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Lügen haben kurze Beine: Bei diesen Dingen sollten Sie in der Partnerschaft nie lügen

am 18.12.2015 um 11:59 Uhr

Wir kennen sie alle: Die kleinen, unwichtigen Lügen, die wir unserem Partner ab und an heimlich unterjubeln. Sei es nur, um seine Gefühle nicht zu verletzen, kleine Diskussionen zu schlichten oder einfach triviale Alltäglichkeiten aufzulösen. Muss er nun ehrlich hören, dass wir seinen neuen Haarschnitt nicht ganz so super finden? Eher nicht. Es sind Notlügen, die im besten Fall keinen großen Einfluss auf die Beziehung nehmen. Machen Sie aber niemals den Fehler, alle Lügen auf eine Stufe zu stellen: Denn es gibt vor allem drei Dinge in einer Partnerschaft über die Sie niemals lügen sollten! Erfahren Sie alles dazu hier und in unserer Bildergalerie.

„Lügen haben kurze Beine“, „Ehrlich währt am Längsten“ – jeder kennt diese Aussprüche und jeder weiß auch, dass er den Partner im Grunde nicht anlügen sollte. Trotzdem tun wir es immerzu: In einer Studie der DePaul Universität aus Chicago fanden Wissenschaftler heraus, dass sich Paare im Schnitt drei Mal pro Woche anlügen, um Konflikte zu vermeiden oder die Gefühle des anderen nicht zu verletzen. Die Grenze beginnt jedoch dort, wo die kleine Notlüge ohne böse Intention zu einer gefährlichen Lüge wird, die Ihre Beziehung zerstören könnte.

Bettgeflüster: Let’s talk about Sex

Einfach mal schnell den Orgasmus vortäuschen? Und ihm dann ins Ohr flüstern, wie schön es war? Ihm versichern, dass Sie auf seine Moves abfahren, dabei gibt es da jede Menge Luft nach oben? Falls Sie denken, dass es sich hierbei auch nur um kleine, unwichtige Lügen handelt, dann machen Sie leider nicht nur ihm, sondern auch sich etwas vor.

Lassen Sie uns hier einmal Klartext sprechen: Es ist kein Geheimnis, dass relativ viele Frauen immer noch regelmäßig ihren Orgasmus vortäuschen. Laut einer Studie der University of Kansas sind es sogar 68 Prozent aller Frauen und erstaunliche 28 Prozent aller Männer, die das regelmäßig tun, weil sie die Gefühle ihres Partners nicht verletzen wollen oder sich unter Druck gesetzt fühlen.

Aber jetzt mal ganz ehrlich Ladies, muss das wirklich sein? Natürlich ist es in einer Beziehung niemals leicht über unangenehme Dinge zu sprechen und das Ego des Geliebten anzukratzen schon einmal gar nicht. Aber haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie sich die Situation so jemals zum besseren verändern soll? Wie soll er wissen, was er besser machen könnte, wenn er nicht einmal weiß, dass er etwas falsch macht? Sex-Lügen sind keine kleinen Notlügen, sondern Lügen, die Ihren wohlverdienten Spaß im Schlafzimmer zu Nichte machen und somit auf lange Sicht Ihre Beziehung untergraben. Und das Schlimmste? Sie sind komplett unnötig, sondern nur aus einer Passivität und Unsicherheit heraus geboren.

Also hören Sie auf es vorzutäuschen, sondern zeigen Sie ihm sanft und liebevoll, aber bestimmend, was sich gut, besser anfühlt. Stehen Sie Ihre Frau!

Herzblut und andere Gefühle

Vom Schlafzimmer zum Wohnzimmer: Genauso wenig, wie Sie in puncto Sex niemals lügen sollten, sollen Sie auch im Bezug auf Ihre Gefühle niemals lügen. Denn das, was Sie empfinden, ist legitim und macht Sie zu dem Menschen, der Sie sind. Vor allem in heftigeren Auseinandersetzungen mit dem Liebsten, die drohen so richtig auszuarten, lügen wir öfter als es uns vielleicht bewusst ist. Natürlich tun wir dies, weil wir unseren Partner lieben und die Situation beschwichtigen wollen. Das Problem ist nur: Wenn Sie Ihre Gefühle ständig herunterschlucken und die gefühlte Enttäuschung, den angestauten Zorn mit einem verkniffenen „Nein, alles ist okay“ abspeisen, dann sind Sie auf einer gefährlichen Einbahnstraße Richtung Frust unterwegs.

