Jim Morrison: Das Sexsymbol der Sixties wäre 70 geworden

am 03.12.2013 um 16:49 Uhr

Wahrscheinlich wäre seine wilde Mähne heute grau oder ausgefallen. Vielleicht würde Jim Morrison sich als Juror in einer Casting-Show verdingen oder an irgendwelchen Musikprojekten basteln, die keiner hören will. Oder wäre er in einer Riege mit Paul McCartney und Eric Clapton und hätte auch als alter Mann noch gute Musik gemacht? Wir werden es nie erfahren. Denn Morrison starb jung und wurde zu der Legende, die er eigentlich schon zu Lebzeiten war.

Am 8. Dezember wäre der Poet, Musiker, Revoluzzer und das Sexsymbol einer ganzen Generation 70 geworden. Aus diesem Anlass lassen wir sein Leben noch einmal Revue passieren – und zeigen Ihnen in unserem Video , wie Morrison und andere verstorbene Musiker aussehen könnten, wenn sie noch am Leben wären. Denn auch wenn wir nicht wissen können, was aus ihnen geworden wäre, ausmalen dürfen wir es uns natürlich schon.

Rebellion gegen die Familie

Der kleine James Douglas Morrison, der 1943 in Melbourne im US-Staat Florida geboren wurde, war ein guter Schüler, doch in der Pubertät wurde er aufsässig. Die Eltern schickten ihn zu den streng presbyterianischen Großeltern, die harte Abstinenzler waren – ausgerechnet ihn, der später keine Droge ausließ. Doch der junge Rebell wandte sich nicht nur gegen die Werte seiner Großeltern, sondern auch gegen die seines Vaters.

Während George Morrison, der sich bei der Marine bis zum Admiral hochgearbeitet hatte, einen ganzen Flugzeugträgerverband vor Vietnam befehligte, rief zu Hause sein Sohn zum Umsturz auf: “Mich interessiert alles, was mit Revolte, Unordnung, Chaos zu tun hat – ganz besonders Handlungen, die scheinbar keinen Sinn haben.”

Benannt nach einem Aufsatz

Das klang ein bisschen nach Poesie, und Morrison war ja auch nicht nur Musiker, sondern ein Dichter. Bereits mit zwölf schrieb er erste Gedichte, irgendwann kamen Songtexte hinzu. 1965, nach dem Abschluss seines Studiums der Film- und Theaterwissenschaft, gründete Morrison mit seinem Kommilitonen Ray Manzarek die Band The Doors, nach dem psychedelischen Essay “Die Pforten der Wahrnehmung” (“The Doors of Perception”) von Aldous Huxley.

Anfangs spielten sie im “Whisky a Go Go” in Hollywood. Der Nachtclub ließ leicht bekleidete Mädchen auf Podesten tanzen und erfand so die Go-go-Girls. Ende der Sechziger spielten hier für ein paar hundert Dollar Van Morrison, The Byrds, Frank Zappa – und eben die Doors. Viele der großen Hits, allen voran “Light My Fire”, wurden vom Gitarristen Robby Krieger geschrieben. Doch Morrison war das Gesicht der Gruppe. Er wurde gekannt. Und geliebt. Und gehasst.

Doors-Konzerte sorgten für Aufruhr

Denn mit dem Ruhm kamen nicht nur die Neider, sondern auch die Staatsgewalt. Immer wieder unterbrach die Polizei die oft gewalttätigen Konzerte, und der “Miami-Vorfall” im Jahr 1969 tat sein Übriges: Hatte sich Morrison nun öffentlich entblößt oder nicht? Das Gericht verurteilte ihn zu gemeinnütziger Arbeit, später wurde er begnadigt. Sehr viel später, genauer gesagt im Dezember 2010, fast 40 Jahre nach seinem Tod.

Nach dem “Miami-Vorfall” ließ der Ruhm nach, die Gesundheit auch. Alkohol und Rauschgift hatten aus dem einstigen Sexsymbol einen dicklichen, bärtigen Mann gemacht, der ständig unter Atemnot litt. Die wilde Mähne, frisiert nach einer Büste Alexanders des Großen, war strähnig geworden. In Paris wollte er sich inspirieren lassen – obwohl er gar kein Französisch sprach.

Todesumstände bis heute nicht genau geklärt

Was genau am 3. Juli 1971 in der Pariser Wohnung geschah, ist bis heute nicht klar. Seine Lebensgefährtin Pamela Courson sagte, sie habe den im Schlaf keuchenden Morrison geweckt und unter die kalte Dusche gestellt. Da habe er sich erbrochen und aus der Nase geblutet. Als die Sanitäter kamen, war er schon tot. Angeblich hatte Courson erst einmal ein paar Freunde und ihren Drogendealer angerufen, dann erst Polizei und Notarzt. Den Pariser Behörden war der tote Amerikaner zu unwichtig, als dass sie eine Obduktion angeordnet hätten.

Morrison wurde gerade einmal 27 Jahre alt – so wie Brian Jones, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Curt Cobain oder Amy Winehouse. Und schon kam die Legende vom “Club 27″ in die Welt, weil auffällig viele Musiker, gewollt oder nicht, mit 27 ihr Leben per Flasche, Spritze oder Flinte aushauchten. Auch Pamela Courson. Morrisons Dauerfreundin starb drei Jahre nach ihm – an Drogen.

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