Die Werbung lügt?! Welche Beauty-Wunder stimmen, welche nicht

am 06.08.2013 um 17:52 Uhr

Fake-Lash-Mascara, weißere Zähne in 14 Tagen und gesund aussehendes Haar nach der ersten Anwendung – das und viel mehr verspricht uns die Werbung tagtäglich und zeigt dazu perfekte Frauen mit strahlenden Haarfarben und makelloser Haut. Doch natürlich wissen wir bereits seit dem Kindesalter, dass da auch gern mal nachgeholfen wird und die Bilder und Versprechungen in der Werbung nicht allzu ernst genommen werden sollten. Wem oder was können wir aber noch vertrauen? Stiftung Warentest und Ökotest nutzen Neuheiten auf dem Beauty-Markt sehr gern, um zu untersuchen, ob wirklich alles so schön ist wie versprochen. Wir haben uns mal umgehört!

Selbst wenn der neue Mascara tatsächlich hält, was er verspricht, reicht das Ergebnis, aufgetragen auf den Wimpern einer Durchschnittsfrau, bei Weitem nicht an das in der Werbung heran. Doch erwarten wir das überhaupt noch? Letzten Endes sind wir seit dem Kindesalter mit dem Bewusstsein herangewachsen, dass in der Beauty-Industrie die Werbung gern mal etwas verschönert wird. Doch auch wenn wir nicht haargenau das gleiche Ergebnis erhoffen, so zahlen wir im Endeffekt trotzdem, um das auf dem Etikett angepriesene Endresultat auf oder am eigenen Körper zu visualisieren. Und dabei erlebt frau immer mal wieder eine Pleite. Stiftung Warentest und Ökotest schauen gern hinter die Kulissen und möchten uns vor genau solchen Reinfällen bewahren. Wir haben uns mal umgehört!

Kontra

Cellulite-Mittelchen

Cellulite – was macht man dagegen? Was hilft wirklich? 80 bis 90 Prozent der weiblichen Bevölkerung sind betroffen und so beschäftigen sich zahlreiche Frauen und deswegen auch Beauty-Firmen mit diesen Fragen. Da Sport und eine ausgewogene Ernährung auch nur bedingt helfen und letzten Endes auch anstrengend sind, greifen die meisten Damen zu weniger bis sehr teuren Cremes, Ölen, elektronischen Pflastern und Massagerollern, doch dabei sei gesagt: Finger weg von angeblich cellulitebefreienden Lotionen, denn die meisten helfen nicht. Stiftung Warentest hat in seiner Studie nicht ein Produkt dabei gehabt, das geholfen hätte; Ökotest jubelte wenigstens auf Bio-Produkte.

Cellulite zu verhindern ist also ein Wunschtraum, der erblich bedingt hier und da seine Opfer fordert. Unser Vorschlag: Wenn Sie sich damit besser fühlen, nutzen Sie ruhig das ein oder andere Mittelchen, denn Ihr Wohlbefinden steigert Ihre Ausstrahlung – mit ein oder zwei Dellen mehr oder weniger. Aber vor allem: Setzen Sie auf ein ausgewogenes Rundum-Treatment aus Creme, Sport und gesunder Ernährung. Das ist nicht nur gut gegen Cellulite, sondern hält Ihren ganzen Körper fit.

Palmöl

Der Rohstoff wurde in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten und das auf allen Ebenen. In der Kosmetikbranche wird Palmöl verwendet, um Cremes weicher, Shampoos schäumender und Seifen reinigender zu machen. Doch dabei wird vergessen, dass Palmölplantagen ausschließlich in den Tropen gedeihen und in Indonesien und Malaysia inzwischen eine Ausbeutung von ca. 8,2 Millionen Tonnen stattfindet. Die Regenwälder werden abgeholzt und die Ureinwohner vertrieben. Die Schäden für die Umwelt sind dabei massiv. Ganz darauf verzichten können Kosmetik-Hersteller nicht, aber auf Bioanbau und fairen Handel sollte dennoch geachtet werden. Das machen bisher tatsächlich nur die extra ausgeschriebenen Bio-Produkte, also greifen Sie doch ruhig mal eher zu diesen Varianten.

Langzeit-Deos

Deos mit 48-, 72- und 96-Stunden-Wirkung – was sollen wir davon halten? Im schweißtreibenden Sommer versagen die Produkte sowieso gern, aber auch im Alltag taugen sie nicht viel. Das fand Ökotest heraus, die 23 Deos auf ihre angepriesene Langzeitwirkung untersucht haben. Alle getesteten Produkte beinhalteten Aluminiumsalze, die zwar den Schweißfluss verringerten, aber die Dauer, mit der das jeweilige Deo beworben wurde, schaffte keines. Unser Fazit: Da wir uns ja eh jeden Tag duschen, reicht eigentlich auch ein „normales“ Deo, und wer wirklich Probleme mit dem Schwitzen hat, sollte auf Apotheken oder den Arzt zurückgreifen.

Pro

Wattepads

Diese verwenden Sie meist zum Reinigen, zum Beispiel beim Entfernen von Make-up und Schminke. Grundvoraussetzung: Dass das Pad per se ebenfalls rein ist. Hält das Wattepad, was es verspricht? Ökotest legte sich auf die Lauer und untersuchte zwölf Produkte. Testergebnis: Alle bekamen die Note „Sehr gut“. Wenn „Chlorfrei gebleicht“ auf der Packung stand, war auch „Chlorfrei gebleicht“ drin. Keine chemischen Rückstände, keine Schadstoffe, keine Verschmutzungen! Da ist wirklich nichts gelogen.

Naturkosmetik/Bioprodukte

Wenn in großen Lettern „Bio“ vorn auf der Verpackung steht, ist dann wirklich alles Bio? Oder verhält es sich dort ähnlich wie mit den Lebensmitteln, dessen Bio-Plakatierungen wir nicht hundertprozentig vertrauen können, schließlich gibt es verschiedene Labels und viele Graustufen oder Negativbeispiele in den Schlagzeilen. Das hat Ökotest ebenfalls in seinen Laboren auseinandergenommen und konnte zu dem zufriedenstellenden Ergebnis kommen, dass Bio- oder Naturkosmetik tatsächlich keine chemischen Zusätze beinhaltet. Dadurch sind sie besonders hautverträglich, auch für sensible Haut so – und das ist wissenschaftlich belegt – ihr Geld wert.

Alle Pros und Kontras zum Thema „Werbung lügt“ finden Sie auch noch einmal in unserer Fotoshow.

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