Durch die Woche mit der Mercedes-Benz Fashion Week London

am 17.09.2013 um 17:23 Uhr

Der Laufsteg glänzt, der graue Teppich ist gesaugt und während zahlreiche Damen noch mit den geschundenen Füßen der New York Fashion Week zu kämpfen haben, steht London bereits in den Startlöchern. Vom 13. bis zum 17. September findet hier die Mercedes-Benz Fashion Week London statt und zeigt neben Punk-Ikone Vivienne Westwood unter anderem auch die Spring/Summer-2014-Kollektionen von Mulberry, Paul Smith, House of Holland, Matthew Williamson und vielen mehr. Wir führen Sie mit unserer aktuellen Übersicht durch fünf spannende Tage.

Die Fahnen vor dem Somerset House in London sind gehisst. Die Mercedes-Benz Fashion Week London hüllt für wenige Tage die stilsichere Stadt in eine riesige Mode-Blase. Alles rum um die Highlights, Hingucker und High Heels erfahren Sie hier.

Tag 1: Freitag, 13. September 2013

Eröffnet wurde der erste Tag der London Fashion Week mit den Kreationen von Bora Aksu. Der aus der Türkei stammende Designer lebt bereits seit 15 Jahren in London und ließ sich bei seiner Frühjahr/Sommer-Kollektion 2014 von der Schönheit eines Sommermorgens inspirieren. Diese spiegelte sich wider in leuchtend gelben Stoffen, blumigen Stickereien und traditionellen Mustern. Magentafarbene Seide reihte sich mit kleinen, weißen Söckchen ebenso in das Kollektionsbild ein, wie ein Look im Stil von „Alice im Wunderland“ oder fließende, schwarze Kreationen aus Chiffon. So träumt definitiv der Sommer!

Darauf folgten weitere leuchtend gelbe Looks vom Designer-Duo Fyodor Golan, wie zum Beispiel ein auffälliger Hosenanzug aus glänzender Wildseide und kräftige Sorbetfarben von der koreanischen Designerin Jackie Lee und ihrem Label J. JS Lee. Mutig inszenierte die Central-Saint-Martins-Absolventin von 2010 unterschiedliche Stoffe miteinander und schreckte dabei nicht vor grellen Türkistönen und zarten Sorbetfarben zurück. Mit der Kreation einer neuen Art des Color-Blockings und grafischen Details wird bereits nach den ersten Schauen der diesjährigen Mercedes-Benz Fashion Week London deutlich: Farbe ist Trend!

Color-Blocking und farbenfrohe Designs wie die der Modeschöpfer PPQ aka Amy Molyneaux und Percy Parker sind nicht ganz nach Ihrem Geschmack? Dann dürften Sie an den Kreationen von Jasper Conran und Jean-Pierre Braganza durchaus gefallen finden. Schwarz-weiße Grafik-Prints und aufregende Drucke dominierten hier unterschiedliche sommerliche Outfits aus Seide, Chiffon und Baumwolle und wurden auf dem Laufsteg von Jasper Conran zusätzlich in einem schwarz-weißen Runway-Ambiente präsentiert, das nahezu irisierend auf die Zuschauer anmutete. Hier wurde die Wirkung auf jeden Fall nicht verfehlt!

Tag 2: Samstag, 14. September 2013

Wer geglaubt hatte, dass mit den zarten Sorbettönen und den schwarz-weißen Print-Outfits bereits schon alle Trends für die kommende Frühling/Sommer-Saison 2014 vorhergesagt wurden, der sollte nun besonders gut aufpassen. Denn das Label Sister by Sibling überraschte am zweiten Tag der London Fashion Week mit ausgefallen Strick-Ensembles, die Mutige sogar im Büro tragen könnten. Vom Bleistiftrock mit Fransen bis hin zum transparenten Netzpullover war morgens um 10 Uhr garantiert auch die letzte Reihe hellwach. Kombiniert mit bauchfreien Crop-Tops und verspieltem Charme war diese Show mit Sicherheit ein voller Erfolg.

Zuvor startete Designerin Zoe Jordan in den Tag im Somerset House in London und griff dabei klassische Office-Looks auf. Vom klaren metallischen Grau bis hin zum pudrigen Pastellrosa wurde hier Stilbruch ganz groß geschrieben und mit lässigen Print-Shirts aus Seide in Szene gesetzt. Für alle Fashionistas die bei den zahlreichen Modenschauen noch immer nicht wussten, in wessen Show sie sich befanden, hatte die Designerin ein ganz besonderes Short parat. “Zoe Jordan” stand in großen Graffitti-Lettern auf der edlen Seide und wirkte trotz rosafarbenem Rock unfassbar casual und tragbar.

Am Nachmittag zeigte Julien Macdonald seine edlen Glitzer-Kreationen auf dem glänzend polierten Catwalk der LFW und ließ dabei wie gewohnt keine Wünsche offen. Glamourös und luxuriös muteten seine bodenlangen Kleider bestickt mit schimmernden Plättchen, Perlen und Lurexfäden an und überzeugten vor allem durch den Einsatz von transparenten Stoffen. Diese Abendroben werden wir in Zukunft mit Sicherheit auf dem einen oder anderen roten Teppich wiedersehen.

