Label to watch: Hervé Léger by Max Azria

am 13.10.2013 um 14:08 Uhr

„Your body is a wonderland“, summen wir schon fast andächtig, wenn wir wieder jemanden mit diesem fantastischen Kleid am Leib sehen. Eins der Kleider, die sich scheinbar hautnah um den Körper legen und eine Silhouette formen, die anbetungswürdig erscheint. Kleider, die zum Markenzeichen eines Labels wurden, das unter dem Namen Hervé Léger by Max Azria die Fashion-Welt fasziniert. Eine Faszination, die wir Ihnen heute etwas näher bringen möchten.

Es gibt keinen roten Teppich, auf den es nicht wenigstens eines dieser traumhaften Kleider schafft, die sich in einer Art und Weise an die Promi-Körper schmiegen, dass es einem nahezu den Atem verschlägt. Doch auch an nicht-perfekten Körpern können diese Kleider wahre Wunder bewirken.

Es war einmal…

„Kleider zu designen, ist eigentlich kein großes Mysterium, so lange man eines beachtet – den Körper!“ Und das tat Designer Hervé Peugnet, als er Mitte der 1980er Jahre die einzigartigen Bandage-Kleider erfand und den Beginn der Geschichte des Luxus-Labels Hervé Léger schrieb. Eine Geschichte, die zu einer Erfolgsgeschichte für diese ganz speziellen Kleider wurde, aber schon fast zu einem Drama für ihren Erfinder.

Hervé Peugnet, der über den Umweg des Friseurs und Hutmeisters – alles selbst erlernt – zum Designer wurde und an der Seite von Karl Lagerfeld bei Fendi und Chanel landete, gründete 1985 sein eigenes Label, natürlich mit der Absicht, die Fashion-Welt zu erobern. Dazu bedurfte es jedoch eines anderen Namens, das riet ihm auch Karl Lagerfeld. Also wurde aus Hervé Peugnet Hervé Léger und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Doch Erfolg benötigt Geld, weshalb Hervé Léger auf Investitionen und den Anschluss an ein größeres Unternehmen gebunden und somit ausgeliefert war. Durch mehrere Wege landete sein Label Hervé Léger im Jahre 1998 schließlich bei Designer Max Azria und seiner BCBGMAXAZRIAGROUP. Was genau dann geschah, ist sagenumwoben; niemand weiß es ganz genau: Aber Designer Hervé Léger verließ sein Label und seine Erfolgsgeschichte wurde ohne ihn weitergeschrieben.

„Sie wirken wie ein modernes Korsett ohne Korsettstäbchen“

Gemeint sind die Hervé-Léger-typischen Kleider, die scheinbar in einzelnen Bahnen den Körper formen. Mehr oder weniger ein Zufallsprodukt, denn auf der Suche nach neuen Materialen stieß Designer Hervé Peugnet auf Schneiderabfälle in einer Fabrik: einzelne, schmale Bahnen aus einem untypischen, metallischen Garn, ähnlich Lurex. Diese Bahnen steckte er an einer Schneiderpuppe zu einem Kleid zusammen und das Bandage-Kleid war geboren. Auch die typischen Reißverschlüsse kamen eher durch Zufall dazu. Die Kleider saßen zwar perfekt, aber die zahlreichen Kunden hatten arge Probleme, wieder aus diesen herauszukommen. Eine Folge des einzigartigen Shape-Effekts der Bandage-Kleider, der nicht nur den Körper formt, sondern auch Blicke auf sich zieht: „Die Bandage-Kleider lassen Frauen wunderbar aussehen. Die Kleider schaffen es vor allem, nicht ganz perfekten Körpern eine einzigartige Form zu geben. Ich denke, das ist auch der Grund, warum auch Männer diese Kleider so lieben“, so Hervé Peugnet im Interview mit Filep Motwary.

Hervé Léger by Max Azria

Fast zehn Jahre schlummerten Entwürfe, Zeichnungen und Geheimnisse rund um die Kreation der Bandage-Kleider in dunklen Schubladen, bis sie wieder ans Licht geholt wurden, um im April 2007 das Label neu zu launchen. Unter der Leitung des französischen Designers Max Azria und seiner Frau Lubov eroberten die Bandage-Kleider schließlich die Laufstege der großen Fashion Weeks. Auf der Homepage des Labels heißt es: „Die ‘Hervé Léger by Max Azria’-Kollektion hält das Erbe ihres Schöpfers aufrecht und entwickelt es mit Azrias individueller Vision weiter.“

Hommage an den modernen Glamour

Es ist nicht nur die Grandiosität der figurformenden Bandage-Kleider, sondern auch ihre Wandelbarkeit, die das Label so faszinierend machen. Das Bandage-Kleid ist das Signature-Piece von Hervé Léger und erscheint jede Saison in einem anderen Licht: mal glamourös-sexy mit viel Schimmer und Glitzer, mal verspielt und bunt, mit Cut-Outs, Schößchen oder in Falten gelegten Röcken, dann wieder sich zurücknehmend in erdigen Nuancen und klassischen Farbkombinationen. Immer wieder versehen mit individuellen Details, wie in der aktuellen Saison zum Beispiel mit gezielt eingesetzten Fransen und großen Taillengürteln, die die Silhouette noch intensiver formen.

Aber auch Hosen und Oberteile spielen mit dem Bandage-Effekt und in Blazern und Mänteln finden sich typische Elemente, meist eingesetzte Streifen, die die einzelnen Stücke unverkennbar machen. Stücke, die auf dem roten Teppich ebenso Platz finden wie im alltäglichen Leben.

Werfen Sie einen Blick in unsere Bildergalerie und entdecken Sie die neuesten Entwürfe der Bandage-Kreationen aus dem Hause Hervé Léger by Max Azria , sowie drei individuelle Looks zum Nachstylen.

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