Augen auf und durch: Wie Sie den Jetlag überstehen

am 11.08.2015 um 15:51 Uhr

Aufgrund der Tatsache, dass wir auf einem Planeten leben, der sich innerhalb von etwa 24 Stunden einmal um seine eigene Achse dreht – was sich wiederum in Tag und Nacht äußert – richtet sich die innere Uhr unseres Körpers auch eben nach jenem Rhythmus. Wenn wir dann also einmal auf die Idee kommen, uns rasend schnell von der einen Seite der Erde auf die andere zu bewegen, ist es eigentlich ganz logisch, dass der körpereigene Rhythmus wortwörtlich auf der Strecke bleibt. Wir reden natürlich vom Jetlag, dem elenden Gefühl von Schlaf-, Lust- und Appetitlosigkeit nach einem Langstreckenflug. Wir verraten Ihnen hier und in unserer Bildergalerie , wie Sie Ihren Körper effektiv auf die Zeitumstellung vorbereiten und was wirklich gegen Jetlag hilft.

Wer beruflich oder privat viel unterwegs ist, der kann von der Müdigkeit nach einem Langstreckenflug ein Lied singen. Das muss allerdings nicht sein, denn man kann seinen Körper eigentlich sehr gut für die Zeitumstellung trainieren.

Warum, wieso, weshalb?

Fangen wir erst einmal bei der Begriffserklärung an: Jet ist das englische Wort für Flugzeug und Lag das englische Wort für Zeitabstand. Zusammengesetzt beschreiben die beiden Wörter das Phänomen, wenn der menschliche Bio- sowie der Tag-Nacht-Rhythmus aufgrund drastischer Zeitverschiebungen aus dem Takt geraten. Das ist eben nach einem Langstreckenflug der Fall. Unser Körper kann den Zeitunterschied beim Überqueren mehrerer Zeitzonen nicht so schnell verarbeiten wie wir es gern hätten, folglich gerät die innere Uhr komplett durcheinander und braucht meist mehrere Tage, um sich überhaupt an den neuen Rhythmus zu gewöhnen.

Die logische Schlussfolgerung

Grundsätzlich gilt, dass der Körper für jede überflogene Zeitzone in Richtung Westen einen Tag, bei Langstreckenflügen Richtung Osten sogar anderthalb Tage braucht, um sich an die Zeitverschiebung zu gewöhnen. Stellen wir uns also vor, wir würden nach Los Angeles fliegen, hätte sich der Körper logischerweise erst nach acht Tagen an den dortigen Rhythmus gewöhnt.

Jedoch ist nicht nur die Zeitverschiebung für das Ausmaß des Jetlags entscheidend, eine wichtige Rolle spielen beispielsweise auch der Gesundheitszustand sowie das Alter der reisenden Personen. Älteren Menschen fällt es demnach schwerer, sich an die Zeitunterschiede zu gewöhnen.

Typischerweise äußert sich der Jetlag je nach körperlicher Empfindlichkeit, dem Alter und dem überbrücktem Zeitunterschied in Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Verdauungsproblemen und Stimmungsschwankungen.

Sicher haben Sie auch schon einmal erlebt, dass Sie um die halbe Welt geflogen, sich auf die dortigen Eindrücke sowie Gegebenheiten gefreut haben und sich schließlich doch in einer Fast-Food-Kette wiedergefunden haben, die es so eben auch in Deutschland gibt. Ein Grund dafür könnte der Jetlag sein, denn der hemmt das Konzentrations- und Kommunikationsvermögen, lindert die Entscheidungsfähigkeit und lässt uns daher bekannten Routinen folgen. Wichtig ist also, dass Sie sich und Ihr Gehirn auf einen Langstreckenflug vorbereiten und sich nach Ankunft nicht zwingend in wichtige Meetings, Veranstaltungen oder ähnliches stürzen.

Der Unterschied zwischen Osten und Westen

Bei der Entstehung des Jetlags spielt auch die Flugrichtung eine wichtige Rolle. Da die innere Uhr nicht genau im 24-Stunden-Takt, sondern in etwas längeren Phasen funktioniert, können wir Zeitumstellungen, bei denen sich der Tag verlängert, besser verkraften als Flüge, bei denen der Tag kürzer wird.

Fliegt man also beispielsweise von Deutschland nach Chicago und landet dort um 18 Uhr, dann ist es im Herkunftsland Mitternacht. Es dürfte also nicht so schwer fallen, noch ein paar Stunden durchzuhalten, bevor man müde ins Bett fällt.

Umgekehrt ist es etwas schwieriger: Beim Rückflug nach Deutschland mit einer Ankunftszeit von 18 Uhr, wird es Ihnen sehr schwer fallen bereits nach wenigen Stunden ins Bett zu gehen – schließlich ist Ihr Körper noch an die Zeit Chicagos gewöhnt und dort ist zur Ankunftszeit erst 12 Uhr mittags.

Die richtige Vorbereitung

Ganz egal, ob Ihnen nun ein Langstreckenflug nach Westen oder nach Osten bevorsteht, passen Sie sich unbedingt dem Zielland an. Buchen Sie außerdem bestenfalls einen Nachtflug oder reisen Sie bei wichtigen Terminen einen Tag früher an, um Ihrem Körper zumindest ein wenig Zeit zu geben, sich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen. Stellen Sie Ihre Armbanduhr außerdem schon auf die „neue“ Lokalzeit um, wenn Sie an Bord gehen und verhalten Sie sich auch entsprechend dieser während des Fluges. Es wird also beispielsweise nicht gegessen, wenn der nette Steward mit einem Croissant um die Ecke kommt, sondern dann, wenn es laut der Lokalzeit im Zielland Zeit fürs Essen ist.

Sind Sie dann gelandet, passen Sie sich unbedingt der Zeit an und gehen Sie auch erst am Abend zu Bett, ohne schon vorher einen Powernap einzulegen. Verbringen Sie im Zielland außerdem so viel Zeit wie möglich im Freien. Natürliches Sonnenlicht hemmt nämlich die Melatonin-Produktion (Melatonin=Schlafhormon) und macht es somit einfacher, sich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen.

Flüge nach Westen

Versuchen Sie bereits einige Tage vor dem Abflug abends länger wach zu bleiben und morgens dementsprechend länger zu schlafen. Während des Fluges ist es nicht empfehlenswert, viel zu schlafen. Halten Sie sich lieber wach und ernähren Sie sich idealerweise eiweißreich, um so die Müdigkeit zu unterdrücken. Sind Sie dann in der Zieldestination gelandet, nutzen Sie vor allem die Morgensonne, um sich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen.

Flüge nach Osten

Wer sich vom Westen in den Osten absetzt, sollte dem Jetlag bestenfalls mit viel Schlaf vorbeugen. Gehen Sie bereits einige Tage vor dem Abflug zeitiger ins Bett, stehen Sie dementsprechend auch früher auf als gewohnt. Im Flugzeug sollten Sie sich dann kohlenhydratreich ernähren und so das Schlafbedürfnis wecken. Bei Ostflügen sollten Sie vor allem die Abendsonne nutzen, um sich an die Zeitveränderung zu gewöhnen.

In unserer Bildergalerie verraten wir Ihnen weitere Tipps, wie Sie dem Jetlag vorbeugen , beziehungsweise ihn bekämpfen.

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