Unsere 5 Heldinnen: Inspirational Women

am 10.07.2013 um 12:54 Uhr

Heldinnen sind Frauen, die etwas riskieren und einem inneren Ruf folgen. Sie sind mutig und anspruchsvoll, stellen sich der Öffentlichkeit und scheren sich nicht um Gefälligkeit. Sie haben den Drang etwas zu schaffen, etwas zu verändern, die Gesellschaft voranzutreiben, jede in ihrem Element und nach bestem Wissen. Wir stellen Ihnen unsere fünf auserkorenen, inspirierenden Frauen vor!

Was macht eine Frau zu einer Heldin, zu einer inspirierenden Frau? Zu welchen Frauen sehen wir auf, und was können wir von ihnen lernen? Wir von der desired.de-Redaktion haben eine rein subjektive Auswahl an Heldinnen unserer Zeit getroffen, die uns, durch alle Sparten hinweg, inspirieren, berühren und zum Nachdenken anregen.

Marina Abramović

Marina Abramović, diese kraftvolle Frau mit markantem Gesicht und dunklen Haaren, ist tatsächlich eine der bedeutendsten Frauen unserer Zeit. Sie ist radikal, diszipliniert, selbstzerstörerisch und zugleich verletzlich und sensibel; sie ist nun schon seit 30 Jahren eine Künstlerin in letzter Konsequenz. Ihre berühmteste Performance: Für „The Artist Is Present“ im Museum of Modern Art in New York, setzte sich die Künstlerin 2010 in die berühmte Haupthalle des MoMA auf einen Stuhl und verharrte dort. Ihr gegenüber stand ein zweiter, leerer Stuhl, bereit für alle, die sich ihr stellen wollten. Nach 721 Stunden endete die Performance, nachdem 1565 Besucher, unter anderem auch Sharon Stone, Tilda Swinton und Björk ihr gegenüber gesessen hatten. Viele begannen in ihrer Gegenwart zu weinen, brachen zusammen oder konnten Marinas stummen Blick nicht ertragen. Der 2012 erschienene Dokumentarfilm Marina Abramović: The Artist Is Present von Matthew Akers und Jeff Dupre zeigt die spektakuläre Performance und die Reaktionen der Gäste. Marinas unbändiger Wille, ihre radikale Konsequenz machen sie definitiv zu einer Heldin unserer Zeit.

Was wir von Marina lernen können: Nicht so leicht aufzugeben, denn der Weg ist das Ziel.

Tilda Swinton

Sie kommt ungeschminkt zur Oscar-Verleihung und performt fast in Marina Abramović-Manier ebenfalls im MoMA, als Schlafende legt sie sich in einen Glaskasten und lässt sich von den Zuschauern betrachten. Sie wählt ihre Rollen mit äußerster Sorgfalt und brillierte in ihrem letzen Arthouse-Streifen „Let‘s Talk About Kevin“. Sie ist nicht nur eine der besten und interessantesten Schauspielerinnen unserer Zeit, sondern sie entzieht sich auch vollkommen dem Medien-Zirkus: Tilda Swinton ist einfach großartig. Sie verzichtet vollständig auf Selbstdarstellung, im Interview mit der Süddeutschen sagte sie: „Ich habe nichts zu tun mit einem Image, es ist eine Projektion, die Sache der anderen, ich mache nicht mit. Ich muss nichts über mich lesen. Ich muss keine Fotos von mir sehen, ich muss nicht einmal meine fertigen Filme sehen. Ohne nun abschätzig klingen zu wollen: Es war nie der Punkt und nie meine Intention, dass mich viele Leute kennen und lieben. Es ist außerhalb meiner Kontrolle, ich bin nicht mal interessiert an dem Phänomen Kontrolle.“ Tilda Swinton ist unglaublich befreiend und erfrischend in einer Medienwelt, die vor Selbstdarstellern nur so überquillt.

Was wir von Tilda lernen können: Nein sagen zu können, denn eine angemessene Selbstbestimmtheit ist Alles!

