Mailand Fashion Week

Milano Moda Donna: Die Wochenend-Highlights von Versace, Dolce & Gabbana und Co.

am 28.09.2015 um 15:55 Uhr

Wow, was war das für ein grandioses Fashion-Wochenende in Mailand? Mit Emporio Armani, Etro, Versace, Bottega Veneta, Roberto Cavalli, Jil Sander, Dolce & Gabbana und Salvatore Ferragamo gaben sich die ganz großen Namen bei der Mailänder Modewoche die Klinke in die Hand. Wie sich einige der Labels neu entdeckten und welche Designer Italien einmal mehr ihre Liebe gestanden, das erfahren Sie hier und in unserer großen Fotoshow mit den Fashion-Week-Highlights vom Wochenende.

Die einen holen den Dschungel auf die Straßen, die anderen Haute Couture und wieder andere Designer schwelgen in Erinnerungen. Das waren die modischen Wochenend-Highlights in Mailand.

Emporio Armani liebt die graue Stadt

Giorgio Armani bleibt seiner Hingabe zur Farbe Grau auch im nächsten Sommer treu. Vielleicht, weil Grau so spielend leicht zu anderen Farben kombiniert werden kann. Vielleicht aber auch, weil sein geliebtes Mailand gern „ die graue Stadt“ genannt wird.

Die Kollektion: Emporio Armanis Kollektion für den Sommer 2016 mag nicht unbedingt an den Hochsommer, dafür aber umso mehr an den Früh- oder Spätsommer erinnern. Im Zusammenspiel von maskulinen und femininen Schnitten zeigte Giorgio Armani beispielsweise Blazer mit betonten Schultern, Karottenhosen, Faltenröcke, Hüfthosen, bauchfreie Tops und kreierte damit einen Mix aus 70er- und 80er-Jahre-Looks. Diese trafen dann jedoch auf kantige Oversized-Styles im androgynen Look. Ein toller, starker Style für den nächsten Spätsommer.

Die Farben: Das Hauptaugenmerk der Kollektion liegt ganz klar auf der Farbe Grau und ihren vielseitigen Kombinationen. Grau wird zu Erdtönen, zu Pastell oder zarten Puder-Tönen kombiniert.

Unser Lieblingslook: Der in unseren Augen schönste Look war ausgerechnet nicht in Grau, sondern durch und durch in Erdtönen gehalten. Eine schimmernde Karottenhose mit Schleifenschnürung am Hosenbund kombinierte der Designer zu einem Blazer mit Zickzack-Muster, braunen Peeptoe-Flats, einem Seidentuch und einer braunen Ledertasche.

Etros nomadischer Garten

Etros Kollektion für den Sommer 2016 trägt den Namen „Nomadic Garden (Deutsch: Nomadischer Garten“). Das klingt irgendwie paradox, scheinen die Nomadenkultur und ein Garten doch zwei komplett gegensätzliche Dinge zu sein. Doch irgendwie passen sie auf dem Laufsteg erstaunlich zu zusammen.

Die Kollektion: Ausgangspunkt der Kollektion waren botanische Bilder des 19. Jahrhunderts. Dementsprechend finden sich auch in Etros Kollektion die Stile des Empires wieder: Enge, um den Hals gebundene Bänder, Millefleur-Prints, Stufen- und Maxikleider aus Satin und Spitze, gehäkelte Tops, Raffungen und Rüschen. Dieses unschuldige, ländliche Bild einer Frau kombiniert die Designerin Veronica Etro mit modernen Optiken wie Blousons und Bomberjacken. Ein gekonnter Mix.

Die Farben: Die Farbauswahl der Kollektion ist zum einen von starken, glamourösen Gold- und Silberoptiken sowie dunklem Nachtblau, Schwarz und Rot bestimmt. Zum anderen sind auch die unschuldigen, weißen Gewänder und die folkloristischen Details bestimmend.

Unser Lieblingslook: War ein silberner Hauch von Nichts – ein Minikleidchen mit Taillenbetonung in Kombination zu einer transparenten, offen getragenen Rüschenbluse und hochgeschnürten Stiefeln. So und nicht anders stellen wir uns einen Sommernachtstraum vor.

Versaces Großstadtdschungel

Im nächsten Sommer werden Armeejacken zum absoluten Sommer-Essential – zumindest, wenn es nach Donatella Versace geht. Der Sommer 2016 steht bei ihr nämlich ganz im Zeichen eines Dschungels – eines Großstadtdschungels, um genau zu sein.

