Literatur

Geflüchtet aus Afghanistan: “Am Himmel kein Licht” =

am 18.05.2016 um 10:28 Uhr

München (dpa) – Es war der größte Moment in seinem Leben: Im Sommer 2012 durfte Gulwali Passarlay bei den Olympischen Spielen in London die Fackel tragen. Bis dahin hatte der junge Afghane einen weiten Weg zurückgelegt. Sechs Jahre zuvor musste Passarlay sein Heimatland verlassen. Seine Mutter hatte ihn Schmugglern anvertraut. Für den Zwölfjährigen begann damit eine lebensgefährliche Odyssee durch zahlreiche asiatische und europäische Länder, die ein Jahr dauerte.

Passarlay beschreibt seine Flucht jetzt in seinem aufrüttelnden Buch “Am Himmel kein Licht”. Der Bericht stammt aus der Zeit vor der großen Flüchtlingskrise, doch die Bilder kommen uns nur allzu bekannt vor, etwa der “Dschungel” von Calais oder die riskante Überfahrt nach Griechenland, die den Flüchtling fast das Leben gekostet hätte. Heute studiert Passarlay Politik in Großbritannien. Er hat wieder Kontakt zu seiner Mutter. Doch die kulturellen Unterschiede sind inzwischen so groß, dass sie sich nichts mehr zu sagen haben. Auch das gehört zur Tragik eines Flüchtlings.

Gulwali Passarlay (mit Nadene Ghouri): Am Himmel kein Licht. Die lange Reise eines kleinen Jungen, der allein aus Afghanistan flieht, Piper Verlag. München, 416 Seiten, 20,00 Euro, ISBN 978-3-492-05774-5

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