Literatur

Reise in die besetzten Gebiete

am 18.05.2016 um 10:28 Uhr

München (dpa) – Der Konflikt mit den Palästinensern begleitet Israel seit Jahrzehnten. Genau deshalb sind die meisten Israelis dieses Dauerthemas so müde. Der Schriftsteller Nir Baram hat festgestellt, dass sich seine jüdischen Landsleute für das Leben der Palästinenser auf der Westbank kaum mehr interessieren.

Die Mehrzahl sei noch niemals dort gewesen, schreibt er in seinem Buch “Im Land der Verzweiflung”: “Inzwischen könnte man meinen, wir reden über einen theoretischen, nebulösen Ort, der in unserer persönlichen Vorstellung nur vage existiert, so wie über die Bürgerkriegsschauplätze in Syrien oder Kongo.” Baram hat ein Jahr lang die Westbank besucht und das Ergebnis dieser Erkundung sind zwölf Reportagen mit bewegenden Begegnungen. Baram traf jüdische Siedler und ehemalige Gefangene der Hamas, Kibbuzbewohner, Friedensaktivisten und Politiker. Sein Resümee: Die von vielen propagierte Zweistaatenlösung ist längst obsolet, es bleibt nur die Aussöhnung zwischen beiden Völkern.

Nir Baram: Im Land der Verzweiflung. Ein Israeli reist in die besetzten Gebiete, Hanser Verlag, München, 304 Seiten, 22,90 Euro, ISBN 978-3-446-25046-8

Kommentare