Zwei Bräute & ein Kind: Karl Lagerfeld sagt Ja zur Homo-Ehe

am 23.01.2013 um 16:06 Uhr

Paris ist nicht nur die Stadt der Liebe, sondern auch die Stadt der Mode. Alle Augen sind dieser Tage auf die französische Hauptstadt gerichtet, wo seit Montag die Haute-Couture-Schauen abgehalten werden. Doch neben atemberaubenden Designs und verzaubernden Roben nutzte einer seine Schau gestern für ein Statement, das es in sich hatte.

„Natürlich“, lautete Karl Lagerfelds Antwort auf die Frage, die wohl gestern jedem, der die Haute-Couture-Schau des Hauses Chanel sah, auf der Zunge lag. Denn der Großmeister nahm sich den Höhepunkt einer jeden Runway-Show, nämlich die Präsentation des Brautkleides, zum Anlass, gleich zwei Bräute, Hand in Hand, in Begleitung eines kleinen Jungen, durch seinen Zauberwald im Grand Palais zu schicken. Ein modisches Plädoyer für die Homo-Ehe?

Zwei Bräute und ein Kind – Lagerfelds Aufruf zu Toleranz

Karl Lagerfeld, der aus seiner Homosexualität schon lange kein Geheimnis mehr macht, hat noch nie ein Blatt vor den Mund genommen. Kein Grund also, in der aktuell in Frankreich wieder aufbrodelnden Diskussion um die Akzeptanz der gleichgeschlechtlichen Ehe, damit aufzuhören. Ganz im Gegenteil! Sich die Haute-Couture-Schau des Hauses Chanel zum Anlass zu nehmen, für eben diese öffentlich einzutreten, ist ein weiterer raffinierter Schachzug des Großmeisters.

Nach einer märchenhaften Reise durch den Zauberwald der Tweed-Kostüme und oppulenter Blumenkleider, wurde es Zeit für den großen Auftritt des Brautkleides. Doch hier sahen die Betrachter gestern doppelt, denn gleich zwei Bräute in ein und demselben Kleid betraten den Waldweg und führten an der Hand einen kleinen Jungen – Karl Lagerfelds vierjähriges Patenkind. Der Presse erklärte er im Anschluss: „Warum können Menschen, die zusammenleben, nicht den gleichen Status haben wie verheiratete Bürgerliche? Ich verstehe diese Diskussion in Frankreich nicht, da Staat und Kirche seit 1904 voneinander getrennt sind.“

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