Annie Leibovitz

In ihrer Arbeit aufgehen bis zur Selbstaufgabe: Das ist Annie Leibowitz. Eigentlich ist es nicht die Fotografie, die sie antreibt, sondern viel eher das Konzept dahinter. Leibovitz inszeniert ihre Objekte in einer postmodernen Ästhetik, gleichzeitig stellt sie eine ganz intime Beziehung zu ihnen her, achtet peinlich genau auf alle Details. Zu ihren bekanntesten Fotografien gehören die Bilder von John Lennon und Yoko Ono wenige Stunden vor Lennons Ermordung sowie die Aktfotos der Schauspielerin Demi Moore während ihrer Schwangerschaft. Leibovitz, eine der bekanntesten Fotografinnen der Welt, war trotz allem Ruhm vor harten Schicksalsschlägen nicht gefeit:  2004 starb ihre langjährige Lebensgefährtin, Susan Sontag, nach langer Krankheit. Weltbekannt auch Leibovitzs fotographische Auseinandersetzung mit dem Tod ihrer großen Liebe. Als sie einige Jahre danach auch noch durch enorme Schulden fast ihren gesamten Besitz sowie den Zugriff auf ihr eigenes Werk verloren hätte, lies sie sich nicht unterkriegen und rappelte sich auf. Leibovitz überstand die drohende Schuldenmisere und antwortete mit einem neuen Bildband.

Was wir von Annie lernen können: Habe keine Angst zu lieben, auch wenn der Verlust schmerzt!

Daphne Guinness

Ihr Name steht für Exzentrik, sie ist eine Stil-Ikone der Extraklasse. Und das wichtigste, sie ist eine waschechte Intellektuelle, ein wahres Künstlerkind. Einen Großteil ihrer Kindheit verbrachte Daphne in einer spanischen Künstlerkolonie. Hier schwamm sie in Salvador Dalis Pool mit dessen Hummern, in Paris saß sie mit ihrer Mutter, der französischen Schönheit Suzanne Lizney, in den ersten Reihen der Couture-Schauen, als Teenager zog sie nach New York und war dort gern gesehener Gast Andy Warhols. Für Daphne Guinness ist Mode niemals eine Selbstdarstellung gewesen, sondern ein Kunstausdruck: „Man darf Kleidung nicht einfach nur anziehen, man muss sie bewohnen”, sagte die 42-Jährige im Interview mit der Zeit. „Was mich an der Kunst und vor allem der Kunst, den Körper zu kleiden, reizt: etwas transformieren und von der Geschichte lernen zu können.”, sagte sie der italienischen Vogue. Nicht umsonst waren ihre spektakulärsten Kleidungstücke samt Schmuck und Schuhen in einer Ausstellung im Museum des New Yorker “Fashion Institute of Technology” zu sehen.

Was wir von Daphne lernen können: Habe niemals Angst davor, was andere Menschen über dich denken!

Vivienne Westwood

Mit Vivienne Westwood lässt sich Modegeschichte erzählen. Die Britin stammt aus bescheidenen Verhältnissen und arbeitete sich nach oben, mit eisernem Willen und unglaublichem Innovationsgeist. Heute ist sie für ihre nonkonformistische Mode bekannt, die nicht gefallen, sondern verändern will. Westwood brachte die Mini-Krinoline in Mode, das Spitzenbustier mit Metalleinsatz und den Plateauschuh, sie brachte als erste Designerin überhaupt den Punk auf den Catwalk und Naomi Campbell in ihren hohen, lilafarbenen Heels zum Fallen. Doch das war ihr nicht genug, Westwood wollte mehr: 2007 veröffentlichte sie das Manifest “Active Resistance to Propaganda”. Die grundlegende Idee ist, „dass man aus dem Leben nur rausholen kann, was man vorher reingesteckt hat”, sagte Westwood im Interview mit dem “i-D”-Magazin. 2011 investierte die Designerin ganze 1,5 Millionen Dollar in den Schutz des Regenwaldes. Mittlerweile sind ihre politischen Botschaften klar: “Climate Revolution”! Im Interview mit dem Spiegel sagte sie: Kauft weniger! Wählt sorgfältiger aus! Richtet euch nicht nach der Masse!

Was wir von Vivienne lernen können: Verschwendung ist tatsächlich eine Sünde! Denken wir das nächste Mal wirklich darüber nach, ob wir das neue Shirt wirklich brauchen, oder nicht.

Unsere 5 Inspirational Women finden sie in unserer Bildershow!

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