Die Kollektion: Die Kollektion von Versace bietet genau das, was man sich unter einem Großstadtdschungel so vorstellt. Allerdings schaffte es Donatella Versace, das Derbe der Military-Jacken und Kastenformen mit femininen Silhouetten und zarten Stoffen in Einklang zu bringen. Weite Hosen, knappe Minikleider, schlichte Blazer und Bandeau-Tops ergaben so zu Leder- und Armeejacken ein stimmiges, taffes Bild ab.

Die Farben: Ganz Dschungel-like ist die Kollektion für den nächsten Sommer selbstverständlich von Animal-Prints bestimmt. Diese allerdings nicht in den herkömmlichen Tierfarben, sondern in leuchtenden Grün-, Gelb- und Violett-Nuancen. Aber auch das klassische Armeegrün und Beige-Töne spielen bei Versace eine große Rolle.

Unser Lieblingslook: Eine Kombination aus einem Minikleid in Armeegrün mit Nietendetails am Rundhalsausschnitt und einer kastenförmigen Armeejacke mit großen, aufgesetzten Taschen in Beige. Stilmix at its best.

Bottega Venetas Funktionskleidung

Die Deutschen werden oft als klassische Jack-Wolfskin-Windjacken-Träger abgestempelt. Wir gelten als eine der Nationen, die Funktionskleidung besonders lieben. Tomas Maier scheint dies bewusst zu sein, denn er fand in den Stoffen, Farben und Details von Funktionsbekleidung die Inspiration für die neue Kollektion von Bottega Veneta.

Die Kollektion: Auf raffinierte Weise spielt der Designer mit Funktionskleidungs-ähnlichen Stoffen wie Seesucker und Elementen aus Segel- und Wandersport. Die zu jeder Windjacke gehörenden Kordelzüge benutzt er beispielsweise als Stickerei und lässt sie dann als Fransen auslaufen, Metallösen setzt er zufällig als Gestaltungselement ein. Aber nicht nur die Funktionalität lag dem Designer bei seiner Kollektion am Herzen, sondern auch die Verbindung zur Natur. Zusammen ergibt das ein Gesamtbild, welches für praktisch angewandte Mode steht.

Die Farben: Passend zum naturbezogenen Thema ist die Kollektion von Erd- und Beige-Tönen sowie Tarnfarben bestimmt. Ein zartes Violett und ein tiefes Nachtblau sorgen für farbliche Akzente.

Unser Lieblingslook: Ein derber Midi-Rock mit Tarnmuster in Kombination zu einem gestreiften Wollpullover in Grau, Schwarz, Rot und Orange.

Roberto Cavalli im neuen Glanz

Es war ein Neuanfang für Peter Dundas, denn schon einmal arbeitete er im Designteam von Roberto Cavalli, bevor er als Kreativdirektor bei Emilio Pucci tätig wurde. Nun wollte er bei seiner Kollektion für Roberto Cavalli für frischen Wind sorgen und das Label wieder seinem Ursprungsgedanken näher bringen: Haute Couture auf die Straße holen.

Die Kollektion: Auf den ersten Blick wirkt seine Kollektion für Roberto Cavalli deutlich weniger von 70er-Jahren inspiriert als seine letzte, typische Kollektion für Emilio Pucci. Ganz auf diesen Look verzichten kann er dennoch nicht. Demnach sind es extrem kurze und enge Kleider mit Stickereien, Rüschen und Schleifen, die das Bild der Kollektion bestimmen. Als Gegensatz zu diesen körpernahen Silhouetten kombiniert Peter Dundas die glamourösen Looks zu fransigen Jeanswesten oder Bomberjacken.

Die Farben: Die Farben der Kollektion sind ebenso frisch wie die Schnitte und Kombinationen. Somit sind es ein leichtes Rosé, schimmerndes Silber, Violett, Aprikot und Gelb, die die Farbwahl bestimmen.

Unser Lieblingslook: Kein spezieller Look, sondern die Kombination von bodenlangen Ballröcken mit leichten Batik-Farbverläufen zu T-Shirts und gemusterten Bomberjacken.

Jil Sander mixt Klarheit und Romantik

Die Kollektion für den Sommer 2016 durchleuchtet das Label Jil Sander von einem anderen Blickwinkel. Die für Jil Sander typischen cleanen Designs werden nun nämlich mit Sinnlichkeit und Romantik gepaart.

