Trend Report

Japanische Taille: Clevere Lagenspiele und Obi-Gürtel

am 17.04.2015 um 13:12 Uhr

Zwischen Geisha und Samurai: In diesem Frühjahr weht ein Hauch von Japan um unsere Hüften! Die asiatischen Einflüsse zeigen sich vor allem in einer strengen, architektonischen Linienführung, starken Lagenspielen sowie waghalsigem Layering. Das It-Piece in diesem Nippon-Spiel? Der Obi-Gürtel, der unseren Blick auf eine hohe, geschnürte Taille lenkt! Erfahren Sie hier und in unserer Bildergalerie alles zum neuen Trend aus dem Land der aufgehenden Sonne.

Modische Trend-Anleihen aus der japanischen Tradition sind übrigens keine Neuheit: Bereits 2007 spielte John Galliano, damaliger Kreativdirektor für das Traditionshaus Dior, ebenfalls mit eindeutigen Nippon-Einflüssen und kreierte die berühmte Handtasche „Dior Samourai 1947“, deren Design vom japanischen Korbflecht-Look inspiriert war. Auch Elie Saab ließ im selben Jahr den japanischen Geist aufleben und machte den traditionellen Kimono-Schnitt zum Hauptstück seiner Sommer-Kollektion.

Konnichiwa F/S 2015: Ein frischer, asiatischer Hauch

Neben den farbintensiven, 70er-Jahre inspirierten Kollektionen, scheinen die cleanen Nippon-Anleihen anderer Designer wie ein monochromes Kontrastprogramm: So stehen die Linien von Marni, The Row, Alexander Wang und Céline dank minimalistischer Fernost-Eleganz und schlichten Baumwoll-Stoffen ganz im Zeichen einer cleanen, grafischen Ästhetik.

Marni zum Beispiel legte den Fokus ganz auf die schweren, festen Obi-Gürtel und verlieh somit den gerafften Tops, bodenlangen Wickelröcken und Wide-Leg-Hosen eine starke Taille und feminine Silhouette. Auch The Row lenkte den Blick auf die hohe Taille und entwarfen mit dem mehrfach gewickelten „Frances“-Oberteil ein strukturales, extravagantes It-Piece. Das beigefarbene Top mit wallenden Überschlägen ist nämlich aus der speziellen „Shantung“-Seide gefertigt, benannt nach der gleichnamigen Provinz in China. Die Seide ist charakteristisch für eine roughe, unregelmäßige Oberflächenstruktur und wirkt in ihrer Verarbeitung dadurch griffig und nahezu fein gemustert. Hier reicht der Asia-Trend also bis hin in die Verarbeitung und Materialwahl!

Clever angeschnallt: Der Obi-Gürtel

Ein weiterer Grund, warum der minimalistische, nahezu architektonische Japan-Look des Sommers 2015 in unseren Kleiderschrank Einzug halten sollte? Ganz einfach: Weil er bequem, lässig und elegant zugleich ist und man den Look mit nur einem It-Piece – dem Obi-Gürtel – leicht nachstylen kann.

Der Obi ( 帯) ist ein traditioneller, japanischer Gürtel, der zum Kimono getragen wird. Ein traditioneller Maru-Obi ist vier Meter lang, etwa 30 cm breit, aus edlen Materialien gefertigt und wird am Bauch der Geisha in mehreren Lagen bis hoch zum Brustbein gebunden. Das Material des Obis ist sehr vielfältig, reicht von minimalistischen Baumwoll-Stoffen bis hin zu edelstem Seidenbrokat.

Wir wählen für diese Sommersaison jedoch die einfachste Variante in Schwarz und Weiß und entfremden den breiten Stoffgürtel kurzerhand von seinem natürlichen Partner, dem Kimono: Schnüren Sie den Obi über lange, schliche Baumwollhemden – gesichtet bei Jonathan Saunders – oder tragen Sie ihn zu lässigen, langen Wide-Leg-Pants im originalen Marni-Look.

Entdecken Sie nun die japanisch inspirierten Trend-Pieces in unserer Bildergalerie und lassen Sie sich vom neuen, asiatischen Taillen-Verhältnis inspirieren.

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