Style für alle

Islamic Fashion: Trendige Mode für Muslime

Susanne Falleram 07.06.2016 um 12:22 Uhr

Islamic Fashion lautet derzeit ein Trend, der sich grundlegend von anderen Modetrends unterscheidet. Hier geht es nicht um ein bestimmtes Kleidungsstück oder einen einzigen Schnitt, der gerade angesagt ist. Hier geht es ganz allgemein um Mode, die sich explizit an Muslime richtet und auch so designt ist. Welche High-Fashion-Label schon auf den Zug aufgesprungen sind, erfahren Sie hier.

Unsere heutige Gesellschaft ist eine, die stetig zusammenwächst, sich immer wieder neu vernetzt und kulturell zusammenrückt. Zeit also, dass dies auch in der Mode sichtbar wird. Mit der Islamic Fashion gesellt sich zu unserer typischen, westlichen Mode ein neuer Markt, der geradezu darauf wartet, erschlossen zu werden. Was in muslimisch geprägten Ländern schon eher anzutreffen ist, nämlich Islam-konforme Mode, ist bei uns noch Mangelware. Doch das ändert sich nach und nach.

Islamic Fashion: Luxushäuser als Vorreiter

Für einen großen Aha-Moment in der High Fashion sorgte Dolce & Gabbana. Das italienische Luxuslabel brachte Anfang 2016 eine Hijab- und Abaya-Kollektion heraus, die Lob und Kritik gleichermaßen auslöste. Auch Tommy Hilfiger und DKNY brachten schon limitierte Ramadan-Kollektionen auf den Markt. Dem Trend schlossen sich schließlich auch Textilgiganten wie Mango an.

Zwischen großem Lob und hagelnder Kritik

Die einen finden den Schritt hin zu multikultureller Mode, die auch die Vorgaben anderer Religionen mit einbezieht und sie in Designs einbezieht, absolut richtig, gar längst überfällig. Warum nicht jeder Frau die Möglichkeit bieten, sich im Rahmen ihrer Religion modisch entfalten zu können? Ein Kopftuch zu tragen, heißt schließlich nicht, dass man mit Trends nichts anfangen kann oder will.

Die anderen äußern dagegen harte Kritik an der Islamic-Fashion-Bewegung. So unter anderem Pierre Bergé, Mitbegründer des Modehauses Yves Saint Laurent. Gegenüber des TV-Senders „Europe 1“ äußerte er, dass Designer mit solchen Kollektionen die Unterdrückung der Frau durch den Islam unterstützen würden. Dass es heutzutage viele muslimische Frauen gibt, die ihr Kopftuch ganz bewusst und aus freien Stücken tragen, fällt dabei jedoch unter den Tisch.

Wolfgang Joop begrüßt Islamic Fashion

Gegenüber dem „ZDF heute journal“ äußerte sich der deutsche Designer Wolfgang Joop ganz positiv zu der Debatte. Er empfinde die bewusste Entziehung muslimischer Frauen aus den Augen der Öffentlichkeit und insbesondere denen der Männer als Emanzipierung. Zudem sehe er die muslimische Mode als spannendes und willkommenes Gegenstück zur westlichen Mode, die mittlerweile auf permanente Entblößung setze und dadurch an einem Endpunkt angelangt sei. „Porno Couture“ tauft Wolfgang Joop sie. Auch er plane, die Islamic Fashion bald selbst mit einer Kollektion aufzugreifen. Der Markt ist in jedem Fall da. In arabischen Ländern rechnet man damit, dass sich die Ausgaben für Mode in orientalischen Ländern in den kommenden Jahren auf 400 Milliarden Euro verdoppeln wird, berichtet das „Handelsblatt“.

Den Beitrag vom ZDF kann man sich hier nochmal anschauen.

Islamic Fashion löst Diskussionen aus, die unserer Meinung nach eigentlich unnötig sind. Warum sollte etwas dagegen sprechen, es auch muslimischen Frauen zu erlauben, ihre Liebe zur Mode selbstbewusst mit einem großen Angebot auszuleben?

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