MBFWB 2015

Mercedes-Benz Fashion Week Berlin: Tag 2

am 21.01.2015 um 14:41 Uhr

Nachdem Tag 1 bereits voller Highlights war, ging es am Tag 2 ebenso eindrucksvoll weiter. Ob unkonventionelle Locations, aufregende Front-Rows oder überraschende Kollektionen, die Berliner Modewoche zeigt sich von seiner besten Seite und enttäuscht das geladene Publikum auch dieses mal nicht. Erfahren Sie hier in den Schauen-Protokollen und in der Bildergalerie , welche Shows uns am zweiten Tag überzeugen konnten und welche Highlights wir für Sie erspäht haben.

Die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin hatte am zweiten Tag namhafte Designer wie Lena Hoschek, Marc Cain, Malaikaraiss und viele weitere auf der Agenda.

Anja Gockel – Take me home

Mit dem obligatorischen Hahnenschrei eröffnete Designerin Anja Gockel ihre Show am Morgen des zweiten Tages bei der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin.

Die Kollektion: Anja Gockels Kreationen für Herbst/Winter 2015/16 sind bestimmt durch typisch herbstliche Farben wie rostiges Orange, Rot, Senfgelb, Grün, Grau, Braun und natürlich klassisches Schwarz. Dazu feminin geschnittene Stücke, die den weiblichen Körper optimal umspielen: Bleistiftröcke, gerade Hosen oder enge Leggings, taillierte Kurzblazer, die durch einen Gürtel eine besonders schöne Silhouette formen sowie Jumpsuits und Etuikleider.

Der Beauty-Look: Für die Saison Herbst/Winter 2015/16 heißen wir den Mittelscheitel recht herzlich willkommen. Die Models trugen ihre größten Teils langen Haare in leichte Wellen gelegt und wie vom Wind zerzaust. Ebenso natürlich war auch das Make-up: Die Augen wurden durch dunkelgraue Smokey-Eyes betont und die Lippen in ein zartes Rosa gehüllt.

It-Pieces: Unser Lieblings-Look ist bis auf schwarze Ankle Boots in Braun gehalten. Anja Gockel kombiniert zu einer metallisch glänzenden braunen Lederleggings, einen kurzen braunen Pailletten-Mini und dazu ein locker fallendes braunes Leder-Top. Abgerundet wird der Look durch einen braunen knöchellangen Ledermantel mit Fell-Revers.

Lena Hoschek –L´Heure Bleue

Die österreichische Designerin Lena Hoschek eröffnete ihre Runway-Show musikalisch mit Dave Brubecks legendärem Song „Take Five“ – und somit war klar, wohin die Reise gehen würde: In ein New York der späten 1950er-Jahre, geprägt von einem ganz besonderen musikalischen Gefühl.

Die Kollektion: Ganz im Gegensatz zur afrikanisch angehauchten Kollektion des Sommers ist die neuste Hoschek-Kollektion geprägt durch gedeckte Farben – allen voran ein mystisches Blau. Aber auch ein lebendiges Feuerrot oder verspielt, herbstlich anmutende Muster aus abstrakten Blättern bestimmten das Bild. Ungewohnt für Lena Hoschek waren hingegen maskulin inspirierte Marlene-Hosen, die mit gewickelten Oberteilen kombiniert wurden. Ansonsten blieb Hoschek ihrer Linie selbstverständlich treu: Sanduhrsilhouetten wohin das Auge blickt, geformt durch enge Taillen und ausladende Röcke oder Etuikleider.

Die Beauty-Looks: Passend zur „Blauen Stunde“ war auch das Make-up durch blaue Nuancen bestimmt. Make-up-Artist Boris Entrup spielte mit schwarzen, grauen und blauen Schattierungen und setzte die klassischen Smokey Eyes neu in Szene. Dazu wurden die Haare à la Brigitte Bardot dramatisch toupiert und hoch gesteckt und mit Haarbändern versehen.

It-Piece: Vom Glamour des alten Hollywoods inspirierte Roben bildeten den atemberaubenden Abschluss der Show ebenso wie das mit Applaus begrüßte Brautkleid. Unser Highlight war allerdings ein rotes, ärmelloses Kleid mit rund auslaufendem V-Ausschnitt und Blütenapplikationen.

Bobby Kolade – Auf ganzer Linie unkonventionell

Designer Bobby Kolade gilt als eines der großen Nachwuchstalente der deutschen Modeszene und so lud der talentierte Künstler das Publikum während der Mercedes-Benz Fashion Week nicht etwa wie viele seiner Kollegen ins „Zelt“, sondern in eine Offsite-Location, die sich sehen lassen konnte. Das „Berghain“, einer der legendärsten Techno-Tanz-Tempels der Welt und ein alter Bunker, bot mit seinen kalten, schlichten Beton-Wänden und der Live-Performance von Sängerin „Mama“ die perfekte Ergänzung zu der neuen Kollektion von Bobby Kolade.

