Kunst

Shine, shine on: Faszinierende Kunstwerke aus Nagellack

am 15.04.2014 um 14:49 Uhr

Sie stehen aufgereiht in unseren Kosmetikschränkchen, füllen ganze Kartons oder Behälter und finden immer wieder in neuer Gestalt ihren Weg in unser Herz. Die Rede ist von Nagellacken. Die kleinen Farbtöpfe, die unsere Fingerspitzen in Farbe, Glanz und Glamour hüllen. Doch hätten Sie gedacht, dass sich mit diesen farbigen Lacken auch einzigartige Kunstwerke zaubern lassen? desired.de sprach mit der Fotografin Christine Blackburne und dem Illustrator Eli Neugeboren über die Geschichte hinter den fesselnden Lack-Bildern, die Sie hier und in der Fotoshow entdecken können.

Das hat meine Kindheit bestimmt – mit Mamas Lippenstiften die Wände bemalen.“, erzählt uns Christine Blackburne im Interview. Was vielleicht erklärt, woher Ihre Liebe zu schillernden Beauty-Produkten herrührt. Denn als professionelle Fotografin für Beauty-Commercials hat sie inzwischen nahezu täglich mit ihnen zu tun. Und Eli Neugeboren? Er war der kreative Zufall, auf den Christine Blackburne seit Jahren gewartet hat.

Der Ursprung der Nagellack-Quelle

Eine Farbe, eine Frau oder ein Gesicht – die glänzenden Texturen der Silhouetten fesseln einen umgehend. Die Idee dahinter scheint so einfach, doch auf die Ausführung musste Christine Blackburne einige Zeit warten, wie sie im desired.de-Interview verriet:

Christine Blackburne: „Die Farben, die Texturen, das Greifbare von jedem Beauty-Produkt. Der Fakt, dass jedes Produkt sich im Licht anders bewegt und reagiert, das finde ich unfassbar interessant. Es ist Fingermalerei gemixt mit Wissenschaft gemixt mit wirklicher Kunst. Davon kann ich nicht genug bekommen. Der Plan, Zeichnungen aus Nagellack zu kreieren, schwirrte schon seit einer Ewigkeit durch meinen Kopf, aber ich bring leider nicht mehr zu Papier als Strichmännchen. Also legte ich den Gedanken beiseite, mit dem Wissen, ich würde schon irgendwann die richtige Person treffen, die mit mir diese Idee verwirklicht. Im Jahr 2013 stellten Eli und ich zusammen in einer Galerie aus und waren sofort in die Kunst des anderen verliebt. Nachdem ich Eli dann eine Weile auf Instagram gefolgt bin und die Arbeit an seinen neuen Zeichnungen gesehen habe, hab ich ihm die Idee einmal vorgestellt, weil er einfach so talentiert ist. Was er allerdings daraus gemacht hatte, lag weit über meinen Erwartungen.

Und Eli Neugeboren? Der Illustrator war mehr als angetan von der Idee und von der Arbeit der Fotografin: „Ihre Arbeit ist einfach wunderschön, da habe ich natürlich sofort zugesagt.

Wenn von Kunstwerken die Rede ist – und das sind die Nagellack-Bilder zweifelsohne – ist natürlich auch die Frage nach der Inspiration nicht weit. Was steckt also hinter den femininen Bewegungen der Silhouetten?

Christine Blackburne: „Ich fotografiere Kosmetik für Werbung, also inspiriert sie mich natürlich jeden Tag. Die Art und Weise wie diese Beauty-Produkte so viele Schattierungen und Texturen schaffen, war schon immer das, was mich an meiner Arbeit am meisten interessiert hat. Aber die Inspiration kommt auch von Paul Richard, einem Straßenkünstler aus Greenpoint in Brooklyn, die Gegend, in der ich wohne. Er verwendet Teer, um elegante Gentlemen auf die Bürgersteige zu zeichnen, einfach so, frei aus der Hand. Das kommt unseren Bildern schon ziemlich nahe.

Eli Neugeboren: „Wir haben erst darüber nachgedacht, echte Models zu verwenden, uns aber entschlossen, das ein anderes Mal zu probieren. Für diese Arbeit ließ ich mich von John Singer Sargent und speziell seinem Bild „Madame X“ inspirieren. Sargent ist ein Meister, wenn es darum geht, eine Vielzahl an Details, Bewegung und Emotionen mit einem einzelnen Pinselstrich auszudrücken. Das hatte ich im Hinterkopf als ich an unseren Bildern arbeitete.

Kreative Nagellack-Tücken

Im täglichen Gebrauch sind die kleinen Probleme mit dem Nagellack wohl jedem bekannt: Mal deckt er nicht richtig, dann läuft er über und zu allem Übel trocknet er nicht schnell genug. Doch wie sehen diese Tücken aus, wenn man mit dem Lack auf Leinwand zeichnen will?

Eli Neugeboren: „Das größte Problem bei dieser Arbeit war die Zähflüssigkeit des Nagellackes. Wir wollten schließlich, dass die Körperlichkeit des Lackes alles übertrifft. Die Bilder sollten Volumen und Glanz haben, sichtbare Pinselstriche wären also nicht gut gewesen. Das führte mich zu der Tröpfeltechnik und das Tolle an diesem Lack ist, dass er eine ganze Weile nicht verläuft. Das Problem ist aber, dass auch dieser Lack irgendwann anfängt zusammenzufallen und zu bröckeln, also bestand die Tücke darin, schnell zu zeichnen und ebenso schnell zu fotografieren.

Die Qual der Namen-Wahl

Ein Kunstwerk braucht einen Namen, einen Titel, der für immer mit diesem Bild verbunden sein wird. Fotografin Christine Blackburne ging das erst einmal ganz pragmatisch an, merkte aber schnell, dass diese Bilder mehr verdient haben als ein allgemeines Buchstabenkürzel:

Christine Blackburne: „Als es darum ging, die Dateien zu benennen, nachdem ich die Bilder bearbeitet hatte, überkam mich das Gefühl, dass diese Frauen auf den Bildern auch richtige Namen verdient haben. Also wählte ich Namen, die meiner Meinung nach zu den porträtierten Frauen passen würden.

Und dürfen wir vorstellen? Die Damen in schillerndem Grün, verträumtem Lila oder mystischem Schwarz heißen Jessica, Isabelle, Helena oder Beatrix.

Und soviel können wir Ihnen schon verraten: Das wird nicht das letzte gemeinsame Projekt der beiden Künstler gewesen sein. Falls Sie sich einen Eindruck von der Arbeit des Illustrators Eli Neugeboren und der Fotografin Christine Blackburne machen wollen, gewinnen Sie einen tiefen Einblick auf den jeweiligen Homepages: www.christineblackburne.com und www.elineugeboren.com. Die faszinierenden Nagellack-Bilder können Sie sich außerdem schon einmal in unserer Fotoshow ansehen.

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