Die Kollektion: Cleane Schnitte an Seide und Leder erhalten durch Knoten, Drapierungen und Falten einen weichen Touch, während klassische Blazer durch Cut-Outs an Modernität gewinnen. Leichte Satinkleider fliegen augenscheinlich um die Körper der Models, lassen Dessous durchscheinen und Anzughosen ähneln weiten Pyjama-Hosen. Es wird ein entspannter, lässiger und leichter Sommer, den uns Jil Sander da in aller Abgeklärtheit präsentiert. Uns gefällt der Mut zu mehr Romantik.

Die Farben: Im nächsten Sommer treffen bei Jil Sander blasse Farben wie Weiß, Hellblau, Sand und Hellgrau auf rostige und tiefblaue Akzente.

Unser Lieblingslook: Die Neuinterpretation eines klassischen Anzuges. Leichte, nicht übertriebe Puffärmel werden zu einer engen, cleanen Silhouette ergänzt, während sich die Romantik des Looks an den verspielten Falten der Karottenhose wiederfindet.

Dolce & Gabbana voller Liebe zu Italien

Während es im letzten Jahr noch die Mütter waren, die Domenico Dolce und Stefano Gabbana mit ihren „Mamma“-Entwürfen feierten, sind es im Sommer 2016 italienische Speisen, das Meer, die Familie – eigentlich alles, wofür Italien steht. Einmal mehr bestätigt das Designer-Duo die Klischees und Liebe zu ihrer Heimat Italien.

Die Kollektion: Dolce & Gabbana bleibt auch im Sommer 2016 seinem folkloristischen Stil treu. Kindliche Zeichnungen und verspielte Schriftzüge wie „Pizza“, „Mare“ oder „Familia“ drücken einmal mehr das aus, was das Design-Duo hinter dem Label so an ihrer Heimat fasziniert. Diese Klischees und Liebesbekundungen präsentieren Domenico Dolce und Stefano Gabbana im Stile der 50er- und 60er Jahre mit ausgestellten Minikleidern und Häkel-Ensembles mit Midi-Röcken, aufwendigen Stickereien und mächtigen Prints. Aber auch klassische und einfache Kastenschnitte an Shirt-Kleidern sind Teil der Kollektion, nur unter all den schweren, belebten Prints kaum als solche zu identifizieren.

Die Farben: Kunterbunt, anders lässt sich diese fröhliche Liebeserklärung an Italien voller Landschafts- und Wahrzeichen-Prints sowie den vielen Botschaften nicht zusammenfassen.

Unser Lieblingslook: Den gab es offen gestanden nicht. Zu schön war das Gesamtbild der belebten Folklore-Kollektion. Ein Highlight gab es dennoch: Im Stile des 21. Jahrhunderts waren die fröhlich grinsenden Models auf dem Catwalk damit beschäftigt, Selfies von sich zu schießen, die dann per Livescreen direkt dem Publikum präsentiert wurden. Eine coole Idee.

Salvatore Ferragamo in italienischer Leichtigkeit

Ebenso verliebt in sein Heimatland Italien zeigte sich am Wochenende auch das Traditionshaus Salvatore Ferragamo. Kreativchef Massimiliano Giornetti verpasste den perfekt geschnittenen, klaren Looks des Labels zur Abwechslung mal eine Prise italienische Leichtigkeit.

Die Kollektion: Neben den Ferragamo-typischen eleganten Vorzeigelooks, sind es auch bodenlange Sommerkleider, schwingende Volants, verspielte Drapierungen, Schichten und Falten, die das Bild der Sommerkollektion prägen. Direkt wie von der Küste sehen sie aus, die eleganten und zeitlosen Designs, die dem Traditionshaus ein neues Gefühl der Leichtigkeit erlauben.

Die Farben: Selbstverständlich sind Schwarz und Weiß auch im Sommer 2016 wichtige Themen bei Salvatore Ferragamo. Allerdings wird das klassische Bild von leuchtenden Orange-, Blau- oder Grüntönen sowie Streifenoptiken ergänzt.

Unser Lieblingslook: Verliebt haben wir uns in einen Lederrock mit aufwendigen Drapierungen auf Taillenhöhe sowie Schleifenschnürungen am Bund und am Saum, der zu einer weißen Bluse mit voluminösen Rüschen-Ärmeln kombiniert wurde.

Sehen Sie sich die Key-Looks der Shows von Emporio Armani, Etro, Versace, Bottega Veneta, Roberto Cavalli, Jil Sander, Dolce & Gabbana und Salvatore Ferragamo im Rahmen der Fashion Week in Mailand in unserer Fotoshow an.

Kommentare


Luxus: Mehr Artikel