NYFW 2016

New York Fashion Week: Die Highlights vom Wochenende von Victoria Beckham & Co.

am 14.09.2015 um 17:06 Uhr

Nachdem sich die Fashion Week New York von ihrem Hauptsponsor und Namensgeber Mercedes-Benz verabschiedet hat, läuft sie nicht nur unter dem schlichteren Titel, nämlich New York Fashion Week, sondern findet auch an einer anderen Location statt: Zum einen im Skylight at Moynihan Station, in einer alten Post, und zum anderen am Skylight Clarkson Square in SoHo sowie an vielen anderen Offsite-Locations. Doch die großen Namen wie Victoria Beckham, Jason Wu oder Herve Leger sind geblieben und wir zeigen Ihnen hier und in der Fotoshow die Fashion-Highlights vom NYFW-Wochenende.

Mit der New York Fashion Week beginnt der spektakuläre Kick-Off für die großen Ready to wear Fashion Weeks, die in den kommenden Wochen die Trends für Frühjahr und Sommer 2016 zeigen. Denn wenn in New York der Vorhang fällt, geht es in London, Mailand und Paris weiter.

Jason Wu: Gerüschtes Understatement

Jason Wu, Lieblingsdesigner von Michelle Obama, der eher bekannt ist für seine cleanen Silhouetten und seine Vorliebe für grafische Linien, hat sich für Frühjahr und Sommer 2016 auf Rüschen eingeschossen. Allerdings nicht verspielt, romantisch und pompös, wie man sie kennen mag, sondern versehen mit dem Wu-typischen Understatement. Aber auch ausgefranste Säume waren ein großes Thema bei den Kreationen des Designers.

Die Farben: Farblich gesehen bewegt sich Jason Wu fast schon in einem herbstlichen Spektrum und setzt auf ein dunkles Grün, ein starkes Rostrot, auf Schwarz, Weiß, Hellbraun und elektrisierendes Grau sowie vereinzelte Blumenprints.

Lieblingslook: Ein dunkelgrünes Schlangenprint-Lederkleid in A-Linie mit kurzen Fledermausärmeln und einem gerüschten Saum.

Givenchy: The American Dream

Erstmals zeigte das 1952 in Paris gegründete Label Givenchy seine Kreationen auf der New York Fashion Week. Seit 2005 ist Designer Riccardo Tisci der kreative Kopf hinter Givenchy und begeht somit dieses Jahr sein zehnjähriges Jubiläum beim Modehaus. Doch nicht nur daran dachte man an diesem Abend, denn die Show fand am Abend des 11. September statt und so versuchte Tisci auf seine ganz eigene Art und Weise, diesem Umstand respektvoll Tribut zu zollen. Statt plakativer US-Flaggen setzte der Designer auf ein imposantes Setting unter freiem, mystisch blauem Abendhimmel mit Blick auf die New Yorker Skyline und eine andachtsvolle Choreographie, die er zusammen mit der legendären Marina Abramovic entwarf.

Die Farben: Auf dem Laufsteg traf dann eine Welt aus Schwarz und Weiß aufeinander, größer kann ein Gegensatz also nicht sein. Trotzdem schaffte es Riccardo Tisci diese zwei Farbwelten durch eine ebenso konträre Gestaltung seiner Kreationen zu verbinden. Auf der einen Seite fanden sich filigrane, Lingerie-ähnliche Stücke aus zarten Stoffen und mit romantischer Spitze versehen, auf der anderen Seite trafen diese auf schwere Stoffbahnen und drapierte Stücke.

Lieblingslook: Eine Kombination aus weißem Spitzenkleid mit asymmetrischem Saum und einer weißen transparenten Bluse mit weißem Latz.

Hervé Léger: Ein Blick in die Zukunft

Noch ein Label, welches dieses Jahr ein Jubiläum feiert, denn seit 30 Jahren erobern die legendären Bandage-Kleider von Hervé Léger nun schon die Modewelt. Für Frühjahr und Sommer 2016 gehen Max und Lubov Azria jedoch neue Wege und setzen neben den Klassikern auf neue Silhouetten und Proportionen, wie Hosenanzüge, Jumpsuits und Hose/Kleid-Kombinationen. Doch nicht nur in puncto Schnittführung ist man neue Wege gegangen, auch die Materialien werden weiter entwickelt. So steht nicht mehr nur die berühmte Bandage-Technik im Vordergrund, sondern auch innovativ weiter entwickelte Techniken wie Macramé, Knoten und Applikationen.

Die Farben: In zeitlos eleganter Manier halten sich die Kreationen in vorwiegend neutralen Farbwelten auf. Im Vordergrund stehen Puder- und Nudenuancen, Weiß, helles Zitronengelb, mystisches Blau und Schwarz.

Lieblingslook: Eine nudefarbener Zweitweiler aus bodenlanger Schlaghose und langem Oberteil mit Trompetenärmeln.

