Mailand Fashion Week

Mailand Fashion Week: Trend-Highlights von Roberto Cavalli, Dolce & Gabbana und Co.

am 02.03.2015 um 16:44 Uhr

Bevor wir uns mit Paris dem Ende des Fashion-Week-Marathons für die Saison Herbst/Winter 2015/2016 nähern, ist erst einmal noch Mailand mit all seinen Design-Größen um Bottega Veneta, Roberto Cavalli, Emilio Pucci, Dolce & Gabbana und Co. an der Reihe. Welche Rollen die werte Frau Mama, Asien oder das Leben unter freiem Himmel bei den vergangenen Schauen in Mailand spielten, verraten wir Ihnen mit den Trends und Highlights vom Wochenende hier und in unserer Fotoshow .

Es gibt sie doch noch, die Kollektionen mit tieferem Sinn. Das hat uns vor allem das emotionsgeladene Mode-Wochenende der Mailänder Fashion Week bestätigt.

Bottega Veneta: Selbstbewusst und jung

Die nostalgischen Erinnerungen der 60er- und 70er-Jahre ziehen sich auch durch die Mailänder Modewoche, so beispielsweise beim Designer Tomas Maier und seiner Kollektion für das Label Bottega Veneta. War uns der Modeschöpfer und sein Stil eigentlich als eine Art Ruhepol bekannt, als Mode, die in sanften Farben und femininen Silhouetten von Individualität und Stilbewusstsein zeugt, unterzog Tomas Maier seine Handschrift nun einer Verjüngungskur.

Die wichtigsten Trend für 2015/2016: In der nächsten Saison schreien die Kreationen von Bottega Veneta förmlich nach Aufmerksamkeit und überraschen in akkurat durchdachten und selbstbewussten Schnitten. Einen besonderen Fokus legte der Designer hinter dem Label auf Anzugformen, die in cleanen Silhouetten und leger kombiniert besonders tragbar –beinahe „normal“ und von der Straße weg – scheinen.

Trendfarben 2015/2016: So widersprüchlich es auch klingen mag, so harmonisch und doch durcheinander waren die Farbkombinationen bei Bottega Veneta. Schwarz, Weiß, Lila und Rosé kombiniert Tomas Maier für den nächsten Herbst genauso wie die Metallic-Nuancen Gold, Silber und Bronze – wahlweise sogar gepunktet, gestreift, kariert oder mit grafischen Formen verschönert.

Unser Lieblingslook: Eine gepunktete Anzughose in Rosé und Schwarz, die Tomas Maier zu einer ebenfalls roséfarbenen Schluppenbluse aus Satinseide kombinierte.

Roberto Cavalli: Leo- und Blumenprints auf asiatisch

Roberto Cavalli blieb seiner Linie treu und zeigte für den Herbst und Winter 2015/2016 eine Reihe wunderschöner Looks, die von Leoparden-Mustern, Blumenprints, Pailletten und allem Auffälligen geprägt war. Und doch verpasste er dem typischen Cavalli-Style einen neuen Touch, den eines China-Girls nämlich. Inspirieren ließ sich der Designer von einem in Hong Kong gedrehten Film der 60er-Jahre.

Die wichtigsten Trend für 2015/2016: Bei Roberto Cavalli bleibt es gewohnt sexy und die Kollektion wurde mit allerhand Prints versehen. Knappe Leoparden-Kleider, tiefe Ausschnitte und sexy Cut-Outs bleiben dem Label auch im nächsten Herbst und Winter erhalten. Das Neue: Der Designer kreierte einen Mix aus asiatischen Optiken und italienischer Kunst – die langen Westen erinnern an den Chic eines Cheongsam, die Blumen auf den Seidenchiffon-Blusen an die Muster einer Ming-Vase.

Trendfarben 2015/2016: Romantik pur. Man sah ein wenig Rot und Blau in sanften Farbverläufen auf wallenden Roben, ansonsten blieb die Kollektion von auffälligen Allover-Prints auf Senfgelb, Moosgrün, Schwarz und Weiß bestimmt.

Unser Lieblingslook: Das Keypiece – ein knöchellanger Mantel, außen kariert und innen mit handbemalter Seide gefüttert – wurde zu einem Pailletten-Minirock, einer Seidenbluse, einer schwarzen Krawatte und Leo-Booties kombiniert. Ein Hoch auf den Variationsmut.

Emilio Pucci: Ein persönlicher Abschiedsgruß

Aus und vorbei ist die Zeit von Peter Dundas bei Emilio Pucci. Der Meister war für ganze sieben Jahre der kreative Kopf des Labels und ließ sich schon 2008, zu Beginns seiner Ära, von den 60er- und 70er-Jahren leiten – wo andere Labels erst in den letzten Jahren ansetzten. Nach dieser Zeit bei Emilio Pucci, spielt die magische Zahl Sieben, die Magie überhaupt, bei seiner letzten Kollektion, seiner letzten Verbeugung als Emilio-Pucci-Designer eine übergeordnete Rolle.

