Chapeau, Michael Michalsky: Puttin’ on The Ritz mit Atelier Michalsky

am 11.07.2015 um 13:28 Uhr

„Wer stieg daraus wie ein Phoenix aus dem Schutt“, hört man Hildegard Knef am Ende singen und man mag es unweigerlich auch auf Michael Michalsky, Berlins Star-Designer, münzen: Nennen wir es Wiedergeburt, Neuerfindung oder Gegenströmung – Michael Michalsky bewies mit seinem Abgesang auf die Fast Fashion und seiner Couture-Präsentation im Grand Ballroom des Berliner Ritz Carlton, dass die Mode eben doch nicht tot ist, sondern sich lediglich in einem neuen (und atemberaubenden) Gewand zeigt. Wie dieses aussieht, das erfahren Sie hier und in der Fotoshow .

Michael Michalsky hat es mal wieder allen gezeigt. Nachdem er seine letzte StyleNite im Rahmen der Berlin Fashion Week im Winter absagte, spekulierte die Branche schon über eine mögliche Pleite des Star-Designers. Doch nun werden so einige Kritiker sicher verstummen, denn was Michalsky am Abend des 10. Juli 2015 zeigte, war ganz großes Fashion-Kino, das sich ohne Vergleiche zu scheuen so auch in den heiligen Mode-Hallen von Paris hätte abspielen können.

Die Location: Puttin’ on the Ritz

Nicht nur die Gäste hatten sich für die StyleNite im Nobel-Hotel Ritz Carlton Berlin in Schale geworfen, auch der Grand Ballroom wurde für die Couture-Präsentation in ein Meer aus Blumen gehüllt: Säulen wurden über und über mit kleinen Crysanthemen verkleidet und ein männlicher und ein weiblicher, beeindruckend großer Torso, ebenfalls aus Crysanthemen, wurden auf einem Crysanthemen-Bett platziert. Kein Zufall, schließlich bedeuten die zarten Gewächse nicht nur Glück und Seligkeit, sondern stehen in der japanischen Symbolik auch für Unsterblichkeit und Vollkommenheit, weil sie länger blühen als viele andere Blumen. Elemente, die sich auch in Michalskys Kollektion widerspiegeln.

Die Kollektion: Out of time

Eines wurde schnell klar: Wenn Michalsky Couture sagt, dann meint er das auch! Das Setting war durch einen durchs Publikum verlaufenden Runway sowie einen massiven Kronleuchter bestimmt. Internationale Topmodels wie Esther Heesch oder Antonia Wesseloh betraten und verließen den Saal durch große Flügeltüren, die immer wieder neu geöffnet wurden und uns ein wenig an die Herbst/Winter 2013/14-Präsentation von Louis Vuitton erinnerten.

Und schon nach den ersten Looks wurde klar: Hier trifft japanischer Purismus auf einen Hauch Futurismus. Fließendes Seidenorganza gesellte sich zu steif architektonisch anmutenden Drapierungen, handgefertigte Spitze zu festem Wollstoff. Klassische, weit ausladende Culottes, kurze Tennisröcke und die für Michalsky typischen dramatischen Abendkleider wurden kombiniert mit fast schon klobigen Plateauschuhen in Weiß oder Silber-Metallic.

Die bedeutungstragenden Crysanthemen fanden sich nicht nur auf spektakulären Hüten wieder, sondern zum einen auch als Verzierungen oder Applikationen auf einzelnen Kreationen, sowie in farblicher Hinsicht in der ganzen Kollektion. Diese war nämlich dominiert von einem puristischen Weiß – ganz wie die Blume des Abends. Aber auch zarte Sorbettöne wie Gelb- und Mint-Nuancen waren neben schwarzen Akzenten beherrschend.

Den Kreationen, insgesamt übrigens 21 Damen- und sieben Herren-Looks, setzte Michalsky in Zusammenarbeit mit den Experten von Maybelline New York und L’Oréal Professionnel futuristisch anmutende Beauty-Looks entgegen: Betonte und akkurat gezeichnete braune Augenbrauen trafen auf einen dramatisch breiten schwarzen Lidstrich mit metallischer Außenlinie. Die Haare wurden hingegen teilweise in an Prinzessin Leia erinnernde Schnecken gedreht und mit kantigen Haar-Bauten kombiniert.

Unser Fazit: Michael Michalsky ist seine Wiedergeburt in Atelier Michalsky mehr als gelungen! Er zeigte eine Couture-Linie, die trotz ihrer Andersartigkeit immer noch bestimmt ist durch die typische Michalsky-DNA. Kreationen, die man trotz ihrer Ausgefallenheit sofort tragen möchte. Sagen wir es mit Hildegard Knef: „Und wer zieht heut wie einst die Menschen wieder an?“ – Michael Michalsky!

Die Gästeliste: Das ist Berlin

Berlins ehemaliger Bürgermeister Klaus Wowereit darf natürlich bei keiner Michalsky-Show fehlen. Aber auch Star-Friseur Udo Walz, Barbara Becker oder Topmodel Franziska Knuppe nahmen in den ersten Reihen im Grand Ballroom Platz. Zu den berühmtesten Gästen zählte allerdings „Breaking Bad“-Star RJ Mitte.

In unserer Fotoshow können Sie sich nun selbst einen Eindruck machen von den Couture-Kreationen Atelier Michalsky .

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