Forscher warnen: Ist Kajal schädlich für die Augen?

am 05.01.2016 um 16:11 Uhr

Halten Sie sich besser fest: Wir konnten es auch kaum glauben, aber laut einer Studie soll der beliebte schwarze Kajal, der einen wunderbaren Lidstrich zaubert, die Augen auf lange Sicht schädigen und diese sogar nachhaltig beeinträchtigen. Ob Sie nun tatsächlich all Ihre Kajalstifte verbannen müssen oder es doch noch Hoffnung gibt, das erfahren Sie hier und in der Bildergalerie.

Der Eyeliner rund um die Augenpartie gehört für viele Frauen zur morgendlichen Make-up-Routine wie das Amen in die Kirche. Doch genau diese Tatsache soll kanadischen Forschern jetzt ein Dorn im Auge sein. Warum? Das erfahren Sie hier.

Kajal: Eines der ältesten Beauty-Utensilien

Seit Jahrhunderten gehört der Eyeliner fest zum Schmink-Ritual: Bereits in der Steinzeit umrahmten Frauen wie Männer ihre Augen mit dem Kohl-Stift, da die schwarze Farbe das grelle Sonnenlicht absorbierte und so als eine Art Sonnenschutz fungierte. Dieser rein praktische wie funktionale Aspekt wurde nach historischen Aufzeichnungen von keiner Geringeren als der schönen Kleopatra abgelöst. Denn sie trug die schwarze, intensive Farbe rund um die Augen erstmals aus ästhetischen Gründen. Auf einem bekannten Gemälde der Nofretete sieht man sie mit dem Kajal, der ihren Augen einen mystischen Blick verleiht. Doch hat sich Kleopatra und ihren Augen damit eigentlich gar keinen Gefallen getan?

Kanadisches Forscherteam: Kajal ist schädlich für die Augen

Das zumindest behauptet jetzt ein kanadisches Forscherteam. Augenspezialistin Dr. Alison Ng und ihr Team fanden bei einer Studie an der Cardiff University in Wales heraus, dass der dunkle Kajal die Augen trübt, die Sehkraft einschränkt und zu dauerhaften Reizungen sowie Irritationen führen kann. Mehrere Probanden trugen im Rahmen der Studie zunächst den Kajal am oberen Wimpernkranz auf und anschließend am inneren Lidrand, der sogenannten Wasserlinie.

Das Ergebnis: Auf den Video-Aufzeichnungen der Studie sah man, dass sich die feinen Partikel des Kajals nicht nur auf dem Lid, sondern auch im Auge verteilten und speziell den sensiblen Tränenfilm angriffen. „Eyeliner besteht in der Regel aus besonders haltbaren Komponenten wie Ölen, Silikonen, Klebstoffen und Wachs. Das sorgt natürlich für den Halt auf dem Auge, aber dadurch ist der Kajal auch in der Lage sich festzusetzen“, erklärt die Studienleiterin Dr. Alison Ng gegenüber dem britischen „Telegraph“.

Die Partikel haben bei manchem Probanden zu fiesen Irritationen, Reizungen, einem unangenehmen Juckreiz und sogar schwerwiegenden Infektionen geführt. Insbesondere Kontaktlinsenträgerinnen beklagten sich über diese Beschwerden und hätten vermutlich vorher nie gedacht, dass diese von dem Kajalstift kommen. Dr. Ng fand zudem heraus, dass die Ablagerungen, die sich unter der Kontaktlinse bildeten, zu dauerhaften Reizungen und sogar Sehstörungen führten.

So können Sie den Kajal trotzdem benutzen: Hygiene ist das A und O

Doch geben wir dafür jetzt unsere verruchten Smokey Eyes und einen intensivierten Blick einfach so auf? Natürlich nicht! Denn wenn Sie einige Schritte berücksichtigen, ist der Kajal weiterhin unbedenklich zu benutzen:

1. Den Kajal vor Verwendung anspitzen: Ein angespitzter Kajal schränkt das Risiko ein, dass brüchige Stellen sich lösen und in das Auge gelangen. So kann der Kajal präzise und sauber aufgetragen werden. Säubern Sie zudem die Spitze nach dem Auftragen mit einem Kosmetiktuch, sodass sich keine Bakterien ansammeln können.

2. Immer abschminken: Viel wichtiger als ein hygienisches Auftragen des Make-ups, ist das anschließende Abschminken. Ein milder Reinigungsschaum oder eine Lotion entfernen die feinen Kajal-Partikel aus dem Auge und verhindern, dass sich Infektionen bilden können.

3. Die Wasserlinie meiden: Wenn Sie Kontaktlinsenträgerin sind oder generell zu Reizungen am Auge neigen, sollten Sie die Wasserlinie nur zu besonderen Anlässen, aber in keinem Fall täglich betonen.

In unserer Fotoshow sind die wichtigsten Fakten, warum der beliebte Kajalstift womöglich schädlich für das Auge ist, noch einmal zusammengefasst.

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