Die Kollektion: Das Label steht für experimentelle Materialien und aufregende Schnitte. So fiel die Kollektion auch diesmal aus und überzeugte durch asymmetrische, skulpturale Formen und außergewöhnliche Stoffen wie ugandischer Baumrinde, Kautschuk, handgewebter äthiopischer Baumwolle, Kammgarnflanell, Tencel-Rayon und handgefärbter Wolle. Dieser Mix in Kombination mit Farben wie Rosa, Himmel- und Saphirblau, Gelb und Metallic sorgte für jede Menge Eyecatcher auf dem Laufsteg.

Die Beauty-Looks: Die Models trugen ihre Haare offen und zu einem Seitenscheitel gestylt. Mit Hilfe eines Glätteisens wurde die größere Hälfte der Haare mit einem harten Bruch versehen, der wie eine moderne Wasserwelle erschien. Zu einem knallroten Lidschatten wurde ein sauberer Lidstrich in Schwarz gezogen.

It-Pieces: Neben der Kollektion stachen die Schuhe der Models ins Auge, die Bobby Kolade zusammen mit dem veganen Schuhlabel Alarma Futura entwarf und die aus Baumrinde bestehen und mit gold- und silberfarbenen Absätzen versehen wurden.

Minx by Eva Lutz – Klassische Feminität

Ein eingängiger Rhythmus aus den Lautsprechern, ein Zusammentreffen deutscher Prominenz in der Front-Row und auf dem Laufsteg und elegante, feminine Looks mit modernen Elementen, das war die Show von Minx by Eva Lutz.

Die Kollektion: Die Trendfarbe des Jahres 2015, Marsala, war bei Eva Lutz im Zusammenspiel mit einem eleganten Altrosa vertreten. Dazu gesellten sich zeitlose, klassische Farben wie Camel, ein heller Kaffeeton sowie Schwarz und Weiß. Metallische Pieces und Netzstoffe sorgten für einen modernenTouch. Kleider und Röcke in A-Linie, Culotte-Hosen, Capes, Ponchos und elegante Abendkleider unterstrichen die typisch feminine Linie von Minx by Eva Lutz.

Der Beauty-Look: Die Haare der Models waren zurückgekämmt und vielen über die Schultern in sanften Wellen. Das Gesicht schimmerte in einem frischen Glanz, die Augen waren großzügig in einem Rosaton umrandet. Die Lippen waren in einem matten, hellen Beerenton gehalten.

Die Front-Row: In der ersten Reihe der Show nahmen unter anderem der Modelagent und ehemalige Juror von „Germany’s next Topmodel“, Peyman Amin, sowie die Schauspielerinnen Christine Neubauer, Andrea Sawatzki und Jana Pallaske Platz. Auf dem Laufsteg begeisterten Topmodel Franziska Knuppe sowie Rebecca Mir und Luisa Hartema. Rebeccas Verlobter, der Tänzer Massimo Sinato, saß natürlich ebenfalls in der Front-Row.

It-Piece: Besonders gut haben uns die metallisch glänzenden Loafer mit dicker, schwarzer Sohle gefallen.

Gebrochene Herzen bei Barre Noire

Ein weiteres Jubiläum auf der Fashion Week in Berlin: Der Designer Timm Süßbrich zeigte am zweiten Tag der Fashion Week seine mittlerweile zehnte Kollektion, allerdings erst seine fünfte offizielle Präsentation. Unter dem Motto „Smells like broken hearts“ wurde der Designer bei seiner Kollektion vom Berliner Lebensstil beeinflusst.

Die Kollektion: Der typische Berliner stylt sich in Tim Süßbrichs Augen so, als hätte er sich kaum Gedanken darüber gemacht, wie er aussieht. Meist scheint es sogar, als hätte er Liebeskummer, was in der Stadt der Singles wohl nicht weit hergeholt ist. Genau dieses Berliner Muster war die Inspiration für die neue Kollektion. Traurig, trist oder gar unüberlegt sahen die Pieces allerdings bei Weitem nicht aus. Die für Barre Noire typischen Muster waren selbstverständlich wieder ein großes Thema, diesmal in opulenter Blätteroptik auf derben Stoffen, die überraschenderweise sehr elegant und erwachsen daher kamen. Zu diesen aufregenden Prints gesellten sich Smokey-Pastell-Töne in Rosé, Blau und Grün auf Blusen und weiten Hosen sowie schimmernde Orange-Nuancen auf Midi-Röcken.

