Studie

“Den Gedanken Beine machen”: So werden Sie im Gehen kreativ

am 27.05.2014 um 17:50 Uhr

Der Cursor blinkt, der Kugelschreiber ruht und der Blick schweift ab – kennen Sie das Gefühl, wenn Sie am Schreibtisch über Ihrer Arbeit sitzen und einfach nicht mehr weiter kommen? Besonders Menschen in kreativen Berufen verfallen dann schnell in Panik. Kann ich mein Tages-Pensum schaffen? Warum fällt mir heute nichts ein? Und warum kann ich mich einfach nicht konzentrieren? Wenn auch Ihnen diese Gedanken immer wieder durch den Kopf gehen, sollten Sie in Zukunft einmal für einen kleinen Spaziergang vor die Tür gehen. Warum das helfen soll und wie sich das realisieren lässt, das erfahren Sie hier und in der Fotoshow.

Alle wahrhaft großen Gedanken kommen einem beim Gehen!“, stellte schon Friedrich Nietzsche fest. Und auch andere große Denker bevorzugten schon den Spaziergang in aller Stille, um auf andere, neue Gedanken zu kommen. Es muss also was dran sein am „Denk-Spaziergang“.

„Machen Sie Ihren Gedanken Beine“

„Geh doch mal kurz vor die Tür, dann läuft es schon wieder!“ – ein hilfreicher Tipp, den viele von uns entweder schon einmal gegeben oder gehört haben. Dass an dieser Weisheit allerdings wirklich etwas dran sein könnte, beweist nun eine Studie von Dr. Marily Oppezzo von der kalifornischen Santa Clara Universität und ihrem Kollegen Prof. Dr. Daniel L. Schwartz von der Stanford Universität. Beide haben anhand diverser Tests herausgefunden, dass ein mindestens achtminütiger Spaziergang weitaus bessere kreative Leistungen herbei fördert, als das konstante Sitzen am Schreibtisch. Die Probanden, die vor einer kreativen Aufgabe auf einen Spaziergang geschickt wurden, schnitten zum Beispiel um bis zu 60 Prozent besser ab, als die, die die Zeit am Schreibtisch verbachten. Und dabei geht es nicht unbedingt um die viel zitierte „frische Luft“, denn auch die, die in einem Rollstuhl durch die Gegend geschoben wurden, waren hinterher nicht kreativer als ihre Mitstreiter am Schreibtisch. „Auch wenn frische Luft sich positiv auf das Denken ausübt, ist es besonders das Gehen, das die kreative Leistung steigert.“, so Marily Oppezzo. Es ist also egal, in welcher Umgebung Sie laufen: Ob im Park, im Flur, durch die Straßen oder auf einem Laufband.

Keine Gedanken aussieben

Während dieses kurzen Spazierganges sollten Sie sich dann jedoch nicht den hübschen Kopf zerbrechen, sondern Ihren Gedanken freien Lauf lassen, sozusagen auf die innere Stimme hören und dem Gedankenstrom folgen. Ideen werden beim Laufen nämlich ganz anders wahrgenommen – ein wilder, ungefilterter und nicht so rationaler Gedankenstrom, der kreative und unerwartete Lösungen hervorbringt: „Das Gehen verbessert das Entstehen ganz neuartiger und trotzdem zweckmäßiger Ideen. Dieser Effekt hält dann sogar noch an, wenn die Menschen wieder an ihrem Schreibtisch sitzen.“, heißt es dazu in der Studie.
Warum das Gehen allerdings genau diesen Effekt hat, das muss noch in weiteren Studien und Forschungen herausgefunden werden. Im Interview mit der New York Times sagte Marily Oppezzo dazu, dass ihr dabei vielleicht ein kleiner Spaziergang helfen wird.

In unserer Fotoshow haben wir die Effekte des „Denk-Spazierganges“ noch einmal für Sie zusammengestellt.

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