Ran an den Speck

Ran an den Speck: Im Gespräch mit Personaltrainer Karsten Schellenberg

am 14.03.2014 um 18:20 Uhr

Ladies, der Winter ist nun offiziell vorbei, der Sommer naht in ziemlich großen Schnitten. Spätestens jetzt sollte also etwas gegen die überschüssigen Pfunde getan werden, die man sich über die kuscheligen Grau-Monate so liebevoll angefuttert hat. Die kleine Bauchrolle und der Winke-Arm müssen nun schnellstmöglich auf Definition getrimmt werden. Wer jetzt nicht anfängt, hat seinen Körper erst dann im richtigen Shape, wenn die Laubblätter schon wieder von den Bäumen fallen. Wir haben beim erfahrenen Personaltrainer Karsten Schellenberg aus Berlin nachgefragt und verraten Ihnen, wie Sie Ihren Körper fit bekommen und wie erfolgsversprechend die angeblichen Geheimrezepte zur Wunschfigur eigentlich sind.

Der gefürchtete Bikini-Test ist näher als man denkt und trotzdem sind da noch einige Polster zu viel auf den Hüften. Karsten Schellenberg empfiehlt beim typischen Bauch-Beine-Po-Problem der Damen vor allem eines: Ruhe bewahren, keine Panik. Setzen Sie sich selber nicht unter Druck, denn wer arbeitet, wird dafür auch belohnt!

Sportler mit Leib und Seele

Die Liste an Prominenten Trainees ist bei Karsten Schellenberg lang: Franka Potente, Matthias Schweighöfer, Detlef Soost und Rea Garvey trainierte der 51-Jährige bereits und gibt seine Erfahrungen als Leistungssportler auch als Autor für Portale und Verlage preis. Von Judo und Handball über Boxen und Karate bis hin zum professionellen Kraftsport samt internationaler Wettkämpfe – das alles findet sich in der Vita von Schellenberg. Seinen letzten Titel gewann der Sportler 2007 bei einem Extremlauf von Deutschland nach Italien, über die Alpen hinweg waren das satte 240 Kilometer – dieser Mann weiß also wovon er spricht. Trotz seiner – man möchte behaupten – fast schon besessenen Liebe zum Sport, kann es Schellenberg ebenso nachvollziehen, wenn Menschen sich dem Sport nicht so verpflichtet fühlen wie er. „Ich lebe und liebe den Sport. Aber ich finde es absolut okay, wenn Menschen sich eben nicht fit halten möchten. Für mich hat das nicht oberste Priorität, ist es eher spannend, ob sich das nach einem persönlichen Gespräch vielleicht ändern kann“, erklärt er uns im Interview. „Er muss es ja am besten wissen“, dachten wir uns und haben den Trainer kurzerhand um Rat gebeten.

Goldene Regeln zum dauerhaften Erfolg

Auf unsere Frage hin, wie man das Training in den täglichen Arbeitsalltag integrieren könnte, nimmt Karsten Schellenberg eine klare Position ein: „In den Medien versucht man uns zu suggerieren, dass körperliche Veränderungen und Trainingserfolge ohne große Anstrengung und Zeitaufwand möglich seien. So werden allerlei passive Trainingsprogramme als effektives und vollständiges Training angepriesen. Training ist so viel mehr, jeder macht sich Gedanken über die Motivation und schaut dabei auf einen Trainingsplan auf dem heute schon zu lesen ist, was am Montag in drei Monaten für Übungen zu absolvieren sind. Ich glaube, effektives Training mit Leib und Seele ist immer mit Schweiß verbunden. Wenn man seine gesamtkörperliche Leistungsfähigkeit wirkungsvoll verbessern will, ist eben auch ein gewisser Zeitaufwand in Verbindung mit der richtigen Intensität notwendig.“  Workouts gehören also einfach dazu und sollten bestenfalls Teil des Alltags werden.

