Nofretete wird eine Sonderausstellung in Berlin gewidmet

am 14.12.2012 um 16:15 Uhr

Die Büste der Nofretete wurde vor 100 Jahren von Ludwig Borchardt entdeckt. Anlässlich des historischen Datums öffnete im Neuen Museum eine Ausstellung im Gedenken an die ägyptische Königin: “Im Licht der Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete” zeigt bisher unveröffentlichte Relikte und natürlich die weltbekannte Büste.

“Die Schöne ist gekommen” heißt ihr Name wörtlich übersetzt, sie war die “Gebieterin von Ober- und Unterägypten” und ihr schönes Antlitz hat jeder schon einmal gesehen: Nofretete erlangte in der ägyptischen Geschichte eine ganz besondere Rolle, da sie die bereits wichtige Stellung der Frau in der Gesellschaft im 14. Jahrhundert noch einmal enorm steigerte, regierte sie angeblich nach dem Tod ihres Mannes und Königs Echnaton das Königreich weiter. Fortschrittlich und erfolgreich – und deswegen bis heute eine wahre Ikone. In Berlin wird Nofretete nun eine Sonderausstellung gewidmet, die anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Büstenfundes bisher unveröffentlichte Objekte zeigt. “Im Licht der Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete” huldigt dieser Frau im Neuen Museum, das am Freitag für zirka vier Monate allen Nofretete-Fans die Türen öffnete.

Vor 100 Jahren am Nil entdeckt

Genau am 6. Dezember 1912 entdeckte der Archäologe Ludwig Borchardt in einer Bildhauerwerkstatt in Amarna am Ostufer des Nils die Büste der Nofretete. In dieser von Echnaton gegründeten Hauptstadt fanden die damaligen Forscher und Ägyptologen unzählige Relikte und Fragmente, von denen sich 5.000 Stück in Berlin, Borchardts Heimat, befinden. Nur wenige Schlüsselobjekte davon wurden bisher ausgestellt und so hat es sich das Neue Museum nicht nehmen lassen, die Funde neu zu sortieren und dieser beeindruckenden Frau und der Zeit, in der sie lebte, eine große Sonderausstellung zu widmen. Denn “Im Licht der Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete” legt erstmals auch einen großen Wert auf den Alltag und das Leben in der damaligen Metropole in Mittelägypten. Es wird eine “profunde und anschauliche Präsentation der Stadt, ihrer Häuser und ihrer Bewohner” gegeben, teilt die offizielle Website mit. Hinzu kommen noch die Grabungsgeschichte, die Fundteilung und die moderne Vermarktung der Büste als Kunst-Ikone im 20. und 21. Jahrhundert.

Zahlreiche, bisher unveröffentlichte Objekte ausgestellt

400 aufwendig restaurierte Objekte, davon 50 Leihgaben aus dem Metropolitan Museum of Art, dem Louvre, dem British Museum und anderer internationaler Museen, liefern einen umfassenden Gesamtblick auf Amarna und Nofretete im wechselseitigen Zusammenspiel. Keramiken, Schmuck, diverse Statuenfragmente und natürlich die bunte Büste der Königin mit der blauen Krone lassen bei den Geschichtsfans keine Wünsche oder Fragen mehr offen. Schon Borchardt war vor 100 Jahren begeistert von seinem Fund und schrieb deshalb in sein Tagebuch: “Lebensgroße bemalte Büste der Königin, 47 cm hoch. Mit der oben gerade abgeschnittenen blauen Perücke, die auf halber Höhe noch ein umgelegtes Band hat. Farben wie eben aufgelegt. Arbeit ganz hervorragend. Beschreiben nützt nichts, ansehen.” Und ansehen kann man sich die “Große Königliche Gemahlin” vom 7. Dezember 2012 bis zum 13. April 2013, Montag bis Sonntag, 10-18 Uhr für 14 Euro oder 7 Euro ermäßigt.

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