dass es keine Forschungsergebnisse gibt, die belegen, dass Make-up Akne in irgendeiner Form verursacht und welche Inhaltsstoffe eventuell für die Entstehung von Akne verantwortlich sind. Sicher ist allerdings auch, dass sich trotzdem viele Frauen nach dem Auftragen von Make-up über Akne beschweren. Das liegt daran, dass sich manche Frauen vor dem Schlafengehen nicht abschminken. Die Haut wird dann über Nacht stark vom Make-up gereizt, da abgestorbene Hautzellen und Ablagerungen nicht entfernt wurden. Dadurch können die Poren tatsächlich verstopfen. Sollten Sie also das nächste Mal einen Pickel auf der Nase haben, kann das schlicht und einfach auch an einer zu durchzechten Nacht liegen.

Wundermittel gegen Falten

Liebe Frauen: Es gibt kein Produkt, welches Ihre Falten förmlich ausradiert. Oder was denken Sie, warum all die plastischen Chirurgen trotz der Vielzahl an Anti-Faltenmitteln immer noch nicht arbeitslos sind? Ganz einfach, weil kein Produkt die Falten verschwinden lassen kann. Zwar können Sie mit den richtigen Pflegeprodukten maßgeblich am Erscheinungsbild der Falten arbeiten, komplett verschwinden werden sie allerdings nicht. Übertriebene Werbemittel, die ein faltenfreies Hautbild einer 20-Jährigen versprechen sind also nicht mehr als ein Marketing-Trick. Vertrauen Sie stattdessen auf die regelmäßige Hautpflege durch Sonnenschutzmittel, Peelings und Feuchtigkeitscremes, die reich an antioxidierenden und zellkommunikationsfördernden Stoffen sind.

Besser investieren als sparen

Lassen Sie sich nicht beirren, teuer ist nicht immer gut. Natürlich gibt es immer schwarze Schafe, auch unter den teuersten aller Beauty-Produkte. Was bei Schönheitsmittelchen entscheidend ist, ist der Inhalt, nicht der Preis. Oft ist es der Name eines Wahnsinns-Unternehmens, der den Preis eines Produktes, das hauptsächlich aus Wasser, Wachs und Duftstoffen besteht, in die Höhe treibt, während sich unbekannte Billig-Produkte als absolutes Beauty-Wunder entpuppen können. Behalten Sie also stets im Hinterkopf, dass billige Produkte Ihrer Haut nicht zwangsläufig etwas Schlechtes tun, teure die Haut nicht unbedingt unterstützen und werfen Sie ab und zu einen Blick mehr auf die Inhaltsstoffe und Formeln eines Produkts.

Besser natürlich als synthetisch

Auch für diese Behauptung gibt es keine wissenschaftliche Grundlage, die die Wahrheit dieser bestätigt. Oft ist es nur ein moralischer, emotionaler Glaube, dass alles, was aus der Erde kommt, besser ist als das, was synthetisch hergestellt wurde. Die Ausschreibung „natürlich“ ist nur teilweise geschützt und kann somit für viele Bedeutungen verwendet werden, was „natürlich“ als durchaus unsichere Aussage dastehen lässt. Es kann sogar sein, dass bei komplett natürlichen Pflegeprodukten noch mehr Vorsicht als bei ihren synthetischen Mitstreitern geboten ist, da ein hoher Grad an natürlichen Inhaltsstoffen oft auch ein stärkeres allergisches Risiko, vor allem für empfindliche Haut, birgt. Auch sind natürliche Stoffe schwieriger vor mikrobakteriellen Verunreinigungen zu schützen. Bestenfalls bestehen Pflegeprodukte aus harmonisierenden natürlichen und synthetischen Inhaltsstoffen, aus denen das jeweils Nützlichste für die Haut gefiltert wurde.

Viel Wasser versorgt die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit

Genügend Wasser am Tag zu trinken, ist selbstverständlich gut für den gesamten Körper, allerdings wäre es dann doch zu einfach, wenn die Haut allein durch Wasser mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt werden würde. Studien zufolge ist leider kein bedeutsamer Unterschied zwischen dem Feuchtigkeitsgehalt von trockener und fettiger Haut nachzuweisen. Wenn Sie viel Wasser trinken, wird dieses zuerst vom Körper für die lebenswichtigen Funktionen benutzt und dringt außerdem nicht bis in die Oberflächen der Haut vor, in denen sich die Trockenheit bemerkbar macht. Wichtig beim Kampf um die gesunde Haut ist, dass die äußere Barriere der Haut so wenig wie möglich durch Tabak, Alkohol, Sonneneinstrahlungen und Co. geschädigt wird. Außerdem bietet es sich an, die Haut mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme zu pflegen, die sie stärkt und bei ihren Funktionen unterstützt. Gute Inhaltsstoffe wären dann beispielsweise Glyzerin, Hyaluronsäure, Cholesterin, Ceramide und Phospholipide.