Der Beauty-Look: Die Haare der Models wurden, zur Inspiration passend, undone gestylt. Mittelscheitel, lockerer Knoten auf Nackenhöhe und fertig ist der Berliner Look. Auch das Make-up war diesem Schema angepasst und sehr clean gehalten, lediglich die Augenbrauen und Lippen waren leicht betont, ansonsten blieb der Teint natürlich und weitestgehend unberührt.

It-Piece: Angetan hat es uns ein geradliniger Oversized-Blazer aus derbem Material und mit opulentem Ornament-Muster in Schwarz und Gold. Ein toller Bruch am eleganten Abendlook.

Marc Cain: Retro-Chic der Sechziger und Siebziger Jahre

Die Show von Marc Cain ist jedes Jahr ein spektakuläres Highlight der Extraklasse auf der Berlin Fashion Week. Neben der Präsentation der neuesten Modetrends gehören Showeinlagen und hochkarätige Gäste standesgemäß zum Event dazu. Die Kollektion für Herbst/Winter 2015/2016 war von der Streetstyle-Szene der Sechziger Jahre beeinflusst und beinhaltete auch deutliche Elemente der Disko-Ära der Seventies. Mit einer lauten, ausgelassenen Tanzeinlage wurde die bunte Show eröffnet.

Die Kollektion: Rollkragenkleider und –pullover, kurze Etuikleidchen und dicke, flauschige Fellmäntel mit glatter oder zotteliger Textur bestimmten die Looks bei Marc Cain. Funkelnde Pailletten- und glänzende Metallic-Hosen sowie coole Highwaist-Midiröcke sorgten für einen femininen Retro-Glamour. Farblich bewegte sich die Kollektion zwischen dezenten Nuancen wie Camel, Grau und Schwarz sowie bunten Farbspielen aus Rosa, Sonnengelb, Signalrot und Himmelblau. Auch an Mustern wurde nicht gespart: Zur klassischen Leo- und Punkte-Optik kamen grafische Prints und Patchwork-Elemente hinzu.

Der Beauty-Look: Der Beauty-Look war natürlich ebenfalls im Stil der Sechziger Jahre gehalten. Die Haare waren am Hinterkopf großzügig toupiert und die Längen zu einem tiefen Pferdeschwanz kunstvoll im Nacken eingedreht. Die vordere Haarpartie war dank eines tiefen Seitenscheitels einmal quer über den Kopf gekämmt und fixiert. Die Augen waren großzügig in tiefem Schwarz zu Cat-Eyes geschminkt.

Die Front-Row: Wenn die Megastars aus Hollywood zur Berlin Fashion Week kommen, dann gewiss zur Show von Marc Cain. Die Ehrengäste waren diesmal die Schauspielerinnen Katie Holmes und Elizabeth Hurley, die unter Blitzlichtgewitter in der ersten Reihe Platz nahmen. Auch deutsche Stars wie Moderatorin Sylvie Meis, Tänzerin Motsi Mabuse und Schauspielerin Marie Bäumer gaben sich die Ehre.

It-Piece: Unsere It-Pieces der Kollektion waren definitiv die zotteligen Felljacken und –mäntel, die nicht nur cool aussehen, sondern uns auch bei Minusgraden noch wohlig warm halten werden.

Malaikaraiss – Tomboy trifft auf 70s-Chic

Für die Herbst/Winter-Kollektion 15/16 hat sich das Berliner Trend-Label Malaikaraiss diesmal eine ganz besondere Offsite-Location auserkoren: Das FAZ-Atrium in der Nähe der Friedrichstraße bot eine eindrucksvolle Kulisse der 70s- inspirierten Kollektion.

Die Kollektion: Ja, auch in Berlin gilt das Motto – the 70s are back! Die Farben der Entwürfe spiegelten die hippieesken Reminiszenzen besonders deutlich wider: Viel Beige, Camel und Karamel war zu sehen, aber auch Marsala, die Pantone-Trendfarbe des Jahres, ein kräftiges Senfgelb sowie ein pudriges Altrosa dominerten die Farbauswahl. Die Silhouetten griffen das inoffizielle Thema der Show, Tomboy trifft auf Siebziger-Chic, auf und erarbeiteten schöne Kontraste. Asymmetrische Schnitte gesellten sich zu fließenden, grafischen Konturen, Menswear-Stoffe, Merino und geriffelte Wolle ergänzten die feminin-fließende Seide.

Beauty-Looks: Done, undone! Die Haare waren Tomboy-like zu lässigen Zöpfen gezwirbelt, einige Strähnen durften sich auch ruhig selbstständig machen, während das Make-up in der gewohnten Nude-Palette rangierte.

