Beauty-Interview: Wir klären die wichtigsten Hautpflege-Fragen

am 22.12.2015 um 13:05 Uhr

Was kann ich meiner Haut eigentlich Gutes tun und welche Fehler begehe ich bei der täglichen Pflege? Gibt es vielleicht nicht ganz so geheime Geheimrezepte, die ich bei meiner Beauty-Routine beachten kann? Warum muss ich die Hautpflege eigentlich auf die Jahreszeiten abstimmen? Und überhaupt, was hat es mit dem ganzen Anti-Aging-Wahn auf sich? Sprechen wir Ihnen mit diesen Fragen gerade aus der Seele? Dann finden Sie im desired.de-Interview mit dem Dermatologen Prof. Dr. Volker Steinkraus und in unserer Fotoshow die richtigen Antworten auf die fünf größten Fragen rund um die Haut.

Prof. Dr. Volker Steinkraus ist Dermatologe am von ihm gegründeten Dermatologikum in Hamburg und gründete im Jahr 1999 das Skin Biology Center. In Zusammenarbeit mit einem Schweizer Labor entwickelte Prof. Dr. Volker Steinkraus im Jahr 2003 eine Hautpflegeserie, die ständig erweitert wird und in vielen Ländern erhältlich ist. Die Sensitive Biology Therapy, kurz SBT, basiert auf der Nachahmung der Biologie der Haut. Deswegen ist diese Linie nicht nur besonders verträglich, sondern profitiert außerdem vom patentierten Cell Life Youther. Eine Zellnährflüssigkeit, die in den SBT-Produkten das Wasser ersetzt und durch ihre Ähnlichkeit zur Biologie der Haut somit optimal wirken kann. Im desired.de-Interview beantwortet Prof. Dr. Volker Steinkraus unsere fünf größten Fragen rund um die Haut und ihre Pflege.

1. Was kann ich meiner Haut überhaupt Gutes tun?

Nicht nur seiner Seele sollte man regelmäßig etwas Gutes tun, sondern auch der Haut. Das beginnt natürlich mit der täglichen Pflege, durch auf die Haut abgestimmte Pflegeprodukte, aber hätten Sie gedacht, dass dazu auch Sport gehört? Der ist nämlich nicht nur gut für Ihre Fitness und die Anzeige auf der Waage, wie uns Prof. Dr. Steinkraus verriet:

Durch eine Ankurbelung des Herz-Kreislauf-Systems wird durch den Sport auch die Haut am Ende besser durchblutet. Auch wenn die Haut während des Sports erst einmal schlechter durchblutet wird, aber danach kommt es immer zu einer ausgleichenden Mehrversorgung der Haut.

Aber es gibt noch sehr viel mehr, womit Sie Ihre Haut langfristig glücklich machen können:

Indem man regelmäßig nachts schläft, idealerweise sieben bis achteinhalb stunden, indem man nicht zu viel in die Sonne geht, nicht zu viel raucht, indem man seine Haut nur mild reinigt. Man sollte vor allem versuchen, ein gut getaktetes Leben zu führen. Daneben ist natürlich die Ernährung unglaublich wichtig, weil durch eine gute Ernährung und durch einen gut ausbalancierten Hormonhaushalt setzt man dem Ganzen erst das i-Tüpfelchen auf, indem man der Haut dann auch die Nährstoffe zuführt, die sie braucht. Das ist zum Beispiel mediterrane Kost, das ist Fisch, das sind Karotenoide in Form von Tomaten oder Karotten, das sind Olivenöl-Produkte, das ist Obst und insbesondere Gemüse, vor allem dunkles Gemüse, weil darin viele Antioxidantien enthalten sind, pflanzliche Schutzfaktoren. Natürlich wenig und reguliert Alkohol, ab und zu mal ein Glas Wein ist okay, aber möglichst keine harten Alkoholika.

2. Welche Fehler begehe ich womöglich bei meiner Hautpflege?

Wenn man seiner Haut allerdings nicht nur von innen etwas Gutes tun will, sondern auch von außen, kommen unsere liebsten Beauty-Produkte zum Einsatz und es wird gewaschen, gepeelt und gecremt was das Kosmetikregal hergibt. Doch ist das wirklich gut für unsere Haut, Dr. Steinkraus?

Ich bin Freund einer milden Hautreinigung, weil durch Reinigung wird natürlich nicht nur Schmutz entfernt, sondern auch die wertvollen schützenden Fette. Morgens, wenn man aus dem Bett kommt, genügt ein wenig klares Wasser unter der Dusche, da muss man nicht so aggressiv reinigen. Ich bin der Meinung, dass Hautpflege einfach und klar gestaltet werden sollte, dass die Haut Vitamine braucht und zwar allen voran Vitamin A, Vitamin A ist eines der wichtigsten für die Haut. Außerdem Vitamin C und D, damit sie sich schützen kann.

