NYFW 2016

New York Fashion Week: Rodarte, Tory Burch, Dennis Basso und Co.

am 16.09.2015 um 17:59 Uhr

Und weiter geht es im wilden Fashion-Week-Treiben auf dem Big Apple! Diesmal haben wir einen außerordentlich bunten Stilmix mit einer kleinen Prise Edge für Sie parat, wie es sich eben gehört für New York City. Ein bisschen Thrift-Store-Glam, ein paar florale Latino-Momente und natürlich eine Handvoll Glamour-Glitzer – mehr braucht es nicht für einen gelungenen Fashion-Week-Tag. Entdecken Sie hier und in unserer großen Bildergalerie die Highlights und Key-Looks der Kollektionen von Rodarte, Tory Burch, Dennis Basso, Badgley Mischka und Carmen Marc Valvo.

Das Schöne an der New York Fashion Week? Dass die Kollektionen in der amerikanischen Metropole stets ein kleines Mehr an Freigeist ausstrahlen. Kein Wunder: Schließlich gilt der Big Apple als ein Schmelztiegel der Kulturen, Einflüsse und Nationen.

Tory Burch: Die Suche nach Gegensätzen

Hell, offen und weit: Für ihre Sommerkollektion 2016 entschied sich Tory Burch, auf der Promenade des David H. Koch Theaters am berühmten Lincoln Center zu zeigen. Der gewählte Ort sollte das Motto der neuen Kollektion unterstreichen: „Schönheit, die an unerwarteten Orten gefunden wird…und durch Zeit und Natur hervorgehoben wird.“

Die Kollektion: Die Frage, die wir uns gleich zu Beginn dieser Sommer-Kollektion gestellt haben: Gibt es überhaupt noch unerwartete Orte? In jedem Fall führte Tory Burch so allerlei natürliche Kontraste gegeneinander an und vereinte Neutrales mit Extravagantem: Simple Silhouetten trafen auf aufregende, sehr auffällige Details, tomatenrote Ethno-Stickereien fanden ihren Weg auf hellblaue Office-Hemden, Fransen und Spitze tummelten sich an Ärmeln und Rocksäumen und transparentes Nylon schimmerte hier und da über gerade Culottes.

Es war eine Parade der Jahrzehnte: Fransen an Minis erinnerten an die 60er, lang geschlitzte Kaftan-Überwürfe mit weiten Ärmeln an die 70er, ausgestellte Midi-Silhouetten und Carmen-Dekolletés referenzierten die Fifties, während die irisierenden Transparenz-Blusen und wenigen Wickel-Elemente eindeutig 2015 waren. Dazu mischten sich ein wenig mexikanische Folklore, ein bisschen romanische Elemente und ein Hauch von Saint Tropez ein.

Eyecatcher: Hat Tory Burch nun einen Zugang zu den unerwarteten Orten der Schönheit gefunden? Stringente Retro-Anleihen aus allen Dekaden lassen sich nicht von der Hand weisen und stellen auch die Highlights der Kollektion: Zum Beispiel ein safrangelbes, bodenlanges Boho-Kleid aus Spitze oder ein ärmelloses, geschlitztes Kleid mit orientalischen, floralen Stickereien. Aber ist das unerwartet? Wohl eher nicht. Nichtsdestotrotz: Schön ist es trotzdem.

Rodarte: Vintage-Glam trifft Jane Austen

Gibt es eine schönere Inspirationsquelle als die Poesie? „Manchmal kann es sich sehr futuristisch anfühlen, in die Vergangenheit zu reisen“, sagte Kate Mulleavy, eine Hälfte des geschwisterlichen Designer-Duos Rodarte, backstage über die neue Sommerkollektion. Die Schwestern Laura und Kate haben sich vor der Arbeit an den Entwürfen nämlich ganz bewusst zurück gezogen, sich in Elizabeth Barrett Browning, Emily Dickinson und Leonard Cohen vertieft und dabei den funkelnden Glam-Melodien des Electric Light Orchestras gelauscht. Was daraus entstanden ist? Ein nostalgischer Rausch aus Glam-Rock-Referenzen, viktorianischer Spitze und fließender Seide in Gedanken an die goldenen Zwanziger.

Die Kollektion: Wer ein Faible für gut sortierte, edle Vintage-Läden hat, kennt diese glitzernden und exzentrischen Stücke aus den 70er-Jahren, diese uralten Hochzeitskleider mit grauen Perlenborten und Veloursleder-Pieces mit großen, funkelnden Blumenstickereien nur zu gut. Auch die Mulleavy-Schwestern scheinen nicht nur gerne Gedichte zu lesen, sondern sich in der verbleibenden Zeit am liebsten auch in den großzügigen Thrift Stores New Yorks herumzutreiben. Sehr zum Vorteil für die neue Sommerkollektion 2016: Das Label Rodarte ist ohnehin schon bekannt für einen ausufernden Eklektizismus sowie wildestes Reminiszieren. Dieses Zusammenschmelzen von Stilrichtungen wird für 2016 nun auf ein ganz neues Level gebracht.

Glitzernde Lurex-Anzüge, kniehohe, geschlitzte silberne Stiefel, bunte Pelzmäntel, dünne, lange Seidenschals – sieht das nun aus wie Hedi Slimane? Nicht ganz! Die Schwestern betreten mit dieser Kollektion sicherlich den Grund, den Saint Laurent mit der Sommerkollektion 2015 geebnet hat, verschleiern den Glam-Rock aber mit einer großen Portion viktorianischer Feminität: Wir sahen dichte, schwarze Spitzen-Strumpfhosen, hochgeschlossene und doch transparente Kleidchen mit schwingenden Volants, kontrastierende Korsagen und schwere Samtärmel.

