Im Interview

Im Interview: Die PR-Expertinnen der Berliner Agentur Silk Relations

am 02.07.2014 um 13:22 Uhr

Die Fashion Shows der Berliner Modewoche sind glamourös, extravagant und immer für eine Überraschung gut. Doch wer organisiert die Events der Labels eigentlich, wie viel Aufwand steht dahinter und was kann während der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin alles schiefgehen? Das haben wir uns von desired.de schon längst gefragt und kurzerhand bei zwei Frauen nachgehakt, die es wissen müssen: Die PR-Expertinnen Kerstin Geffert und Silke Bolms. Welche spannenden Antworten dabei herausgekommen sind, erfahren Sie hier im Interview und in unserer Bildergalerie.

Zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Silke Bolms leitet Kerstin Geffert eine der größten PR-Agenturen Berlins. Den beiden Expertinnen und ihrem Team vertrauen internationale und nationale Labels wie beispielsweise Levi’s, Tiger of Sweden, Markus Lupfer, Malaikaraiss, Augustin Teboul oder Nike Sportswear in Sachen „Public Relations“, kurz PR. Auch zur Berliner Modewoche muss natürlich einiges geplant werden, denn schließlich wollen sich die Designer in dieser Zeit von ihrer besten Seite zeigen und die neuesten Kollektionen in einer möglichst auffälligen Kulisse präsentieren. Was es bei diesen besonderen Events zu meistern gilt, verraten uns Kerstin Geffert und Silke Bolms im Interview.

Eure Agentur Silk Relations betreut viele namhafte Designer, die während der Berliner Modewoche aufwendige Schauen haben. Vielleicht könnt ihr uns einen kleinen Einblick gewähren und verraten, was alles geplant und berücksichtigt werden muss für gerade einmal 10 bis 15 Minuten Show?

„Timing ist alles. Und Fleiß. Und ein gewisser Hang zur Penibilität schadet auch nicht. Bei den Schauen, die dieses Jahr im Erika-Hess-Stadion stattfinden, kümmern wir uns ausschließlich um Presse- und Guest-Management, das Einladungs- und Akkreditierungsprozedere und das „Seating“ (Anmerkung der Redaktion: Das „Seating“ weist das eingeladene Publikum darauf hin, wo dieses während der Show Platz nehmen darf. Die Front-Row ist dabei natürlich die begehrteste Reihe). Außerdem um alle Interviewanfragen vor- und nach der Show backstage. Bei so genannten Offside-Shows, Schauen also, die zum Beispiel in einer Galerie stattfinden oder einem alten Supermarkt oder einem Pferdestall (hatten wir alles schon) kommt noch das gesamte Eventmanagement on Top: Licht, Ton, Catering, Bestuhlung, Musik, Haare-/Make-up – einfach alles.“

Wie sieht bei euch ein „klassischer“ Arbeitsalltag im Endspurt, sprich kurz vor Start der Modewoche aus – kann man da überhaupt noch von Alltag sprechen?

„Von Alltag kann man schon noch sprechen – von Freizeit und Feierabend eher weniger! Im Grunde macht man das, was man immer macht: Nur potenziert und in viel kürzerer Zeit: mailen, telefonieren, immer länger werdende To-Do-Listen abarbeiten.“

Ist die Berliner Modewoche für euch in der Agentur zur Routine geworden oder jedes mal auf ein Neues spannend? Wie ist das Feeling so kurz vor der Show, wenn eigentlich alles fertig ist – habt ihr dann auch Lampenfieber oder ist das mehr die Angelegenheit des Designers?

„Ich habe immer Lampenfieber, trotz aller Routine. Es ist und bleibt eine Live-Veranstaltung, da kann immer etwas schiefgehen. Umso größer ist die Erleichterung, wenn am Ende alles gut war.“

Die Front-Rows werden in allen Medien mindestens genauso begutachtet, wie die neuen Kollektionen der Designer selbst – wen würden Sie persönlich gerne zu einer der Shows begrüßen dürfen, Frau Geffert?

„Ich hätte gern die gesamte erste Reihe voll mit hochkarätigen Journalisten und internationalen Einkäufern mit großen Budgets. Denn das ist das, was unsere Designer am Dringendsten brauchen.“

Wie weit stimmen sich Designer und die betreuende PR-Agentur ab? Setzt ihr in der Agentur „nur“ die Ideen des Designers um oder stammt sämtlicher Input von euch – wie darf man sich das vorstellen?

„Die Vision ist die Aufgabe des Designers. Wir beraten nur dahingehend, wie man die Vision am Besten vermitteln kann, wie man sie so darstellt, dass sie größtmögliches Interesse hervorruft und für viele Menschen sichtbar wird.“

Was ist Ihr persönliches „Worst-Case-Scenario“ für ein großes Fashion-Event?

Wir denken nicht in ’Worst-Case-Scenarios’. Wir malen uns lieber alles in den schillerndsten Farben aus. Das Schlimmste, was ich mir allerdings vorstellen könnte: Stell Dir vor, Du hast ein Event und keiner geht hin. Aber diesen Fall hatten wir bislang nie.“

Erfahren Sie in unserer Bildergalerie alles, was wir im Interview mit den PR-Expertinnen Kerstin Geffert und Silke Bolms von der Berliner Agentur Silk Relations über die Planung eines großen Fashion-Events herausfinden konnten.

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