Fashion Show

Kurz, kürzer, Louis Vuitton: Die Resort Kollektion 2016 und die Super-Shorts

am 08.05.2015 um 14:22 Uhr

Das Resort-Karussell dreht sich fröhlich weiter: Nach Karls koreanischer Candy-Party, lockte nun Nicolas Ghesquière für Louis Vuitton seine Gäste ins sonnige Palm Springs und zeigte im legendären Anwesen von Bob Hope eine Resort Kollektion, die es in sich hatte. Im wahrsten Sinne des Wortes: Neben fließenden Maxikleidern und wild gemusterten Lederjacken mit Ethno-Hauch, stachen uns vor allem die ultrakurzen, ultraknappen Shorts ins Auge. Die Hot Pants waren definitiv ein Hauptelement der gesamten Show und warfen binnen Sekunden so allerlei Fashion-Fragen auf: Wie kurz ist z u kurz? Und wer kann das überhaupt tragen? Erfahren Sie hier und in unserer Bildergalerie alles zu den knappesten Shorts des Jahres

Wenn Monsieur Ghesquière eines weiß, dann wie man eine Pariser Boho-Party in den Golden Sunshine State namens Kalifornien verlegt: Im legendären Anwesen des mindestens ebenso legendären Entertainers Bob Hope zeigte der Kreativdirektor eine texturenreiche, enigmatische Kollektion mit furchtlosem Prärie-Appeal, derben Lederelementen und mustergültigem 70s-Einschlag.

Kollektion der Widersprüche

Der verwinkelte Betonbau in Palm Springs, den Bob Hope einst bewohnte, begründete eine neue Ära der modernen, amerikanischen Architektur und schien auch Ghesquière stark beeinflusst zu haben. „Der Widerspruch zwischen der rohen Architektur und der vornehmen Inneneinrichtung inspiriert mich, ich liebe die Idee von weich und hart zur selben Zeit”, sagte der Designer zur auserwählten Location.

Kein Wunder also, dass auch in der neuen Resort Kollektion das Weiche mit dem Harten, das Natürliche mit dem Technisierten und das Neue mit dem Alten verschmolz. In diesem Fall fanden erneut die Einflüsse der 60er- und 70er-Jahre zu einer neuen Umsetzung: Fast derb im Kriegerprinzessinnen-Look schritten die Models mit robusten Boots und perforierten Lederkleidern über den Laufsteg. Das Spiel mit den Texturen reihte sich ebenfalls in die Philosophie der Widersprüche ein: Funkelnde, Schlangenleder-ähnliche Stickereien trafen auf weiches, gelochtes Lammleder, intensive Pailletten-Spiele im Colorblock-Stil auf Reißverschlüsse und Lederschnürungen.

Kürzer geht’s nicht: Die neue Vuitton-Shorts 2.0

Was uns bei dieser Kollektion aber definitiv am allermeisten ins Auge stach? Die ultrakurzen Hot Pants, die nicht einmal den gesamten Popo der Models bedeckten, stattdessen aber hochgeschnitten sowie sehr eng in der Taille saßen und mit derben Boots und kastenförmigen Jacken kombiniert wurden. Die Materialen der Ultra-Shorts variierten hierbei von Jeans und glänzendem schwarzem Leder, das fast an PVC erinnerte, bis hin zu Kombinationen, die in ihrer eklektischen Zusammensetzung wahren Kunst-Kollagen ähnelten. Schlangenleder, kräftige Ornamente und dicht bestickte Pailletten-Bahnen fanden ihren Weg so auf nur eine einzige Shorts.

Sind die Super-Shorts also der neue Sommer-Trend für das kommende Jahr? So sehr wir Louis Vuitton auch lieben, wir sind uns nicht sicher. Denn die logische Gegenfrage, die sich aufdrängt, lautet doch: Wie kurz ist denn nun zu kurz? Und wer kann das überhaupt tragen? Liebe Ladies, schwierige Frage, schwierige Antwort. Ab heute lediglich eine Extraportion an Squats und Lunges einzulegen, hilft hier leider auch nicht unbedingt weiter. Denn die Super-Shorts waren so kurz, das sie selbst an den ultraschlanken Size-Zero-Beinen der Models stellenweise unvorteilhaft saßen.

Unser Fazit: Die neue Hot Pants 2.0 von Louis Vuitton ist definitiv nur etwas für sehr mutige und sehr schlanke Frauen, die in sehr warmen Gefilden – Palm Springs?! – die Strandpromenade auf und ab flanieren. Besser ist es, denn auch das Hinsetzen könnte die Trägerin vor eine logistisch unausführbare Aufgabe stellen. Ach ja, und Eis essen wäre selbstverständlich auch nicht drin.

Entdecken Sie die aktuellen Bilder der Louis Vuitton Cruise Collection 2016 sowie die kürzesten der kurzen Shorts hier in unserer Bildergalerie.

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