Trends 2016

Bis zum nächsten Jahr, NYFW! Grosses Finale mit Ralph Lauren, Calvin Klein und Marc Jacobs

am 18.09.2015 um 17:09 Uhr

Facettenreicher kann ein Fashion-Week-Finale kaum sein: Während Ralph Lauren uns in New York mitnahm auf eine maritime Reise mit französischem Charme, die amerikanischer kaum hätte sein können, ging es bei Calvin Klein in altbewährter Unisex-Manier zurück in die 1990er-Jahre. Für ein fulminantes Finale sorgte dann allerdings Marc Jacbos, der sich voll und ganz dem Glamour seiner Heimat widmete. Erfahren Sie mehr zu den Kollektionen für Frühjahr und Sommer 2016 hier und in der Fotoshow .

Mit den großen Klassikern des Mode-Business schließt die New York Fashion Week erst einmal wieder ihre Pforten und lässt uns mit Trend-Aussichten zurück, die gegensätzlicher nicht sein können.

Ralph Lauren: Maritime Aussichten

Was vor fast 50 Jahren in New York mit Krawatten begann, gipfelte am letzten Tag der New York Fashion Week in einen maritimen Culture-Clash für Frühjahr und Sommer 2016: Designer Ralph Lauren zeigte, wie sich klassische maritime Elemente mit typisch amerikanischer Lifestyle-Mode und französischem Chic verbinden lassen.

Die Kollektion: Wenn es um maritime Einflüsse geht, dürfen natürlich die Farben Blau, Weiß und Rot nicht fehlen. Die weiß Ralph Lauren geschickt einzusetzen und versieht weiße Kleider oder mondäne Marlenehosen mit roten oder blauen wellenartigen Farbverläufen. Weiße Hosenanzüge oder Kleider werden hingegen mit modernen Basttaschen oder Shoppern aus Segeltuch und braunem Leder kombiniert. Den maritimen Klassiker, das blau-weiß gestreifte Shirt, verwandelt Ralph Lauren in ein wallendes Maxikleid mit versetzt angeordneten Streifenbahnen. Krönung des maritimen Spektakels ist ein schlichtes navyblaues Spaghettiträger-Schlauchkleid, welches mit einer Kapitänsmütze kombiniert wird.

Lieblingslook: Grundsätzlich lassen uns alle Entwürfe den Sommer 2016 an maritimen Hot-Spots herbei sehnen, aber die Kombination aus einem langen weißen Rüschenrock, einer blau-weiß gestreiften Bluse, einem braunen Ledergürtel und einem navyblauen Pullover, der lässig um den Hals gebunden war, sticht dann doch heraus. Wie kaum ein anderer verbindet dieser spielerisch die drei zentralen Themen: Maritimes, amerikanische Lässigkeit und französischer Chic.

Calvin Klein: Der Morgen danach

Kaum ein anderes Label verbindet man wohl so sehr mit den 1990er-Jahren wie Calvin Klein. Das mag an der noch heute zitierten Schwarz-Weiß-Kampagne mit Kate Moss ebenso liegen wie an dem omnipräsenten Parfum-Klassiker CK One. Und genauso unisex wie jener Duft-Klassiker zeigt sich auch die neuste Kollektion von Designer Francisco Costa.

Die Kollektion: Hauchzarte Seidenkleider, die an hastig übergeworfene Negligees erinnerten, trafen auf Pyjama-artiges Layering aus weiten Seidenhosen, langen teilweise transparenten Oberteilen und Morgenmantelgleichen Coats. Als wäre frau gerade dem Bett entstiegen und in edelste Nachtwäsche oder Homewear geschlüpft. Im Kontrast dazu kombinierte Designer Francisco Costa zu jedem Look, ob elegant oder sportlich, weiße oder schwarze Platform-Sneaker.

Die Farben: Neben Weiß und Schwarz hüllte Costa seine Models in Elfenbein, Eierschale, Nude und ganz blasses Gold. Dazwischen ploppten jedoch immer wieder dunkle florale Elemente auf, die sich auf Seide ebenso fanden wie auf Leder. Auch hier spürte man wieder den Einfluss der 90er-Jahre und erinnerte sich an jene Kleider, die den femininen Grunge-Stil prägten.

Lieblingslook: Eine eierschalefarbener Look aus weiter Seidenhose, Crop-Top mit V-Ausschnitt und wadenlangem Mantel.

Marc Jacobs: Willkommen im Fashion-Cinema

Er setzte das fulminante Finale der New York Fashion Week – der amerikanische Designer und Ur-New Yorker Marc Jacobs. Nicht nur, dass er seine Präsentation für Frühjahr 2016 im legendären New Yorker Ziegfeld Theatre abhielt. Nein, er holte auch noch alles auf den Laufsteg, was Rang und Namen hat: Emily Ratajkowski, Bella Hadid, Irina Shayk, Joan Smalls, Kendall Jenner, Karen Elson, Anna Ewers, Adriana Lima und zu guter Letzt auch Kurvenstar und Langzeit-Jacobs-Muse Beth Ditto. Am Rande des Runways wurden die Zuschauer selbstverständlich mit Popcorn und Softdrinks versorgt und auch ein Programm mit einem Marc-Jacobs-Quiz gehörte zu den Kino-typischen Highlights. Das größte war allerdings, dass die Models außerhalb des Kinos auf einem roten Teppich entlangliefen und somit auch ganz „normale“ Zuschauer in den Genuss der neusten Marc-Jacobs-Kreationen kamen.

Die Kollektion: Die Kollektion war typisch für Marc Jacobs sehr experimentell, gut gelaunt und farbenfroh. Und die Farbenfreude bezog sich ganz in patriotischer Manier auf die USA, denn Rot, Blau und Weiß waren die bestimmenden Nuancen. Da durften natürlich auch die „Stars and Stripes“ nicht fehlen. Aber auch Comic- und Pop-Art-Prints gehörten ebenso zum Repertoire wie das wohl typischste amerikanische Piece, die College-Jacke. Hinzu kommen Jacken, Hosen und Röcke aus Jeans oder mit metallischen Oberflächen, hochgeschlitzte Kleider und Röcke, androgyne Anzüge und Roben, die an das glamouröse alte Hollywood erinnerten. Hier können Sie sich die Kollektion in ihrer ganzen Pracht ansehen:

Lieblingslook: Eine Frage, die wir uns nicht beantworten können. Selbst wer nichts von US-amerikanischem Patriotismus hält, kann sich dem Charme dieser gut gelaunten Kollektion einfach nicht entziehen, die zeigt, wie vielfältig frau sich in Szenen setzen und in welche Rollen sie schlüpfen kann. Ganz wie in Hollywood eben. 

Sehen Sie nun in unserer Fotoshow die Highlights des letzten Tages der New York Fashion Week mit Ralph Lauren, Calvin Klein und Marc Jacobs .

Kommentare


Luxus: Mehr Artikel