Im Trend

Job-Sharing liegt im Trend: Teilen Sie sich Ihren Beruf mit der besten Freundin

am 04.11.2014 um 16:51 Uhr

Teamwork bekommt in diesen Tagen eine völlig neue Bedeutung, denn immer mehr Menschen teilen sich eine Position im Job und machen aus ihrer einstigen 40-Stunden-Stelle, zwei Teilzeit-Tätigkeiten. Welche Vorteile dieses Modell hat, für wen es sich eignet und wie Arbeitgeber und –nehmer beidseitig davon profitieren können, das hat uns Expertin Jana Tepe, Mitgründerin der Jobsharing-Plattform „Tandemploy“, im desired.de-Interview verraten. Erfahren Sie hier und in unserer Bildergalerie das Wichtigste zu diesem Thema.

Heutzutage kann man nahezu alles teilen: Ob die eigenen vier Wände, die man für einige Tage einem Fremden zur Verfügung stellt, das Auto, mit dem man morgens zur Arbeit düst, aber den Tag über gar nicht benötigt, das Lieblingskleid, welches man ja sowieso nicht jeden Tag anziehen kann und für das man stattdessen ein anderes hübsches Kleidungsstück erhält oder eben den Job. Letzteres haben sich auch Anna Kaiser und Jana Tepe gedacht und kurzerhand die Plattform „Tandemploy“ gegründet, auf der sich alle Interessierten von Unternehmen über Arbeitnehmer oder Tandem-Partner virtuell treffen und zueinander finden können.

Die Idee hinter „Tandemploy“

Flexibilität, Abwechslung, eine gewisse Unabhängigkeit im Beruf und eine ausgewogene Work-Life-Balance sind in der heutigen Zeit die Wünsche vieler Arbeitnehmer, doch in der Realität lässt sich dies häufig noch nicht optimal umsetzen, auch wenn sich Unternehmen zunehmend dahin gehend bemühen. „Arbeit muss lebensfreundlicher und familienfreundlicher werden, da kommt mittelfristig niemand drum herum,“ erzählt Expertin Jana Tepe im desired.de-Interview. Eine Lösung soll nun das Job Sharing-Modell sein: Diesem aktuellen Thema hat sich die Plattform „Tandemploy“ gewidmet, auf der die Vermittlung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer professionell abläuft und die sich als Berater für alle Interessierten versteht. „Die Idee zu Tandemploy kam uns in unserem letzten Job. Meine Mitgründerin Anna Kaiser und ich haben beide in einer Personalberatung für die digitale Wirtschaft gearbeitet – und eines Tages landete dort eine Tandembewerbung auf meinem Tisch. Das Thema ließ uns beide nicht mehr los – uns war direkt klar, dass Jobsharing den Zeitgeist trifft. Nur gab es noch niemand, der wirklich systematisch bei der Umsetzung unterstützt hat. Wir ‘mussten‘ es quasi tun“, erklärt Jana Tepe die ursprüngliche Idee hinter der etwas anderen Job-Plattform.

Die Vorteile des Job-Sharings

Das Job-Sharing erfreut sich an zunehmender Beliebtheit: Kein Wunder, denn statt 40-Stunden einem einzigen Beruf nachzugehen wird dieser nur noch in Teilzeit erledigt und die restlichen 20 Stunden übernimmt eine weitere Person. Zwar ist das Einkommen dann selbstverständlich auch erst einmal halbiert, allerdings kann die gewonnene Zeit effizient und ganz individuell genutzt werden, sei es für das Privatleben, eigene Projekte oder einem weiteren, spannenden Job, in den man schon so lange mal reinschnuppern wollte. Zwei unterschiedliche Teilzeitjobs machen zusammen dann wieder eine vollwertige Stelle. Wie man das Modell am Ende für sich nutzt, das kommt ganz auf die eigene Person und dessen Bedürfnisse an. „Die Vorteile für Arbeitnehmer und Selbstständige liegen auf der Hand: Jobsharing macht den eigenen Job in Teilzeit möglich, also den Wunschjob flexibel realisierbar. Tolle Teilzeitjobs zu vermitteln, war in unserem letzten Job immer eine große Schwierigkeit. Mit Jobsharing werden durch die enge Teamarbeit zweier Menschen Stellen teilzeittauglich, die es bisher eher nicht waren. Das bietet ganz neue Möglichkeiten für ganz neue Zielgruppen.“ Zufriedene Arbeitnehmer sind natürlich auch für die Unternehmen von großer Bedeutung und so entsteht eine Win-Win-Situation auf beiden Seiten. „Unternehmen bekommen eine voll besetzte Stelle, ermöglichen aber gleichzeitig ihren Mitarbeitern, in ihren Jobs flexibel zu arbeiten. Das ist eine hohe Wertschätzung, die sich natürlich auszahlt. Teilzeitarbeitende sind nachweislich produktiver als Vollzeitkräfte und es ist im Jobsharing immer eine perfekte Vertretung da – ob im Krankheits- oder Urlaubsfall. Generell kommen doppelte Erfahrung und Kompetenzen zusammen, zwei können eigentlich fast immer mehr als einer! Und wenn mal einer geht, bleibt das Know-how trotzdem im Unternehmen.“

Die besten Voraussetzungen für das Job-Sharing

Um sich einen Beruf teilen zu können, sollten die Tandem-Partner ähnliche Voraussetzungen und Interessen mitbringen. Aber das Beste am Teilen ist natürlich, wenn sich die beiden Personen jeweilig ergänzen und dadurch neue Vorteile und Ideen entstehen sowie Synergien freisetzt. „Besonders gut teilen lassen sich all die Jobs, die in klassischer Teilzeit nur schwer möglich sind: Komplexere Aufgabenbereiche, die sich nicht einfach splitten lassen, Aufgaben mit relativ viel Verantwortung, Führungspositionen. Diese Jobs machen Teamarbeit unumgänglich – und profitieren wiederum sehr stark von ihr. Wenn verschiedene Kompetenzen und Erfahrungen zusammenkommen, entsteht eine ganz neue Qualität der Arbeit“, erklärt Jana Tepe im desired.de-Interview. Sie selbst beispielsweise teilt sich zusammen mit der Mitgründerin Anna Kaiser die Position der Geschäftsführung bei „Tandemploy“ – „die Aufgaben haben wir entlang unserer Stärken und Steckenpferde aufgeteilt! Ich kann es nur empfehlen und möchte eigentlich nie wieder anders arbeiten.“ Ein spannendes Modell, von dem wir in Zukunft noch sicher viel hören werden.

Entdecken Sie in unserer Bildergalerie das Job-Sharing-Modell , welches auf dem Arbeitsmarkt derzeit schwer im Trend liegt.

Kommentare


Luxus: Mehr Artikel