MFW

Mailand Fashion Week: Die Highlights von Jil Sander, Dolce&Gabbana und Co.

am 22.09.2014 um 17:56 Uhr

Das letzte Wochenende der Mailand Fashion Week hatte es mal wieder in sich: Rodolfo Paglialunga zeigte seine erste, heiß erwartete Kollektion für Jil Sander, Thomas Maier hüllte für Bottega Veneta die moderne Tänzerin in feinste Luxusstoffe und Mister MSGM, Massimo Giorgetti, spielte für das kommende Frühjahr mit literarischen Referenzen. Bei Marni hingegen gab es allerlei kosmopolitische Tendenzen und Origami-Anleihen, während bei Dolce & Gabanna das sizilianische Feuer ausbrach. Erfahren Sie hier und in der Bildergalerie alles zu den fünf schönsten Kollektionen dieses Mailänder Fashion-Wochenendes.

Bevor der Modezirkus für die finale Runde nach Paris zieht, lassen wir mit dem letzten Wochenende der Mailand Fashion Week die Trends noch einmal Revue passieren: Mailand machte auch diese Saison seinem Namen alle Ehre und sorgte für eine bunte, lebendige und facettenreiche Vielfalt. In verschiedenen Shows (u.a. Gucci) sah man den Hippie-Flair wiederaufleben, es gab exzentrische Überraschungen (Moschino), nachtblaue Ozeanwelten (Emporio Armani), sachlich-moderne Designs mit starken Asia-Referenzen (Marni), sichtbare Säume an Mänteln und Kleidern (u.a. Prada oder Bottega Veneta), und erstaunlich viel Patchwork und Gingham.

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Jil Sander: Die erste Kollektion von Rodolfo Paglialunga für Jil Sander wurde mit Spannung erwartet und erntete im Nachhinein reichlich positive Resonanzen ­– zu Recht! Der elegante, minimalistische Stil, für den das Traditionshaus steht, wurde wie erwartet fortgeführt, nicht aber, ohne einen frischen Wind hinzuzufügen. Maskuline Schnitte schmiegten sich an weibliche Silhouetten, die Taille wurde in Richtung Hüfte verschoben, schlichte Faltungen, steife Hemdkragen, die unter königsblauen Pullovern und Westen hervor lugten, setzten den Ton in Richtung Androgynität fest. Ein besonderer Eyecatcher der Kollektion war das ungewöhnliche Schuhwerk: Ein Stiefelhybrid zwischen Veloursleder-Kniestrumpf und Sandale.
Unser Fazit: Spiel mit Gender-Identitäten findet sich im lässigen Office-Look – sehr tragbar!

Marni: Bei Marni herrschte japanische Strenge und ein kosmopolitischer Geist. Die ausladenden Blumenprints, auch gerne in edlem Silber, und lebhaften Flora-Referenzen tendierten jedoch niemals ins Romantische, sondern passten sich an die cleane Tendenz der restlichen Kollektion an. Dort herrschte nämlich eine weiße Ordnung: Kimonohafte Lagenlooks mit breiten schwarzen Obigürteln, deutliche Origami-Referenzen mit gefalteten Stoffen und architektonischen Looks! Dazu erinnerten lässige Sandalen oder Plateaus einen modernen Geisha-Look.
Unser Fazit: Japanische Eleganz trifft traveller spirit – lässig!

Bottega Veneta: Auch bei Bottega Veneta ging es klassisch und sachlich zu, dabei traf die Neue Sachlichkeit wie gewohnt auf puren Luxus in Form von erlesenen Stoffen und exquisiten Materialien. Aufregend war auch der Materialmix: Gingham, Denim, Pailletten, Lurex und Seide fanden ganz natürlich zueinander. Nicht zu übersehen waren auch die Anleihen von moderner Sportswear in Form von edelsten Sweatpants. Er sei inspiriert gewesen vom Bild einer Tänzerin, die auf dem Weg zu ihren Proben sei, sagte Thomas Maier dann backstage zu seiner neuen Linie. Folglich kein Wunder, dass die Kollektion die Eleganz einer Ballerina off-duty verkörpert.
Unser Fazit: Thomas Maier schafft es, sogar dem robustesten Material überhaupt – Denim – zu einem luxuriösen Touch zu verhelfen!

MSGM: Massimo Giorgetti ist ja bekannt dafür, gerne popkulturelle Elemente in seine Kollektionen mit aufzunehmen und mit modernen Referenzen aus der Bildenden Kunst zu spielen. Inspiration seiner neuesten Kollektion war aber diesmal ein literarisches Werk, der Roman „Freedom“ von Jonathan Franzen. Wer mit dem Buch vertraut ist, weiß auch um die Bedeutung des warblers, eines Singvogels aus der Familie der Sperlinge. So gab es neben hauchdünnen, durchsichtigen T-Shirts mit der Block-Aufschrift „FREEDOM“ auch reichlich gefiedertes Tier in Musterform zu bewundern. Singvögel und Spechte fanden sich auf seidigen Tops, Mänteln und locker fließenden, transparenten Maxikleidern. Auch der MSGM Signature-Look mit ausladenden Streifen und Blumenpattern war in frischen Frühjahrsfarben vertreten.
Unser Fazit: Bei MSGM herrscht wieder heißer It-Piece-Alarm und so wird es uns nicht wundern, wenn auch Key-Pieces dieser Kollektion ihren Weg auf diverse Best-Dressed-Listen und Streetstyle-Blogs finden.

Dolce & Gabbana: Diese Kollektion setzte sich deutlich von allem ab, was sonst auf der Mailand Fashion Week zu sehen war. Domenico und Stefano zogen in puncto „heiß und feurig“ nämlich sämtliche Register. War die Farbe Rot sonst eher wenig vertreten, so dominierte sie bei Dolce & Gabbana. Starke sizilianische Referenzen trafen auf einen eindrucksvollen Flamenco-Torero-Look: Bestickte Boleros zu kurzen Hosen mit hohem Bund, italienische Spitze, Rüschen, feurige Herz- und Rosenprints feierten eine Ode an die Latina. Als Ergänzung gab es eine Reihe von witwenschwarzen Outfits: Korsagen, Reifröcke und schwarze Spitze sorgten für die gehörige Portion an Drama und traditionellem Sexappeal.
Unser Fazit: Hier wird die Frau zur Königin, feminin und sexy. Da bleibt nur ein begeisterter Ausruf: Olé!

Entdecken Sie die Looks und Highlights von Jil Sander, Dolce & Gabbana und Co. auf der Mailand Fashion Week hier in unserer Bildergalerie.

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