Stehen Sie stattdessen zu Ihren Gefühlen, versuchen Sie diese aber in ein Subjekt-bezogenes Gewand zu verpacken: Werfen Sie Ihrem Partner keine absoluten Vorwürfe à la „Du kümmerst dich nicht genug um mich! Du bist doof!“ an den Kopf, sondern sagen Sie: „Ich habe das Gefühl, dass du dich nicht um mich kümmerst und das macht mich traurig / wütend.“ Wenn Sie Ihre Aussagen mit dem Prädikat einer persönlichen Emotion und nicht mit dem eines Vorwurfs belegen, dann fühlt sich Ihr Liebster gleich weniger angegriffen und hat mehr Möglichkeiten mit echter Empathie zu reagieren.

Der Beziehungskiller: Fremdgehen

Es ist ein besonders schwieriges, prekäres Thema: Das Fremdgehen. Sollte man selbst einmal in der misslichen Lage gesteckt haben, dann kennt man die Argumente, die man gegen sich selbst und die eigene Ehrlichkeit ins Feld führt: Man will den Partner ja nur beschützen, seine Gefühle nicht verletzen. Im Grunde beschützt man aber nicht den Liebsten, sondern nur sich selbst, weil man weiß, dass man die Beziehung mit der Wahrheit für immer beenden könnte.

Dabei bewegt man sich in einer gefährlichen Grauzone zwischen Verdrängung und Schuldgefühlen: Das Lügen macht am Ende alles nur noch schlimmer und führt den Betrug des Fremdgehens weiter fort. Und seien Sie sich sicher: In diesem Fall haben Lügen wirklich kurze Beine, der Betrug wird aktuell bleiben und Ihre Beziehung auf die eine oder andere Art stetig sabotieren, sei es auch nur durch Unsicherheit, Schuldgefühle und unterbewusste Handlungen. Und was, wenn es der Andere von einer dritten Person erfährt, würde das nicht noch alles schlimmer machen?

Auch wenn es in diesem Fall unendlich schwer fällt, nicht zu lügen, weil Sie es riskieren, die bessere Hälfte zu verlieren: Seien Sie ehrlich, gestehen Sie Ihre Untreue und verlieren Sie nicht die Hoffnung. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass Sie nach dem Fremdgehen mit Ihrer Ehrlichkeit die Beziehung doch noch retten können, ist dabei gar nicht so schlecht.

Eine Studie aus dem wissenschaftlichen Magazin „Couple and Family Psychology: Research and Practice“, die in der Zusammenarbeit mit der University of Washington und der University of California entstanden ist, beweist folgendes: Während Untreue die Chance einer Scheidung oder Trennung in jedem Fall signifikant erhöht, hat die Partnerschaft eine signifikant größere Chance zu überdauern, wenn die Affäre vom Partner gebeichtet wird. So ließen sich in dieser Langzeit-Studie, die über fünf Jahre ging, 80 Prozent der Paare scheiden, die eine heimliche Affäre hatten, jedoch nur 43 Prozent der Paare, die ehrlich gebeichtet hatten.

Wir können Ihnen also nur eines raten: Schlucken Sie die bittere Pille, beichten Sie Ihrem Partner Ihr Vergehen und arbeiten Sie an sich, um herauszufinden, was überhaupt zu dem Fehltritt führte. Dann erst können Sie wieder daran denken, das Vertrauen und die Intimität zu Ihrem Partner neu aufzubauen.

Impressionen zum Thema „Darüber sollten Sie niemals in einer Beziehung lügen“ , finden Sie hier.

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