It-Piece: Frischen Wind in die Kollektion brachte zum ersten Mal die Verwendung von Jeansstoffen, die, zweifach gefärbt, für ein indigoblaues Leuchten sorgten und den 70s-Vibe erst richtig verbreiteten. „Der doppelt gefärbte Jeansstoff ist komplett ohne Waschung und ein Material, mit dem wir diese Saison das erste Mal arbeiten“, sagte uns dazu Designerin Malaika Raiss höchstpersönlich im kurzen Interview vor der Show. „Mit dem leuchtend blauen Denim wollten wir einfach mal etwas Neues ausprobieren!“ Uns zumindest gefällt der neue Casual-Touch sehr gut. Ebenfalls ein legerer Eyecatcher: Cremefarbene Cowboy-Stiefel zu lässigen Dreiviertel-Hosen mit sichtbarer Bügelfalte.

Showtime bei Marcel Ostertag

Er ist ein Meister der Inszenierung und eröffnet seine Shows mit Vorliebe selbst. Was wäre die Berliner Fashion Week nur ohne den Wahl-Münchner Marcel Ostertag? Bei seiner neuen Kollektion änderte der Erfolgsdesigner jedoch einiges und kehrte dem Zelt am Brandenburger Tor den Rücken. Er entschied sich stattdessen für eine rockige Show in der Kreuzberger Heeresbäckerei, deren Räume in Kriegszeiten als Lazarett dienten.

Die Kollektion: Die neue Kollektion von Marcel Ostertag ist vor allem eines: Tragbar. Unter dem Motto „Lava“ präsentierte der Designer eine Reihe eleganter Pieces aus fließenden Stoffen. Dominierend waren, dem feurigen Thema angepasst, selbstverständlich Farben wie Rot, Schwarz, Weiß und Grau. Erstmals beinhaltet eine Linie des Münchner Designers auch eine Strick-Kollektion. Überlange Mäntel, Rollkragenpullover und dicke Kaschmirschals sind im nächsten Herbst und Winter bei Marcel Ostertag ebenso bestimmend, wie Felljacken und derbe Mäntel in femininen Schnitten.

Der Beauty-Look: Typisch für Marcel Ostertag waren auch die wunderschönen Models, die selbstverständlich durch die Bank weg Traumfiguren hatten, aber eben nicht zu mager waren. Ihre gesunden, langen Haare waren in leichte Wellen gelegt und wurden mit Mittelscheitel offen getragen, während das Make-up sehr schlicht blieb, weder Lippen noch Augen stark betont wurden.

It-Piece: Vielleicht nicht unbedingt das tragbarste Piece der Linie, aber auf jeden Fall ein toller Hingucker war ein knielanges, langärmeliges Kleid mit Rollkragen, komplett aus Fell.

Dimitri: Zwischen griechischer Göttin und Folklore

Beinahe jeder Look, der von den Models auf der Show von Dimitri auf der Berlin Fashion Week präsentiert wurde, löste beim anwesenden Modepublikum größte Begeisterung aus. Immer wieder war vereinzelt Beifall oder ein allgemeines Seufzen zu hören, wenn die wallenden Kleider und folkloristischen Pieces auf dem Laufsteg zu bewundern waren.

Die Kollektion: Leichte Kleider aus Chiffon und Satin trafen auf schwere Lederhosen und –röcke, zarte Plisseefalten auf voluminöse Drapierungen und Oversized-Schnitte. Gemusterte Ponchos, lange Fellmäntel sowie Quastenketten und –gürtel verströmten eine folkloritische Note zu den sonst sehr romantischen, eleganten Entwürfen. Die Farbpalette reicht von dunklem Khaki über Magenta und Aubergine bis hin zu warmen Erdtönen. Warme Goldtöne tauchten immer wieder in Form von schimmernden Kleidungsstücken, Kettenapplikationen, Knöpfen und aufregenden Riemchenstilettos auf.

Der Beauty-Look: Die Haare der Models waren streng nach hinten gekämmt, die Seitenpartien besonders dicht an den Kopf angelegt. Über die Schultern fielen sie glatt herunter. An der Stirn hatten die Models noch eine goldene, spitz zulaufende Goldkette liegen. Die Wangen und die Augenlider schimmerten passend in einem Goldton.

It-Piece: Der Gold schimmernde Hosenanzug ist eine glamouröse Alternative zu luftigen Kleidern uns bringt uns dieses Jahr wortwörtlich den goldenen Herbst, auch wenn dieser Wetter-technisch zu wünschen übrig lassen sollte.

Entdecken Sie in der Bildergalerie die Highlights vom zweiten Tag der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin .

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