Die wichtigsten Trends für 2015/2016: Inspirationen über Inspirationen. Peter Dundas zeigte bei seiner letzten Kollektion für Emilio Pucci noch einmal, was in ihm steckt und inszenierte den Look von Stevie Nicks und Jimmy Page ebenso neu, wie die von Pucci selbst geprägten schwarz-weiß Optiken und zollte seiner Liebe zur Magie mit Sternzeichen-Assoziationen Tribut. Die Magie seiner Inspirationen zog sich an Samt-Schlaghosen und Patchwork-Jacken aus Leder (Jimmy Page), an Seidenblusen, Rüschenkleidern und bodenlangen Mänteln (Stevie Nicks) und üppigen, schwarz-weißen Prints (Emilio Pucci) durch die Kollektion. Seine Vorliebe für die Hippie- und Rock’n’Roll-Kultur betonte Dundas an sexy Entwürfen, die er mit der Magie der Sternzeichen paarte. Einige Kollektionsstücke waren sogar auf das Geburtsdatum der jeweiligen Models angepasst.

Trendfarben 2015/2016: Es sind Schwarz und Weiß sowie verschiedene Rot-Nuancen, die das Ende der Dondas-Ära im Hause Emilio Pucci markieren.

Unser Lieblingslook: Ein außergewöhnlicher Look aus einem transparenten Kleid mit tiefem Dekolleté, welches Peter Dundas zu einer Samtjacke mit Sternzeichen-Stickereien kombinierte und von keiner Geringeren als Eva Herzigova präsentieren ließ.

Marni: Fierce Wanderer

Mit starrem Blick und starkem Schritt liefen die Models bei Marni über den durchnässt scheinenden Laufsteg, selbstbewusst und mit genauem Fokus, wohin es sie verschlagen wird. Sie erweckten den Eindruck eines Wolfsrudels der Rasse „Extra schick“.

Die wichtigsten Trend für 2015/2016: Laut Marni-Designerin Consuelo Castiglioni übersteht die Frau den nächsten Winter mutig, selbstbewusst und auf alle Gegebenheiten vorbereitet. In bodenlangen Mänteln, die wie Kleider schienen und durch breite Taillengürtel an Form gewannen, oder Kleidern mit aufgesetzten Fell-Ärmeln und –Taschen wanderten die Models ihren Natur-Pfad entlang. Geprägt von Stärke und Selbstbewusstsein kann die wilde Wanderin im nächsten Winter getrost auf jeglichen Schnickschnack und überflüssige Details verzichten.

Trendfarben 2015/2016: Selbstverständlich Naturfarben wie Beige, Braun, Grau, tiefes Rot und Navyblau – wahlweise auch an Blätterprints.

Unser Lieblingslook: Schwer zu sagen – es war nicht ein bestimmter Look, der uns begeisterte, sondern vielmehr der Mut zu etwas Anderem, etwas Wildem.

Dolce & Gabbana: Mamma mia

Allen Negativschlagzeilen zum Trotz präsentierten Domenico Dolce und Stefano Gabbana für ihre Kollektion für den Herbst und Winter 2015/2016 eine Show, die Emotionen weckt. Sehnt man sich in schwierigen Zeiten doch oft nach der Hilfe einer ganz bestimmten Frau, widmeten die beiden Designer ihre Kollektion voll und ganz genau dieser Person: Der Mama. Eine Schar von Müttern mit Babys auf den Armen schritt beim italienischen Erfolgsduo über den Laufsteg, allen voran die schwangere Bianca Balti, die ihren Babybauch voller Stolz mit den neusten D&G-Kreationen in Szene setzte. Nach dieser Kollektion des italienischen Traditionshauses bleibt nicht viel mehr zu sagen als: Hoch lebe die Mama!

Die wichtigsten Trends für 2015/2016: Einmal ganz von den süßen Babys auf dem Laufsteg abgesehen, war die Kollektion von Dolce & Gabbana eine für das Label typische (und gute). Die Silhouetten waren klar an die der 60er-Jahre angelehnt. Der eigentliche Kollektions-Look entsprach der klassischen D&G-Norm: Viel Spitze, Blumenprints und florale Stickereien auf eleganten Etuikleidern. Dem typisch, romantischen Look wurde allerdings mit Liebesbekundungen an die werte Frau Mama ein Höhepunkt verliehen. „Amore per sempre“ (Deutsch: „Für immer Liebe“) steht – vielleicht etwas kitschig – auf einigen der Kleider, wenn sie nicht gerade mit putzigen Kinderzeichnungen versehen sind.

Trendfarben 2015/2016: Wie für Dolce & Gabbana so üblich, sind es Schwarz und dunkle Rottöne, die sich auf Stickereien behaupten, während Spitze vor allem in zarten Nude-Nuancen gehalten wird. Für ein farbliches Highlight sorgten allerdings die bunten Prints auf einigen Kleidern, die an Kinderzeichnungen erinnerten.

Unser Lieblingslook: Nehmen Sie es uns nicht übel, aber es ist uns nicht gelungen, einen Lieblingslook auszumachen. Zu süß sind die vielen Details, zu ehrlich und liebevoll diese emotionale Message. Kitschig, schön und zum Verlieben.

Sehen Sie sich diese Kollektionen und weitere von Jil Sander, Salvatore Ferragamo und Missoni in unserer Fotoshow an.

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