Wenn sich Stars wie One Direction-Liebling Harry Styles, Pixie Geldof und selbst It-Girl Alexa Chung es sich nicht nehmen lassen, die Modenschau von House of Holland zu besuchen, dann gibt es garantiert mehr zu sehen als die A-Prominenz in der Front Row. Etliche bedruckte Seiden-Ensembles in leuchtenden Lila- und Violetttönen wurden hier dem urbanen Trend der Zeit angepasst und ließen außerdem Henry Hollands gesamten Inspirationen aus den Tattoo-Studios von Venice Beach erkennen. Metallicfarbene Schuhe, coole Caps und Lippen in kräftigen Fuchsia in einer verspiegelten lilafarbenen Wolken-Kulisse, mit der noch nicht mal die Haarfarbe von Kelly Osbourne mithalten konnte, sorgten am Ende des zweiten Tages der London Fashion Week für eine exzentrische Modenschau der Superlative.

Tag 3: Sonntag, 15. September 2013

Wie weckt man die Besucher der London Fashion Week am dritten Tag am besten? Richtig, mit einer außergewöhnlichen Location und viel Neon. Dessen waren sich auch die Designer des Labels Preen bewusst und schickten ihre Zuschauer prompt in das Londoner Natural History Museum. Absolut durchdacht, denn nirgendwo anders hätten die Kreationen von Justin Thornton und Thea Bragazzi besser zur Geltung kommen können. Geometrische Schnitte, Neon-Pink und klare Weißtöne setzten hier ein futuristisches Statement, das dennoch tragbar ist. Mit dem Spiel aus plastischen Materialien und fester Baumwolle wurde hier sowohl Altbewährtes, wie das Patchwork-Muster, mit Modernem vereint. Es würde uns durchaus nicht wundern, wenn diese Looks in der kommenden Frühjahr/Sommer-Saison zum absoluten Trend avancieren.

Weiter ging es mit Kreationen von Vivienne Westwood, Matthew Williamson und Jonathan Saunders. Drei Designer, deren Signatur nicht unterschiedlicher sein könnte und dennoch schafften es alle, den kommenden Frühling/Sommer 2014 dem Publikum ein Stück näher zu bringen. Um 17 Uhr setzte Designerin Vivienne Westwood mit ihrem Red Label wie gewohnt auf die Kunst der Kostüme und Hosenanzüge und verwandelte tragbare Styles mit maskenartigem Make-up im Grusel-Style zu außergewöhnlichen Hinguckern. 

Darauf folgte die luftige Kollektion von Modemacher Matthew Williamson, der ebenfalls seiner Handschrift treu blieb und mit fließenden Prints in Dunkelblau, weißer Transparenz und Stickereien sommerliche Gefühle weckte.

Einer der letzten dieses Tages war Designer Jonathan Saunders, dessen Kollektionen stets für Print und Farbe stehen. Diesen Stil setzte er auch dieses Mal gekonnt um und brachte mit plissierten Röcken, blumigen Prints und Plateau-Sohlen in Holz-Optik die sonnigen 70er Jahre ins kalte London.

Tag 4: Montag, 16. September 2013

Nanu, diesen futuristischen Metallic-Trend haben wir doch in dieser Woche schon gesehen? Richtig, bei Preen klappte uns am gestrigen Tage die Kinnlade herunter und auch heute hatten die Besucher der London Fashion Week wieder ordentlich etwas zu gucken und zu tuscheln. Ort des Geschehens: Die Modenschau von Christopher Kane. Im Namen der Blume richtete der Modemacher seine gesamte Kollektion aus und ließ diese in Comic-Manier auf Organza sticken. Doch auch holografische Effekte und schimmernde Metallic-Kleider kamen hier nicht zu kurz und wurden gekrönt von tropfenförmigen Cut-Outs und dem Schriftzug “Flower”. So natürlich war eine Modenschau noch nie!

Kurz vor dem Ende der London Fashion Week gingen Burberry Prorsum und Tom Ford noch ein Mal in die Vollen. Während bei Burberry alle Zeichen auf Pastellblau und pudrige Farben von Creme bis Rosé standen, setzte Tom Ford am Ende des Abends auf eine ordentliche Portion „edgy Chic“ und setzte damit auf das optimale Pendant zu den zahlreichen Bonbon-Farben, die wir in den letzten Tagen bereits gesehen hatten. Kurze Minikleider in leuchtendem Koralle oder dunklem Schwarz sowie coole Laser-Cut Looks aus Leder dominierten die selbstbewusste Kollektion. Das regelrechte Schmuckstück der Kollektion war ausnahmslos der modische Zweiteiler in Mosaik-Optik.



Tag 5: Dienstag, 17. September 2013



Um 11 Uhr zeigte Simone Rocha im Londoner Somerset House ihre Interpretation des kommenden Frühlings/Sommer 2014 und setzte sowohl auf klare Silhouetten als auch auf verspielte Formen, wie zum Beispiel körpernahe Bustier-Kleider und kurze Tops mit ausgestellten Röcken. Auch hier wurde viel mit unterschiedlichen Materialien und dem Effekt der Transparenz gespielt. Für einen zusätzlichen Stilbruch sorgte nicht nur der coole Walk der Models, sondern auch die flachen Schuhe und die moderne Frisur. Ähnlich wie bei den Kreationen von Vivienne Westwood ist auch hier alles eine Frage des Stylings.

Die Runway-Highlights von der Mercedes-Benz Fashion Week London finden Sie in unserer Fotoshow.

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