Eyecatcher: Eine Referenz an ein Vintage-Hochzeitskleid mit weißen und rostroten Blumenstickereien und einer asymmetrischen Toga mit bestickten Lorbeer-Blättern – die Antike lässt grüßen!

Dennis Basso: Selena Gomez und ein vibrierendes Latino-Feel

Er ist einer der großen Klassiker auf dem roten Teppich und sorgt mit seinen Roben seit Jahrzehnten für einen glanzvollen Auftritt auf dem Roten Teppich. Nun will Basso eine kleine Image-Änderung in Gang bringen: „Der neue Look soll hippe, internationale junge Frauen ansprechen“, lautete sein Statement zur eigenen Linie, „die Kollektion ist jugendlich, vibrierend und dreht sich um all die Städte an der Grenze – Caracas, Acapulco, Rio“, sagte er im Gespräch mit der US-Vogue. Er habe da vor allem an Sofia Vergara und Selena Gomez denken müssen, letztere lieferte mit ihrem Song „Good For You“ sogar die Beschallung zum Catwalk-Gang. Dennis Basso und Selena Gomez? Ein neues Dream-Team!

Kollektion: Seidig schimmernde und verspielte Ensembles bestachen durch eine sehr weibliche Silhouette. So fanden Shorts und eng sitzende Peplum-Tops zueinander, leuchteten in einem bunten Jungle-Print und versprühten den gewollt „jungen“ Sex-Appeal. Die bunten Stickereien, zahlreichen Prints – vor allem Zick-Zack sowie Blumen – und filigranen Cut-Outs brachten das vibrierende Latino-Feeling auf den Laufsteg und erstaunlich viel Bewegung in die Entwürfe.

Farblich stach auch bei Basso Safrangelb als Basis unter vielen, wilden Prints hervor und wurde oftmals mit tiefem Aubergine oder Nachtblau kontrastiert. Edle Silhouetten mit tiefem V-Dekolleté, hochgeschlitzte Maxikleider, weich fallender Pelz und luxuriöse, spitzenverzierte Boleros sorgten für den gewohnten Touch an Hollywood-Eleganz und machten auch die zahlreichen Basso-Fans glücklich.

Eyecatcher: Ein hautenges Minikleid aus goldenem Leder. Wir sind uns sicher, dass Sofia Vergara darin einfach umwerfend aussehen würde.

Badgley Mischka: 50er-Nostalgie und feminine Eleganz

Mark Badgley and James Mischka sind das Duo Badgley Mischka, das schon seit 1988 für pure Eleganz sorgt. Ihre neue Kollektion zeigten sie im Skylight an der Moynihan Station in Manhattan.

Kollektion: Die Linie transportierte eine Old-School-Eleganz par Excellence, und zwar interpretiert für den Tag und die Nacht. Die Tageslooks bestanden aus feinen Tweed-Ensembles in zarten Farben, leisen Pattern- und Material-Clashes auf kunstvoll bedruckter Seide und transparenter Spitze, perfekt sitzenden, kurzen Jumpsuits aus festem Baumwollstoff und großem Kragen – ganz im Upper-Class-Gossip-Girl-Stil – sowie charmanten, schwingenden Petticoat-Kleidern aus perforiertem Netzstoffen. Die abendlichen Looks waren hingegen edel und mit einem Hauch französischem Chic versehen: Funklende, mit Silberfäden durchzogene Blazer, drapierte pfirsichfarbene Seidenblusen und hohe, mit Blumen bestickte Bleistiftröcke sowie ausladende Abendkleid-Träume aus fliegender Georgette-Seide, Tüll und Chiffon schwebten über den Laufsteg.

Eyecatcher: Ein hellgraues Ensemble aus tailliertem Blazer und kurzem Jumpsuit, dessen Dekolleté-Saum mit funkelndem Lametta verziert war. Eleganter kann der abendliche Sex-Appeal einer echten New Yorkerin gar nicht aussehen!

Carmen Marc Valvo: Business as usual

Der Abendkleid- und Cocktail-Dress-Meister zeigte sich auch mit der neuen Sommerkollektion 2016 wieder von seiner besten Seite und präsentierte wallende Maxi-Träume mit betonten Taillen aus feinstem Zwirn.

Die Kollektion: Ein bisschen Prinzessin, ein bisschen Bondage – die neue Kollektion von Carmen Marc Valvo zeigte den harten Kontrast von sinnlichen, dunklen Schnürelementen aus Leder-ähnlichen Materialien und bauschenden Röcken aus mehreren Lagen Tüll. Die Cocktailkleider blieben hingegen eher klassisch clean und zeichneten sich durch raffinierte Saumführung und filigrane Stickereien – auch hier Blumen! – aus.

Die Farben der Kollektion waren auf Kollisionskurs: Der härteste Kontrast des Farbspektrums aus Schwarz und Weiß war ein großes Hauptthema der Entwürfe und fand auch Eingang in diverse Zick-Zack-Muster, Pailletten-Spiele und Seidenmalereien. Aber auch Schwarz und ein leuchtendes Rot bildeten ein farbliches Dream-Team: Der rote Ton sorgte für einen frischen Tupfer in vielen Looks.

Eyecatcher: Ein kurzes Kleid im lässigen, ärmellosen Shift-Look, das mit kleinen runden Pailletten bestickt war.

Entdecken Sie in unserer großen Bildergalerie alle Key-Looks von Rodarte, Tory Burch, Dennis Basso, Badgley Mischka und Carmen Marc Valvo .

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