Selbstverständlich geht der Erfolg schon bei den kleinsten Dingen und bei dem grundsätzlichen Willen eines jeden los. Versuchen Sie, beispielsweise nach dem Aufstehen, bereits ein paar kleine Kraftübungen wie Sit-ups und Kniebeuge in den Alltag zu integrieren. Steigern Sie dabei Ihr Leistungslevel stetig. Steigen Sie Treppen, anstatt mit dem Fahrstuhl zu fahren. Verlassen Sie das Haus am Morgen nie hungrig und starten Sie den Tag am besten mit einer kleinen Portion Müsli oder einer Scheibe Brot. Vermeiden Sie Zwischenmahlzeiten und ziehen Sie regelmäßiges Essen (dreimal täglich) vor. Verzichten Sie auf die altbekannten Dickmacher und fragen Sie sich selbst, ob Sie wirklich Hunger haben oder diesen Schokoriegel nur essen wollen, weil Ihnen langweilig ist oder Sie frustriert sind. Und ganz wichtig: Trinken Sie viel Wasser!

Wie trainiert man richtig?

Die allwöchentliche Jogging-Runde durch den Park ist schon einmal ein guter und sehr wichtiger Anfang. Allerdings passt sich der Körper sehr schnell einem Trainingslevel an. Neue Trainingsreize sind daher besonders wichtig. „Das muss nicht immer über die Leistung gehen. Dynamik, Rhythmus, Trainingszeiten oder die Intensität sind auch im Freizeitsport wichtige Faktoren für den Erfolg. Die wöchentliche Runde im Park ist schon mal super und wenn dann noch Sprints oder Hocksprünge eingefügt werden, dann ist es schon fast perfekt“, so der Personalcoach. Das lässt uns doch hoffen!

Seine eigenen Ziele überprüfen

Karsten Schellenberg hält ganz klar fest, dass es kein gesundes Geheimrezept zur Drei-Wochen-Traumfigur gibt. „Schnell ist immer schlecht. Geheimrezepte sind meist kurzlebig“, erklärt der Trainer und macht vor allem klar, dass man sich nicht mit zu hoch gegriffenen Illusionen unter Druck setzen darf. „Nichts ist schlimmer, als falschen Zielen hinterher zu trainieren, um am Ende ausgemergelt und griesgrämig dazustehen, weil man die körperlichen Voraussetzungen für die angestrebte Illusion gar nicht hat! Also keine Panik und sich selber überprüfen!“ Auch Trainer sind keine Zauberer, die unrealistische Wunschbeine und einen Traum-Apfelpo formen, wenn das die körperliche Statur gar nicht zulässt. „ Am besten ist ein gleichmäßiges und über das ganze Jahr ausgelegtes Training. Dann hat man keinen Stress und man kann kurzfristig kleine Veränderungen vornehmen. Immer im Rahmen der körperlichen Grundvoraussetzungen“, so erzielt man laut Schellenberg die besten Erfolge am Körper.

Also liebe Damen, Druck raus nehmen und Übungen finden, die Spaß machen, denn nur so bleibt man auch motiviert am Training. Das sagt auch Karsten Schellenberg im desired.de-Interview: „Der eine ist übermotiviert, der andere unrealistisch. Meiner Meinung nach muss man sich realistisch mit seinem Körper und der verfügbaren Zeit auseinander setzten. Wenn man von Anfang an mit langen Zähnen in jede Trainingseinheit geht, dann wird es schwer mit dem Fit-Werden. Manchmal machen ein paar Kilo mehr eine Frau auch attraktiver, weil sie sich ihrer Fitness bewusst ist und von innen heraus strahlt. Aber man kann immer an der Körperhaltung arbeiten und mit funktionellem Training in Kombination mit modernem Faszientraining (ganzkörperliche Kräftigung, Straffung und Mobilität) positiv auf die körperliche Ausstrahlung einwirken.“

Mit wechselnden Locations und motivierender Musik oder der Abwechslung durch das Training mit anderen wird zusätzlich mehr Spannung ins Work-out gebracht. Für den Trainer ist es besonders wichtig, ruhig mit seinen Kunden umzugehen. Gefällt dem Trainee eine Übung nicht, wird eine andere gemacht, denn nur so bleibt die Lust am Sport. „Man motiviert einen Trainee durch Spaß am Work-out. Freude und Lust an der Bewegung motivieren jeden zu regelmäßigem Training und das ist der wirkliche Schlüssel zum Erfolg.“

Lassen Sie sich von unserer Fotoshow und Karsten Schellenberg auf dem Weg zur Traumfigur inspirieren .

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