Alexander Wang: Downtown Girl

Und noch ein Jubiläum: 10 Jahre Alexander Wang feierte der gleichnamige Designer mit einer fulminanten Show. Hohe Erwartungen hatte er zu erfüllen, nachdem er erst vor Kurzem bekannt gab, seinen Posten als Kreativleiter bei Balenciaga nicht weiter führen zu wollen, um sich voll und ganz auf sein eigenes Label zu konzentrieren. Sein Konzept? Keines, ließ er laut vogue.com backstage verlauten. Und so war seine Kollektion für Frühjahr und Sommer 2016 irgendwie typisch Downtown New York: Neu inszenierte Denim-Looks trafen auf Army- und Hip-Hop-Elemente, lässige Sportlichkeit auf unaufgeregte Eleganz.
Die Farben: Auch hier zeigte sich die Konzeptlosigkeit und so traf hellblaues Denim auf Rot, Schwarz auf Weiß, Nude auf dunkles Blau und nicht zu vergessen auch auf Armeegrün.
Lieblingslook: Wir zelebrieren Wangs Streetstyle mit einem Look aus einer grau-schwarzen Blockstreifenhose im tief sitzenden Marlene-Stil und einem schlichten weißen Triangel-Crop-Top.

Victoria Beckham: Gingham trifft auf… Farbe!

Fast schon ungewohnt und unerwartet farbenfroh ging es bei Designerin Victoria Beckham zu. Vor allem, wenn man ihre neusten Kreationen mit ihren ersten Kollektionen vergleicht, die durch figurnahe Silhouetten, Einfarbigkeit und mörderische Heels bestimmt waren. Davon ist für Frühjahr und Sommer 2016 nicht mehr viel zu sehen. Vielmehr setzt Victoria Beckham auf flatternde Sommerkleider im Gingham-Muster, schwingende und weite Silhouetten mit grafischen Prints oder kurze Wildlederkleider mit farbigen Oberteilen – und zu allem kombiniert sie flache Schuhe oder Plateau-Sandalen im Trekking-Stil.

Die Farben: Neben Weiß und Schwarz finden sich strahlendes Rot, elektrisierendes Blau und intensives Gelb – mal im Komplett-Look, mal in Form grafischer Muster und mal als Paspelierung.

Lieblingslook: Fast schon Beckham-untypisch eine rote und weite, knöchellange Hose in Kombination zu einem schwarzen Leder-Top und weißen Plateau-Sandalen.

Derek Lam: What Happened, Miss Simone?

Designer Derek Lam ließ sich für Frühjahr und Sommer 2016 von Blues- und Jazz-Legende Nina Simone inspirieren, die die Musiklandschaft der 60er- und 70er-Jahre prägte. Ähnlich beschwingt waren deshalb auch Derek Lams Kreationen, die einen deutlichen Bohemian-Einfluss spüren ließen. Lange Spitzenkleider, Wildleder mit Fransen und Jeans-Schlaghosen – alles jedoch versehen mit der Lam-typischen Sportlichkeit und Zurückhaltung. Von allem ein bisschen, aber nicht zu viel.

Die Farben: Gedeckte Nuancen wie beigestichiges Gelb, mattes Blau, dunkles Rot sowie vorwiegend Schwarz und Weiß.

Lieblingslook: Ein langärmeliges, pastellgelbes Spitzenkleid in gerader Silhouette und mit angedeutetem Stehkragen.

Prabal Gurung: Ode an Nepal

Der in Kathmandu geborene Designer Prabal Gurung widmete sich für Frühjahr und Sommer 2016 ganz seiner Heimat. Grund dafür: Als die Ausmaße des schweren Bebens in Nepal bekannt wurden, war er einer der ersten, der einen großen Spendenaufruf machte und sich seither im verwüsteten Gebiet engagiert. Als Dank für alle helfenden Hände schickte er zu Beginn seiner Show 30 Mönche in ihren orange-roten Gewändern über den Laufsteg, die die Hände zum Gebet verschlossen, traditionelle Gesänge anstimmten. Entsprechend minimalistisch zeigten sich auch seine Kreationen, die aus zarten Chiffonkleidern und Zweiteilern bestanden. Aber auch vereinzelte Wollkleider mit Carmen-Kragen betraten den Laufsteg.

Die Farben: Wie schon angedeutet bestimmten Rot und Orange die Kreationen, aber auch Gelb und Rosé sowie Schwarz, Weiß und Gold waren vorherrschend. Die ebenfalls in Gelb und Orange gehaltenen Prints stammen vom Künstler Laxman Shreshtha.

Lieblingslook: Ein weißes Kleid mit eben erwähntem Print und ovalen Cut-Outs an der Hüfte sowie auf Kniehöhe.

Sehen Sie nun die schönsten Looks von Victoria Beckham, Hervé Léger und Co. auf der New York Fashion Week in unserer Fotoshow.

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