Chanel Luxus
Miriam Bektasiam 26.05.2017

Dekadentes Luxus-Gadget oder Zeichen kultureller Arroganz? Ein Bumerang des Modelabels Chanel sorgte dieser Tage im Netz für ordentlich Häme. Was ein Sportartikel mit Rassismus zu tun hat und was genau die Gemüter so erhitzte, dass die Kommentarspalten glühten, erfährst du hier.

Wirft man einen Bumerang, kommt dieser zurück. Und das kann auch wehtun. Das bekam auch Chanel die Tage zu spüren. Stein des Anstoßes: Make-up-Artist Jeffree Star postete über Instagram ein Bild eines schwarzlackierten Chanel-Bumerangs – und prompt explodierten die Kommentarspalten. Um den horrenden Preis von zirka 2.000 Dollar ging es dabei aber nicht.

Über 2.000 Kommentare innerhalb weniger Stunden

Der Vorwurf: Kulturelle Aneignung. Das Wurfgeschoss ist nämlich das Symbol der bis heute benachteiligten australischen Aborigines. Genauer gesagt diente es den Down Under Ureinwohner als Jagdwaffe. Die Kommentare kochten über: Rund 2.300 Beiträge mit überwiegend Schelte und Kritik hagelte es innerhalb weniger Stunden. Kurzsichtigkeit, Anmaßung und sogar Rassismus wurde dem Pariser Modelabel vorgeworfen.

Having so much fun with my new #Chanel boomerang 🖤

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„Ein Bumerang ist kein Spielzeug. Es ist so ekelhaft, dass Chanel denkt, es wäre okay, Profit aus der Kultur der Aborigines zu ziehen. Es ist auch widerlich, dass Jeffree Star denkt, es wäre mehr als in Ordnung, dieses furchtbare Stück der Aneignung zu besitzen“, schreibt einer seiner 5 Millionen Follower etwa. Dass der Bumerang seit Jahrhunderten auf der ganzen Welt als Sportgerät genutzt wird, schien für die Kritiker unerheblich.

Herabwürdigung oder Wertschätzung?

Kontrovers: Karlie Kloss mit indianischem Federschmuck bei der Victoria’s Secret Show

Die Debatte um kulturelle Aneignung – in Englischen auch als „Cultural Appropriation“ bezeichnet – zieht seit Jahren weite Kreise. Der zentrale Kritikpunkt: Wer die Symbole nicht-weißer Kulturen zur Schau stellt und sich somit aneignet, verstärke damit die weiße Dominanz. Denn Weiße, so der Vorwurf, verfügen aufgrund ihrer Hautfarbe über Privilegien, die man sich bewusst machen müsse. Fragt sich nur, wo Kritiker die Grenze ziehen möchten. War es auch rassistisch, als Karlie Kloss bei einer Victoria’s Secret Show mit einer Federhaube geschmückt auftrat oder Gigi Hadid auf dem Cover der arabischen Vogue mit einem Schleier zu sehen war? Kulturelle Aneignung muss nicht zwangsläufig Nivellierung oder Ausgrenzung bedeuten. Die Verwendung eines Symbols einer bestimmten Kultur kann sogar etwas Wertschätzendes sein und dazu führen, das übernommene Symbol in ein kollektives Bewusstsein zu integrieren.

Chanel entschuldigt sich für das Missverständnis

Das französische Traditionshaus hat übrigens auf die Anschuldigungen reagiert und sich in einem offiziellen Statement mit folgenden Worten für das Missverständnis entschuldigt: „Chanel respektiert alle Kulturen. Die Inspiration für den Bumerang wurde bei sportlichen Aktivitäten geholt und es war nie unsere Absicht, die Kultur der Aborigines und die Bedeutung des Bumerangs als kulturelles Symbol zu missbrauchen.“ Kulturelle Aneignung der australischen Ureinwohner, war also sicher nicht gemeint gewesen – aber von Chanel auch nicht ganz zu Ende gedacht worden.

Die besten Zitate der Stilikone Coco Chanel findest du übrigens hier. Was denkst du über die Rassismusvorwürfe gegen Chanel? Findest du das Modehaus steht zu Recht in der Kritik oder hältst du die Anschuldigungen für übertrieben?

Bildquelle: Getty Images/Jamie McCarthy/Dan Kitwood

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