Die Revolution schreitet voran: Mode aus dem 3D-Drucker von Danit Peleg & Co.

am 31.07.2015 um 18:28 Uhr

Sieht so etwa die textile Zukunft aus? In unserem Ankleidezimmer steht nicht nur ein gut sortierter Kleiderschrank und die dazugehörige Schuh- und Accessoires-Sammlung, sondern bald auch ein 3D-Drucker, der uns die neusten Trends ausdruckt? Dass die 3D-Drucktechnick immer weiter auf dem Vormarsch ist, ist keine Neuigkeit mehr, aber nun scheint sie auch immer mehr den Modesektor zu erobern. Das aktuellste Beispiel ist eine Studentin aus Israel, die ihre ganze Abschlusskollektion druckte. Wie diese aussieht und was sie ausmacht, das erfahren Sie hier und in der Fotoshow .

Die 3D-Drucker werden wohl irgendwann in ferner (oder doch ganz naher?) Zukunft zu unserem Haushalt gehören wie Toaster und Kaffeemaschine. Inzwischen lässt sich mit ihnen ja sogar Essen drucken und auch unsere Kleidung gibt es garantiert bald auf Knopfdruck.

Danit Peleg: Der Käufer wird zum Produzenten

Die 27-jährige Danit Peleg studierte Modedesign an der Shenkar Universität für Ingenieurswesen und Design (Israel). Für ihre Abschlussarbeit wollte die Studentin allerdings etwas ganz Besonderes entwerfen und entschied sich, mit der 3D-Drucktechnik zu experimentieren. Allerdings nur mit jener, die auch bereits für den häuslichen Gebrauch zu haben ist. Nicht die einzige Einschränkung, denn bisher hatte sich Danit Peleg noch nie mit dem 3D-Druck auseinandergesetzt. Deshalb investierte sie erst einmal neun Monate Recherche: Welche Geräte stehen zur Verfügung? Welche Materialen können genutzt werden? Und welche technischen Voraussetzungen werden benötigt?

Ihr inspirierendes Versuchsobjekt war von Anfang an eine rote Jacke, eine geometrische – und sicher auch symbolische – Ableitung von Eugène Delacroixs Gemälde „Die Freiheit führt das Volk“. Mit diesem Modell vor Augen experimentierte Peleg zunächst mit verschiedenen Druckern und Materialien, bis sie mit Hilfe des Labors TechFactory Plus die ideale Kombination gefunden hatte. Schließlich sollte das Material einigermaßen weich, biegsam und angenehm zu tragen sein. Doch der Tag der Abschlusspräsentation rückte immer näher und für jedes Stück, das in etwa A4-Größe beträgt, braucht der Drucker 20 Stunden. Sie stellte also eine ganze Drucker-Armee in ihrer Wohnung auf, um die fünfteilige Kollektion fertigstellen zu können.

Herausgekommen sind dabei futuristische, aber sehr feminine Kreationen, die durch eine geometrische Netzstruktur in Dreiecksform bestechen. Dabei sind die Pieces nicht etwa starr, wie man vermuten möchte, sondern sehr elastisch, leicht und angenehm zu tragen. Auch wenn der Prozess der Herstellung noch sehr lange dauert, kann das der Anfang einer revolutionären Modewelt sein, in der jeder Käufer in Zukunft auch zum Produzenten werden kann. Oder wie Danit Peleg es sagt: „Ich muss keine Kleidung kaufen, die jemand zum Verkauf ausgesucht hat – ich kann meine eigene machen.

Die 3D-Revolution des Mode-Designs

Natürlich ist Danit Peleg nicht die erste, die sich auf dem Gebiet der 3D-Drucker-Fashion bewegt. Schon vor knapp zwei Jahren machten zum Beispiel die Designer Melinda Looi und Francis Bitonti von sich reden, als sie die berühmte Burlesque-Künstlerin Dita von Teese mit einem 3D-Kleid ausstatteten.

Anfang des Jahres 2015 fand in New York dann sogar eine eigene 3D Print Fashion Show statt. Auch hier zeigten die beiden Designer ihre neusten Kreationen, die schon sehr viel filigraner und vor allem auch leichter waren als ihr Modell für Dita von Teese.

Es zeichnet sich also sehr deutlich ab, dass auch hier die Zukunft der Mode liegt. Vor allem, weil immer mehr technische Fortschritte es ermöglichen, auch mit innovativen und fast schon stoffähnlichen Materialien zu drucken.

Erfahren Sie mehr zur 3D Drucker-Fashion von Danit Peleg in unserer Fotoshow.

Kommentare


Luxus: Mehr Artikel