Ich glaube, dass oft irritative Stoffe auf die Haut gelangen, die der Haut mehr schaden, als dass sie ihr Gutes tun. Man sollte versuchen, sich ein bisschen an der Natur, an der natürlichen Umgebung, zu orientieren. Man kann auch sehr gerne Produkte aus der pflanzlichen Welt verwenden, wenn man weiß, dass sie gut funktionieren. Shea-Butter zum Beispiel oder Nachtkerzensamenöl oder auch Jojobaöl und Macadamianussöl – es gibt gute pflanzliche Öle, die man einer Pflege beimengen kann. Aber man muss alles weglassen, was die Barriere der Haut in irgendeiner Form reizt. Das ist das allerwichtigste. Die Barriere der Haut sollte man in Ruhe lassen, die hauteigenen Emulgatoren dürfen nicht angegriffen werden. Das ist ganz wichtig. Die Emulgatoren, die man also in einer Pflege verwendet, müssen mild formuliert sein.

3. Warum muss ich meine Hautpflege im Winter umstellen?

Während unsere Haut im Sommer durch Frische und natürliche Bräune besticht, wird sie mit Abfallen der Temperaturen in Herbst und Winter plötzlich fahl, trocken und im schlimmsten Falle rissig. Doch woran liegt das und was können wir dagegen tun?

Im Winter haben wir das Problem, dass die Winterluft, dadurch, dass sie einfach kälter ist, die Haut austrocknet. Kälte trocknet aus, das ist ein physikalisches Phänomen, wenn sie bei Frost Wäsche in den Garten hängen, trocknet diese. Gleiches gilt für die Haut, so dass die Haut im Winter trockener ist als im Sommer.

Die Haut funktioniert natürlich nur, wenn die Barriere der Haut, das heißt die Hornhaut, ein richtiges Mischungsverhältnis von Wasser und Fett hat, die sogenannte Hydrolipidemulsion der Hornhaut. Wenn diese Hydrolipidemulsion in der Hornhaut austrocknet, gibt es Risse in der Haut. Deshalb muss man im Winter eine Pflege durchführen, die fettreicher ist, die die Haut vor Erfrierungen schützt, die die Haut aber trotzdem atmen lässt. Man muss da nicht unbedingt Vaseline nehmen, es sollte schon eine Emulsion aus Wasser und Fett sein, aber die muss mehr fettige Anteile beinhalten als wässrige.“

4. Gibt es ein Geheimrezept für gesunde Haut?

Manche schwören auf eine bestimmte Beauty-Routine, andere auf eine ausgewogene Lebensweise. Was ist ihr Geheimrezept für eine gesunde Haut, Herr Steinkraus?

Mein Geheimrezept ist Schlaf und Flüssigkeit. Schlaf und viel trinken. Das ist das Allerwichtigste. Außerdem ein gutes Körpergewicht – nicht zu dick und nicht zu dünn, sondern ein gutes Idealgewicht. Menschen, die gut rhythmisiert leben, die mit ihrem Leben zufrieden sind, die haben meistens auch eine bessere Haut.
Wer immer grimmig ist und überall was Schlechtes sieht, sieht auch nicht gut aus. Ich glaube, dass die seelische Ausgeglichenheit extrem wichtig für ein ausgeglichenes Hautbild ist. Und auch daran kann man natürlich arbeiten, durch Yoga oder autogenes Training oder durch Klavier spielen oder was auch immer einen glücklich macht. Ich glaube, dass man eine gute Balance haben muss – das ist auf jeden Fall von Vorteil.

5. Warum wird Anti-Aging heutzutage so viel Bedeutung abgewonnen?

Jeder möchte sich nicht nur jung fühlen, sondern auch so aussehen. Deshalb investieren viele immer häufiger sehr viel mehr in ihre Schönheit – angefangen bei bestimmten Produkten und endend bei aufwendigen Beauty-OPs. Was denken Sie, Herr Professor Steinkraus, warum wird der Kampf gegen das Alter immer stärker ausgetragen?

Es gibt vier Dimensionen des Alters: ein kalendarisches, ein optisches, ein biologisches und ein gefühltes Alter. Biologisch sind viele Menschen bis zu zehn Jahre jünger als sie es kalendarisch sind. Viele, die fit, also biologisch jung sind, unglaublich viel Sport treiben und schlank sind, wollen, dass ihr optisches Alter auch genau das reflektiert. Dann gibt es welche, die fühlen sich wie 35 oder 40, sind aber 60 und sehen aus wie 65 oder 70, weil sie zum Beispiel ganz viel geraucht haben. Unter diesen Gegensätzen leiden Menschen mehr und mehr, weil sie möchten, dass ihr optisches Alter auch in etwa das reflektiert, wie sie sich fühlen, bzw. wie sie biologisch konzipiert sind. Daher kommt der Wunsch, nicht nur gut drauf und jung zu sein, sich jung zu fühlen, sondern auch jung auszusehen. Das ist aber schwierig, weil wir die natürliche Hautalterung nur bedingt aufhalten können.

Insofern ist Anti-Aging in einer Zeit, in der gut aussehende und jung aussehende Menschen oft mehr Erfolg im Berufsleben haben, verständlich, und es ist daher ein Anliegen der Menschen, gut und möglichst auch jung auszusehen. Wir leben aber nun mal in einer Hochglanzgesellschaft, in der alles digitalisiert und überhöht dargestellt wird. Das erzeugt natürlich Druck. Insofern ist der Wunsch unheimlich groß, diese ganzen Dinge, die man heute machen kann, auch auszunutzen und für sich zu verwerten.

Lassen Sie alle wichtigen Hautpflege-Fragen in unserer Fotoshow noch einmal Revue passieren.

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