Spring/Summer 2013 Trend Report: New School Grunge

am 02.01.2013 um 19:03 Uhr

Sie waren die letzte Jugendgeneration vor dem Internet-Zeitalter. Sie liebten Bands wie Nirvana und Pearl Jam, ein schmuddeliger Look war das Ausdrucksmittel  ihrer Wut und Rebellion. Die „Generation X“ als Kinder der 68er, ließen „Grunge“ Mitte der 80er Jahre in den USA als Anti-Style gegen die verschwenderische Konsumkultur aufleben. Der Look: Used-Optiken, zerschlissene Materialien, schlecht sitzende Schnitte, Loose-Fit und verschiedene Lagen aus Elementen, die farblich und stilistisch nicht zusammenpassen. Die Key-Pieces: Karo-Flanellhemden, Baumwollshirts, Denim, lässiger Grobstrick und biedere Blümchenkleider, kombiniert mit Doc Martens. Die Ära endete etwa 1994 mit dem frühen Tod des Nirvana Frontmans Kurt Cobain.

Für ihre Spring/Summer 2013 Kollektion verpassten Labels wie Marc by Marc Jacobs, Dries van Noten, House of Holland und 3.1 Philip Lim dem düsteren Grunge-Look jetzt ein neues, positives Finish.

New Grunge: Smells Like Bohemian Spirit

Dries van Notens konzeptuelle Kollektion erinnert nur noch auf den ersten Blick an den verwegenen Grunge-Style: Seine Models tragen strähnige Haar-Looks und Kurt Cobains charakteristische, weiße Brille mit den ovalen Gläsern. Die Idee vom karierten Flanellhemd transformierte der belgische Modemacher dagegen in elegante Blusen, Maxiröcke und Westen aus feinstem Chiffon. Lässig und zugleich chic zeigte er in Paris weite Herrensuits, Stoffe in aufwändigen 3-D-Optiken, hauchzarte Blumenprints oder Lagenlooks, beispielsweise kombiniert mit einem grauen Oversize V-Neck Pullover für anspruchsvolle Bohemian Girls.

New Grunge: Back to their Roots

Marc Jacobs weckt in der kommenden Saison mit seiner Zweitlinie Marc by Marc Jacobs nostalgische Erinnerungen an die Anfänge seiner Karriere, als er mit Lockenkopf, Flanellhemd und Chucks noch selbst den Grunge-Style verkörperte. Die Looks des US-Designers verzaubern mit bunt gemixten Streifen-, Karo-, Blumen- und Patchwork-Mustern, sowie Strick und Baggy-Styles in Pastell- und zarten Grautönen: Eine ärmellose Denimbluse mit darunterliegendem Chiffonshirt trifft auf eine Loose-fit Blockstreifenhose, die in der Taille mit einem Blumenprint-Band geschnürt wird; in Oversize-Tee mit Patchwork-Print kombiniert Marc Jacobs zu einem Longsleeve und einem ausgestellten Karo-Rock in Flieder. Stricksocken, Riemchen-Platforms und gemusterte Ethno-Tücher als Kopfband getragen, setzen bei allen Looks gekonnte Stilbruch-Akzente.

Karos, Kleider über der Hose und Wiesenblumen-Patchwork

Auch Henri Holland reiste für die Frühjahr/Sommer 2013 Kollektion in seine Jugend: Für House of Holland brachte er großflächige Karomuster in Senf und Violett, den „Kleid-über-Hose-Style“, weite Hemd-Blusen, schmale Maxiröcke zu flachen Ledersandalen und ein gebatiktes Spagettiträger-Kleid mit.

Und 3.1 Philip Lim holte dafür ein Layered-Mini-Dress mit Wiesenblumenlumen-Patchwork, ein transparentes Oversized T-Shirt Dress, eine XXL-Blumenweste, den bauchfrei Baggy-Style,  Distressed-Denim und den um die Hüfte gebundenen Hemd-Look zurück. Dazu kombiniert er Römersandalen im Doc Martens Stil.

Teils edgy, teils gewöhnungsbedürftig, aber 2013 dafür mit jeder Menge positiven Vibes, macht der New School Grunge Lust auf den Frühling und lässt uns in unserer Kassettenkiste schon mal nach den alten Soundtracks suchen.

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