Die Verpackung ist schlichtweg ein Werbemittel

Natürlich haben die Beauty-Konzerne auf den Verpackungen ihrer Produkte mehr als genug Möglichkeiten, ihre Claims gewinnbringend zu platzieren, allerdings ist die Art der Verpackung alles andere als egal. Sie spielt nämlich eine wichtige Rolle, wenn es um die Effektivität und Haltbarkeit des darin befindlichen Produktes geht. Fakt ist, dass viele Inhaltsstoffe an Wirkung verlieren, sobald sie mit Sauerstoff in Kontakt kommen. Somit werden wichtige Inhaltsstoffe in Glasverpackungen besonders schnell abgebaut, weil der Sauerstoff beim Öffnen des Gefäßes ganz ungeniert seinen Beitrag zum Produkt leistet. Denken Sie doch einmal an Ihre Glasverpackungen im Kühlschrank: Aus den leckeren Lebensmitteln wird nach dem Öffnen schnell eine pelzige Angelegenheit. Auch Tiegel sind nicht wirklich so gut, wie sie meist umworben werden, schließlich übertragen Sie bei jeder Berührung des Produkts mit dem Finger Bakterien, die Inhaltsstoffe schnell abbauen. Um Ihrer Haut wirklich das Beste zu bieten, sollten Sie also darauf achten, dass die Verpackungen luftdicht sind.

Spliss kann weggepflegt werden

Über diesen Mythos können wir Sie ganz schnell und plausibel aufklären: Er ist mit hundertprozentiger Sicherheit falsch! Was einmal kaputt ist, bleibt auch kaputt. Ehrlich gesagt möchten wir gar nicht wissen, wie viel Geld Sie schon in Haarpflegeprodukte investiert haben, die versprechen, die Haare zu reparieren und Spliss von Grund auf zu bekämpfen. Sicher lassen diese Produkte die Haare strahlen und sich in gewissem Maße auch besser anfühlen, der Spliss ist durch sie aber noch lange nicht weg. Das sieht man dann spätestens beim nächsten Regen, der die Haare in den ursprünglichen, krausen Zustand versetzt. Was allerdings garantiert funktioniert ist, den Spliss wegzuschneiden. Nur so kann der geschädigte Teil wirklich beseitigt werden. Um so wenig Schaden wie möglich an Ihrer Haarstruktur anzurichten, versuchen Sie es sanft und wenig zu behandeln.

Mitesser können weggepeelt werden

Obwohl Mitesser die Haut unrein wirken lassen, haben sie nichts damit zu tun, wie oft Sie Ihr Gesicht waschen. Die leidigen, kleinen, schwarzen Pünktchen entstehen, wenn sich innerhalb einer Pore eine Verstopfung bildet, wodurch Zellreste und Talg nicht normal abgegeben werden können. Mit einem normalen Peeling können Sie die Haut nicht komplett von Mitessern befreien, da die Mittel lediglich die Oberfläche behandeln. Ein Mitesser ist somit zwar erst einmal nicht mehr sichtbar, wird sich aber nach kurzer Zeit wieder bemerkbar machen. Was wirklich hilft, sind nicht die herkömmlichen, mechanischen Peelings, sondern Produkte, die aus Betyhydroysäure oder Salizysäure hergestellt wurden. Diese Säuren peelen innerhalb der Poren und können die Ursachen der ständigen Mitesser bekämpfen.

Mineralöle und Petrolatum sind die Bösewichte unter den Inhaltsstoffen

Um diesen Mythos aufzuklären, vergessen Sie alles Negative, was Sie über diese beiden Inhaltsstoffe gehört haben. Forschungen haben ergeben, dass Mineralöle und Petrolatum sicher für die Haut sind und wunderbar gegen trockene Haut wirken. Da Mineralöl aus Erdöl gewonnen wird, ist es genauso natürlich wie alle anderen Substanzen aus der Erde und gehört zusammen mit Petrolatum sogar zu den am wenigsten reizenden Stoffen für die Haut. Sie machen im Gegenteil genau das, was gute Antioxidantien machen sollen: Sie unterstützen die Feuchtigkeit der Haut und lassen sie atmen. Außerdem wird Mineralöl und Petrolatum zertifiziert, bevor es in der Kosmetikbranche Verwendung findet und ist daher frei von Verunreinigungen, die der Haut schaden könnten.

Wir haben zehn Beauty-Mythen entlarvt. Was wirklich im Kampf um eine gesunde, junge Haut wirkt und welche Produkte helfen , zeigen wir Ihnen in unserer Fotoshow.

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