Kino

Männer auf Mission: George Clooney & seine „Monuments Men“

am 15.02.2014 um 16:24 Uhr

Oh, George! Die grau-melierten Schläfen, der leicht gebräunte Teint, ein unverschämt gut sitzender Anzug und dieses entwaffnende Lächeln. Besonders wir Frauen geraten in Schnappatmung, wenn der talentierte Mr. Clooney auf deutschem Hauptstadtboden die wohl größte Schatzsuche der Weltgeschichte verfilmt, mit Freunden im Restaurant Grill Royal 1450 Euro für 10 Platten Steak auf den Kopf haut, sich im Soho-Haus für 4500 Euro die Nacht die Decke über den Kopf zieht oder eben im Rahmen der 64. Berlinale seinen neuen 70 Millionen Superhelden-Blockbuster „Monuments Men“ vorstellt. Wir haben uns den am 20. Februar in den deutschen Kinos startenden Film vorab angeschaut und verraten, ob die 120 Minuten Spielzeit ein smartes Investment sind.

In den USA ist der Film bereits „durchgefallen“, feinselige Stimmen bewerten den Film als „bizarren Fehlschlag“ oder „ monumentales Schlamassel“, die Box-Office Zahlen wurden nach unten korrigiert. Doch Clooney lässt sich nicht die Laune verderben, sondern wirkte auf der Pressekonferenz seines Werkes entspannter denn je. Auch für die Berlinale, auf der sein Film außer Konkurrenz als Starbringer fungiert hat, findet er honorierende Worte: „Es gibt ja eine große Geschichte in Sachen Film hier, und das Festival ist mehr als nur Show.”

Die Story: Eine wahre Geschichte?

„Monuments Men“ basiert auf  dem großen Kunstraub in den vierziger Jahren. Die Nazis haben damals mehr als 5 Millionen Werke, darunter wertvolle Gemälde, Skulpturen, Teppiche und Schmuck, geraubt. Im Jahr 1943 rief Präsident Roosevelt das „Monuments, Fine Arts and Archieves Program“ aus, eine internationale Gruppe aus Kunsthistorikern, Bildhauern und Museumsdirektoren. Die sogenannten „Monuments Men“ bekamen den Auftrag, die Kulturschätze zurückzubringen und so das kunsthistorische Erbe der Menschheit zu schützen. Eigentlich ein wahnsinnig spannender Stoff, der für einen Filmhit prädestiniert ist.

Nachdem Clooney die Rechte des  gleichnamigen Sachbuchs von Robert M. Edsel und Bret Witter bekam, verfasste er gemeinsam mit Grant Heslov (Männer, die auf Ziegen starren) das Drehbuch. Die Figuren sind fiktiv und nur sehr grob an die Realität angelehnt und auch der Stoff, der historisch soviel bietet, wird mit unausgegorenen Erfindungen eher dramatisiert.

Der Cast: Hollywood dreht in Germany

Natürlich besetze der Autor, Regisseur, Produzent und Schauspieler George Clooney seine ungewöhnlichen Helden mit Stars, die bereits Helden der zeitgenössischen Filmgeschichte sind: Clooney selbst (52) verkörpert den Boss der Einheit und findet Verstärkung bei Matt Damon (42), der mit seiner Aussprache das Französische malträtiert. Ebenso zum Star-Ensemble gehört ein strubbeliger Bill Murray (62) in Uniform, ein mit Stahlhelm kokett posierender John Goodmann (61) und der meist sehr begriffsstutzig schauende Jean Dujardin (41). Cate Blanchetts (43) Rolle ist angelehnt an die Kunsthistorikerin Rose Valland, eine unscheinbare Französin, die aber schnell ihre frivole Seite offenbart.

Weltkriegsfilm versus Feelgood-Abräumer

Matt Damon, als er auf eine Landmine tritt:                                                                
Clooney: „Was tust du da?”                                                                                        
Damon: „Ich bin auf eine Landmine getreten.”                                                            
Clooney: „Warum?”                                                                                                        
Damon: „War so ein langweiliger Tag.”

Dieser Dialog war wohl der einzige, der das Publikum im Kino wirklich zum Lachen brachte. Von all den historischen Wahrheiten erfährt der Zuschauer wenig, denn Clooney macht aus der Geschichte eine Art „Ocean’s Eleven“. „Monuments Men“ changiert zwischen ernstem Kriegsdrama und humorvoller Komödie und findet so keine Konsistenz. Es scheint, als wollte Clooney mit seinen witzig gemeinten Dialogen den Zuschauern gefallen und im Sinne des Convenience-Kinos mit seinem Altherrenhumor, einer schönen Französin und wahren Werten überzeugen. Doch Sentimentales wirkt stark konstruiert und das Raunen anderer Zuschauer im Kinosaal bei Clooneys Heldenparolen – prall gefüllt mit Pathos und Kitsch – ist nachvollziehbar.

Viel Spaß!

Clooney äußerte sich auf der Pressekonferenz zu dem „Spaß-Faktor“ des Kriegsfilms: „Nein, das ist kein Verkaufsschlager, das war uns gleich klar. Wir wussten, wir mussten dem etwas Spaß hinzufügen, und wir wollten auch selbst einfach Spaß haben.“ In diesem Sinne wünschen wir Ihnen auch viel Spaß im Kino!

Wollen Sie jetzt schon erste Bilder des Films und der Premiere von „Monuments Men“ anschauen? Dann klicken Sie sich durch unsere Bildershow.

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